Im Petersberger Baugebiet Gehausküppel stehen die Bagger parat. Die Bauplätze für 200 Euro pro Quadratmeter sollen bald vermarktet werden. / Foto: Sebastian Kircher

Petersberg setzt Maßstäbe: Neubaugebiet soll 200 Euro pro Quadratmeter kosten

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Petersberg - Das Petersberger Neubaugebiet Gehausküppel wird Maßstäbe setzen: Mit 200 Euro pro Quadratmeter sollen Preise erreicht werden, wie sie in noch keinem kommunalen Baugebiet gezahlt wurden. Dennoch ist der Preis weit günstiger, als wenn man von privat kaufen würde.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Das Baugebiet Gehausküppel, unterhalb des Rauschenbergs gelegen, ist das erste Baugebiet im Petersberger Kernort seit Jahren. Neun Bauplätze sollen dort entstehen, die Erschließungsarbeiten beginnen bald. Im Haupt- und Finanzausschuss wurde nun der Kaufpreis festgelegt, der noch von der Gemeindevertretung bestätigt werden muss: 150 Euro soll der Quadratmeter am Gehausküppel kosten. „Da kommen noch die Erschließungskosten von etwa 50 Euro hinzu“, erklärt Bürgermeister Carsten Froß (CDU).

Einen sechsstelligen Betrag muss man also selbst für ein eher kleines Grundstück hinlegen. Damit wäre Petersberg sogar teurer als Fulda: Im jüngsten Baugebiet Pröbelsfeld im Stadtteil Sickels wurden Preise zwischen 150 und 170 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Die jüngsten Petersberger Bauplätze in den Ortsteilen Steinau und Marbach lagen bei 106 und 115 Euro.

Letztes Baugebiet war günstiger

Das bisher letzte Baugebiet im Kernort war noch günstiger: Im Roten Rain, der 2002/2003 erschlossen wurde, lagen die Preise bei 100 Euro pro Quadratmeter. „Jetzt sind wir bei dem Doppelten angelangt. Das ist ein heftiger Sprung“, gibt Froß zu bedenken.

Beim Gehausküppel sei die Topographie dafür verantwortlich: „Die Hanglage macht die Erschließung kompliziert und entsprechend kostenintensiv. Zudem muss ein unterirdisches Regenrückhaltebecken installiert werden.“ Hinzu komme, dass durch den Bauboom die Baukosten derzeit durch die Decke gehen.

Dennoch sei der Gehausküppel eine Ausnahme: Grundsätzlich geht der Bürgermeister davon aus, dass die Preise in weiteren potenziellen Neubaugebieten in Petersberg, Stöckels und Almendorf deutlich unter 200 Euro liegen werden.

Teuerste Pflaster in der Region

Zugleich betont er: „Wir machen mit den Grundstücksverkäufen keinen Gewinn. Im Gegenteil: Wir subventionieren sie.“ Denn die Bodenrichtwerte in der Lage am Rauschenberg betragen 250 Euro. Das heißt: Wer dort von einem privaten Anbieter ein Grundstück kaufen würde, müsste mindestens 250 Euro pro Quadratmeter zahlen.

Der Rauschenberg gehört damit zu den teuersten Pflastern in der Region: Nur in der Fuldaer Innenstadt und am Frauenberg muss man noch tiefer in die Tasche greifen.

Baugebiet ist nötig

Trotz der Umstände mit hohem Preis und schwieriger Erschließung sei das Baugebiet nötig, sagt Froß. „Wir haben bereits jetzt zahlreiche Anfragen, obwohl die Grundstücke noch gar nicht in der Vermarktung sind. Und als wir neulich einen einzelnen Bauplatz in Steinau verkauft haben, gab es darauf mehr als 50 Bewerbungen.“

Bei Neubaugebieten gibt es ein großes Stadt-Land-Gefälle. In stadtnahen Kommunen mit guter Infrastruktur explodieren die Preise nahezu – in Langenbieber kostet der kommunale Quadratmeter bereits mehr als 120 Euro, auch in Poppenhausen und Burghaun sind die Preise dreistellig. In abgelegeneren Orten hingegen kann man immer noch günstig bauen: In Ebersburg-Schmalnau gibt es Bauplätze ab 68 Euro, in Tann ab 45 Euro und in Eiterfeld-Dittlofrod ab 34 Euro pro Quadratmeter.

Das könnte Sie auch interessieren