Blick von der Liobakirche in Petersberg auf Fulda und Petersberg
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Die Gemeinde Petersberg glaubt, dass im Umfeld der Liobakirche Drogen konsumiert und verkauft werden.

An der Liobakirche

Gemeinde Petersberg schlägt Alarm: Zu viel Lärm, Müll – und auch Drogen?

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Lärmende Jugendliche, hinterlassener Müll und möglicherweise Dealer, die Drogen verkaufen: Der Platz an der Liobakirche ist vor allem in den Abendstunden ein beliebter Treffpunkt, doch in letzter Zeit mehren sich die Probleme. Die Gemeinde Petersberg und die Kirchengemeinde schlagen Alarm.

  • An der Liobakirche in Petersberg mehren sich in den Abendstunden die Probleme
  • Die Gemeinde hat Hinweise auf den Konsum - und möglicherweise den Verkauf - von Drogen
  • Ein groß angelegtes Kontrollkonzept soll jetzt Abhilfe schaffen

Petersberg - Ein warmer Sommertag geht zu Ende, die Temperaturen sind abends um zehn noch angenehm warm. Rund um die Liobakirche ist es dementsprechend auch in den Abendstunden noch belebt: Ein Pärchen genießt den Ausblick. Drei Männer weilen gemeinsam auf einer Bank. Fünf Jungs, die gerade mit dem Auto gekommen sind, packen Unmengen an Bierflaschen und Chipstüten aus.

Gegen all das sei gar nichts einzuwenden: „Sofern die Besucher keinen Lärm machen und ihren Müll wieder mitnehmen. Was in letzter Zeit passiert, ist jedoch etwas ganz anderes“, erklärt Bürgermeister Carsten Froß (CDU), nachdem die CDU-Fraktion vor Kurzem in der Gemeindevertretersitzung thematisiert hatte, dass sich vor allem Jugendliche an der Kirche treffen und sich „nicht angemessen“ verhalten würden.

Lesen Sie hier: Demonstration vor der Gemeindevertretersitzung in Petersberg - das Freibad soll öffnen.

Liobakirche: Ordnungsamt Petersberg hat größere Personengruppe angetroffen

Das Ordnungsamt habe seit Mitte März verstärkt kontrolliert, ob im Zuge der Corona-Einschränkungen die Kontakt- und Abstandsregeln eingehalten werden, so Froß. Zum ersten Mal sei am 17. März eine größere Personengruppe angetroffen worden. „Regelmäßig hielten sich seither im Umfeld der Liobakirche 30 bis 50 Personen auf – von mittags bis spät in die Abend- und Nachtstunden, je nach Wetter. Hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene.“

Dabei habe das Ordnungsamt auch Hinterlassenschaften gefunden, die auf den Konsum von Drogen hindeuteten. „Wir vermuten außerdem, dass an der Kirche auch Drogen gehandelt werden“, so der Bürgermeister. Dafür spreche, dass polizeibekannte Personen aus dem Drogenmilieu dort gesichtet worden seien – ebenso wie die Vielzahl von überregionalen Autokennzeichen. „Ich betone aber: Der Handel ist bislang nur eine Vermutung“, sagt Froß.

Die Polizei hat dafür keine Anhaltspunkte, erklärt Polizeisprecher Patrick Bug: „Beobachtungen, die auf Drogenhandel oder Drogenkonsum hinweisen, konnten durch die Polizei bisher keine gemacht werden.“ Die Örtlichkeit werde von Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Treffpunkt genutzt, heißt es lediglich. Nachdem Hinweise von der Gemeinde eingegangen waren, habe die Polizei den Bereich verstärkt kontrolliert. Das werde weiterhin getan.

Petersberger Kirchengemeinde hat privaten Sicherheitsdienst engagiert

Und auch ein privater Sicherheitsdienst, den die Kirchengemeinde schon vor Langem engagiert hatte, ist an der Kirche präsent. „Er übt für uns das Hausrecht aus“, erklärt Pfarrer Togar Pasaribu. Denn obwohl es die Kirche eigentlich gerne erlauben würde, ist um 22 Uhr Schluss: „Danach darf sich keiner mehr hier aufhalten.“ Der Pfarrer berichtet nicht nur von Lärm, der die Anwohner – darunter auch die nebenan wohnenden Lioba-Schwestern – stört, sondern auch von Flaschen, Pizzakartons und McDonalds-Tüten, die sich auf dem Platz und der Rasenfläche verteilen.

„Das Ganze hat mittlerweile Ausmaße angenommen, das geht so nicht weiter“, sagt Pasaribu. Dass es nicht funktioniere, an die Vernunft der Menschen zu appellieren, sei schade. Ob hier auch Drogen verkauft oder konsumiert werden, könne er nicht beurteilen: „Sicher werden einige Jungs, die hier chillen, auch mal Shisha rauchen“, glaubt er.

Nun soll in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Petersberg sowie der Polizei, dem Freiwilligen Polizeidienst, der Hilfspolizei der Gemeinde und dem privaten Sicherheitsdienst ein Kontrollkonzept erstellt werden. „Das gemeinsame Ziel ist, dass das Umfeld der Liobakirche als Wahrzeichen Petersbergs geschützt wird“, unterstreicht Bürgermeister Froß.

Das Ordnungsamt ist auch am Haunestausee gefordert. Hier war es zuletzt zu anstößigen Techtelmechteln auf dem Parkplatz gekommen.

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