Pfarrer Togar Pasaribu (rechts) und Bischof Michael Gerber gestalteten den Gottesdienst.
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Pfarrer Togar Pasaribu (rechts) und Bischof Michael Gerber gestalteten den Gottesdienst.

Zusammenlegung nun offiziell

St. Peter und St. Paulus gehen gemeinsamen Weg: Neugründung der Pfarrei St. Lioba mit Bischof Michael Gerber

In der neu gegründeten Pfarrei St. Lioba war gestern ein besonderer Tag: Mit einer von Bischof Dr. Michael Gerber gehaltenen Messe wurde die Zusammenlegung der Kirchengemeinden St. Peter und St. Paulus offiziell gefeiert.

Petersberg - Seit 1. Januar gehen die Kirchengemeinden St. Peter in Petersberg und St. Paulus in Ziehers-Nord „einen gemeinsamen Weg“, ging Togar Pasaribu, Pfarrer von St. Lioba, anfangs kurz auf die Entwicklung ein. Damit sei der lange Prozess, in dessen Verlauf auch die ein oder andere Diskussion ausgefochten wurde, aber nicht abgeschlossen. „Es geht jetzt erst richtig los“, sagte Pasaribu. Der historische Moment wurde mit Bischof Gerber in der Rabanus-Maurus-Kirche gefeiert, aber gleichzeitig live nach Ziehers-Nord in St. Paulus sowie im Internet übertragen.

Zur Bedeutung einer Gemeindeneugründung predigte Bischof Michael Gerber. Dabei schilderte er Eindrücke zweier Veranstaltungen: des Petersberger Hutzelfeuers 2020 am Rauschenberg und eines Gebetsabends der Pfarrjugend in der St.-Paulus-Kirche Anfang Oktober 2020. Beide Veranstaltungen hätten auf den ersten Blick nicht viel gemein, auf den zweiten Blick aber seien beide ein Hinweis, worum es bei einer Gemeindeneugründung gehe: Die Menschen brächten mit, was sie haben, erläuterte Gerber. Einzeln betrachtet sei das vielleicht nicht viel, aber nehme man alles zusammen, „wird etwas Großes daraus“.

Petersberg: Neugründung der Pfarrei St. Lioba mit Bischof Michael Gerber

Das Sammeln der Christbäume, das Auftürmen, die Organisation und natürlich das Feuer – das sei für einige ein Höhepunkt im Jahr, erklärte der Fuldaer Bischof. Dies verglich er damit, was die Menschen mit Jesus erlebt haben. So hätten die Fischer nichts besonderes mitgebracht, doch Jesus habe in ihnen ein Feuer entfacht, das sie als Jünger weiter in ihrer Welt verbreitet hätten. So brenne es bis heute. (Lesen Sie hier: Unter einem Dach: Aus vier Pfarreien wird St. Martin Fulda - St. Andreas in Neuenberg ist Pfarrkirche).

Möglicherweise sei das Fehlen des Hutzelfeuers in diesem Jahr prophetisch, sagte Gerber. Vielleicht wolle Jesus sagen: „Kümmert euch intensiver um ein anderes Feuer, mein Feuer.“ Dieses habe die Fischer zusammengeführt und die Herzen zum Brennen gebracht.

Ähnlich verhalte es sich beim Gebetsabend. Stimmungsvoll erhellt sei die St.-Paulus-Kirche gewesen. Eltern, Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Ältere – „ganz unterschiedliche Leute“ seien gekommen. Jede und jeder habe etwas dazugegeben, Gesang, Fragen, Erfahrungen, Gebete, Sorgen. Und so unterschiedlich das Mitgebrachte gewesen sei, hatten alle eins gemeinsam: „Da ist einer, der das Feuer entzündet hat“, sagte Gerber.

Pfarrer Togar Pasaribu: „Es geht jetzt erst richtig los“ - St. Peter und St. Paulus gehen gemeinsamen Weg

Er ermutigte die Gemeindeglieder, die Bewegung zu stärken und Menschen einzuladen, das Ihre beizutragen. Auch wenn der Eindruck bestehe, dass diese nicht viel zu bieten hätten: Jesus lasse viel mehr daraus werden. Dieses Haltung solle die neue Pfarrei formen und prägen. So habe auch die Pfarrei-Namensgeberin, die Heilige Lioba gehandelt. Die Lioba-Reliquie war zum Gottesdienst in die Rabanus-Maurus-Kirche gebracht worden. Auch die Lioba-Schwestern lobte er in seiner Predigt dafür, dass sie Menschen vorurteilsfrei auf unterschiedlichsten Wegen begleiten.

Viel Dank, aber auch Wünsche für die Zukunft der Pfarrei brachten die Pfarrgemeinderäte Tina Schwind (St. Paulus) und Ulrich Schaller (St. Peter) vor. Welcher Name es auch sei, man wolle gemeinsam dem Ruf zu folgen, der die Christen weltumfassend verbinde, denn der Glaube gehe über die Pfarrei St. Lioba hinaus. (Simone Schinnerer) 

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