Luftbild vom Rauschenberg in Petersberg
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Mitarbeiter des Forstamts hatten im vergangenen Jahr den Rauschenberg überflogen.

Gefahr durch Bäume

Bombenräumung am Rauschenberg in Petersberg verschiebt sich erneut – Wanderwege gesperrt

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Der Rauschenberg bleibt ein Problemfall: Nicht nur, dass hier noch Bombenreste aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden; nun zeigt sich auch, dass die Erkrankung von Buchen immer schneller voranschreitet. Die Gefahr, die von den Bäumen ausgeht, bringt die Gemeinde in die Zwickmühle. 

  • Der Rauschenberg ist ein Sorgenkind: 2017 wurden dort Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, außerdem sind einige Bäume erkrankt.
  • Die Frage stellt sich: Welches Problem muss zuerst angegangen werden?
  • Lars Scheer vom Fachbereich Tiefbau der Gemeinde Petersberg schätzt, dass die Arbeiten frühestens erst Ende 2020 beginnen.

Petersberg - Erst wurde ein großer Teil des Areals wegen der Bomben- und Munitionsfunde im Jahr 2017 gesperrt, dann durften auch einige Wanderwege wegen der erkrankten Bäume nicht mehr betreten werden. Insgesamt 61 kranke Bäume hatte Hessen Forst im vergangenen Jahr entlang der Wege ausgemacht.

Eine erneute Begutachtung in diesem Jahr hat jetzt ergeben, dass weitere 15 Bäume betroffen sind. „Die Erkrankung schreitet rasant voran“, sagte Lars Scheer vom Fachbereich Tiefbau der Gemeinde im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss.

Vor allem Buchen sind von der sogenannten Buchenkomplexkrankheit betroffen. Typische Symptome sind eine unterbrochene Wasserversorgung im Hauptstamm, ein Befall durch Pilze und Schädlinge, abplatzende Rinde und dadurch entstehende Längsrisse sowie Schleimfluss. Die Gefahr, dass Äste und Stamm brechen – und auf Wanderwege stürzen könnten, ist groß.

Hessen Forst oder Kampfmittelräumdienst - Wer wagt sich zuerst an den Rauschenberg?

Deshalb können die Wege erst freigegeben werden, wenn die geschädigten Bäume gefällt werden. Doch damit sitzt die Gemeinde als Eigentümerin des Rauschenbergs in der Bredouille. Denn die Frage, die sich stellt, lautet folgendermaßen: Wer wagt sich zuerst auf den Rauschenberg?

Die Waldarbeiter von Hessen Forst, obwohl irgendwo nicht detonierte Bomben im Erdreich liegen – oder der Kampfmittelräumdienst, obwohl die reale Gefahr umstürzender Bäume besteht? „Da beißt sich die Katze in den Schwanz“, umschrieb es Lars Scheer treffend. Zwar seien die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes an sich nicht allzu empfindlich, erklärte er. Trotzdem müssten schließlich die Regelungen zum Arbeitsschutz beachtet werden.

Damit haben sich jetzt die Pläne der Gemeinde erledigt, dass die Suche nach den Bombenresten noch in diesem Sommer beginnen könnte. Im Juli sollen zunächst die beteiligten Behörden, darunter auch Untere und Obere Naturschutzbehörde, die weitere Vorgehensweise erörtern. Mögliche Varianten sollen besprochen und auch schon entstehende Kosten ermittelt werden.

Zudem hat Petersberg noch keine Firma für die Kampfmittelsondierung beauftragt. Dafür sind Spezialgeräte und Spezialwissen nötig. Bei der Ausschreibung hilft der Gemeinde eine Ingenieurfirma aus Weimar. Die Maßnahmen – ob nun zuerst die Baumrodung oder die Kampfmittelräumung – dürften frühestens Ende dieses Jahres beginnen, schätzt Lars Scheer. Mit einem Abschluss rechnet er für den Frühjahr 2022.

Teure Entschärfung für die Gemeinde Petersberg

Allein die Suche nach Sprengsätzen wird wohl bis zu zwei Millionen Euro kosten, die die Gemeinde schon im laufenden Haushalt eingeplant hatte. Das Land hat Fördergelder in Höhe von bis zu 75 Prozent zugesagt. Auch der Landkreis will sich mit Mitteln aus dem Kreisausgleichsstock beteiligen.

Wenn es auch dauern könnte, bis die Basaltkuppe von Bomben und kranken Bäumen befreit ist, unterstreicht Bürgermeister Carsten Froß (CDU): „Wir werden alles dafür tun, damit der Rauschenberg als Naherholungsgebiet wieder uneingeschränkt genutzt werden kann.“

Lesen Sie hier: Ein Spaziergänger wollte in Hammelburg einen schönen Stein aufheben - und hatte eine Handgranate in der Hand.

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