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Petersberg will Zeichen setzen: Radverkehrskonzept soll verabschiedet werden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Petersberg - Das Petersberger Radverkehrskonzept steht kurz vor der Verabschiedung: Nun haben alle Ortsbeiräte ihre Empfehlungen abgegeben. Die ersten Verbesserungen für Radfahrer könnten schon bald umgesetzt werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Mehrere Dutzend Stellen hat das Frankfurter Unternehmen Radverkehr-Konzept im Petersberger Gemeindegebiet gefunden, an denen Radfahrern das Leben leichter gemacht werden könnte. Der Bauausschuss hat sich bereits mit dem Konzept beschäftigt. In den vergangenen Wochen durften auch die Ortsbeiräte ihre Wünsche äußern.

Zuletzt hat der Ortsbeirat Petersberg darüber diskutiert. „Wir wissen alle: Es muss sich was tun beim Thema Verkehr“, erklärte Ortsvorsteher Stefan Will. Petersberg habe die Chance, ein Zeichen zu setzen, betonte er: „Wir wollen ein Stück weit eine Verkehrswende.“

Alternative zum Weiherweg

Die Realität sieht nämlich bislang recht nüchtern aus. Im Weiherweg etwa, vorbei am Sportplatz bis zur Ferdinand-Braun-Schule, gibt es nur auf einer Seite Schutzstreifen für Radfahrer – und neben denen sind auch noch Parkplätze ausgewiesen.

„Wenn da einer die Tür öffnet, haben die Radfahrer keine Chance. Viele nutzen deshalb verkehrswidrig lieber den Gehweg“, sagte Will. Verbesserungen seien allerdings nur möglich, wenn die Parkplätze wegfielen – und die Straße breiter würde.

Ortsbeirat sieht Asphaltierung kritisch

Eine Alternative zum Weiherweg wäre der Pfaffenpfad, der fernab der Straße am Schwimmbad und am Schützenhaus vorbei durch die Freizeitanlagen führt und an der Eduard-Stieler-Schule Anschluss zur Magdeburger Straße bietet. Aber auch dort müsste der Weg verbreitert werden, damit es nicht zum Ärger zwischen Fußgängern und Radlern kommt.

In der „Grünen Lunge“ unterhalb des Rauschenbergs müsste ein Teil des Weges wohl asphaltiert werden, damit Radfahrer ihn ganzjährig nutzen können – eine Maßnahme, die die Mehrheit der Ortsbeirat-Mitglieder kritisch sieht.

Mancherorts Abstimmung mit Hessen Mobil nötig

Weitere Schwachpunkte: Das Justus-Liebig-Center ist nicht an Radwege angebunden, beim Edag-Kreisel in Richtung Lehnerz endet der Radweg abrupt, in die Ortsteile Stöckels und Böckels fehlt ein solcher sogar komplett.

Bürgermeister Carsten Froß (CDU) machte allerdings deutlich: „Wir werden nicht alles umsetzen können, was das Konzept vorschlägt.“ An manchen Stellen machten die räumlichen Gegebenheiten einen Strich durch die Rechnung, an anderen sind Abstimmungen mit Behörden wie dem Kreis oder Hessen Mobil nötig.

Gemeindevertretung wird abstimmen

„Es gibt zudem Vorschläge, die wenig sinnvoll oder schlicht nicht wirtschaftlich sind“, erklärte Froß, der auch gute Nachrichten hatte: So soll bei der Sanierung der Bergstraße, die in den kommenden Jahren ansteht, an Radfahrer gedacht werden.

Die Gemeindevertretung wird in einer der nächsten Sitzungen das Konzept verabschieden. Danach, so der Bürgermeister, wolle man eine Prioritätenliste erstellen und schauen, was daraus umsetzbar ist. Froß betonte aber zugleich: Mit so einem Konzept erhalte man die Chance auf Fördermittel. Und da der Kreis derzeit vom gleichen Büro ebenfalls ein Konzept erarbeiten lässt, ergäben sich für Petersberg Synergien.

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