Mehrere Menschen auf der Straße in Petersberg musizieren.
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Jeden Abend treffen sie sich, um gemeinsam zu musizieren.

Abend-Ritual unter Nachbarn im Video

Petersberger vertreiben Corona-Sorgen mit Musik

  • Sebastian Kircher
    vonSebastian Kircher
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Eine Gruppe von Nachbarn in der Brüder-Grimm-Straße in Petersberg hat in der Coronazeit ein Ritual entwickelt: Jeden Abend um 18 Uhr treffen sie sich auf der Straße, um gemeinsam zu musizieren. Mittlerweile sind sie schon fast 50-mal so zusammengekommen.

Petersberg - Den Auftakt des Mini-Konzertes macht jedes Mal die „Ode an die Freude“ – ein Zeichen europäischer Solidarität. Danach wird gespielt, worauf die Musikanten Lust haben: Hat ein Nachbar Geburtstag, ertönt „Happy Birthday“. Für den Eintracht-Fan erschallt die Frankfurt-Hymne. Aber auch „Yellow Submarine“ von den Beatles, das Kreuzberglied oder „Auf der Vogelwiese“ wurden bereits ausprobiert.

„Wir wollen gegen den Corona-Blues anspielen“, erklärt Karl-Heinz Vogel, einer der Initiatoren der Aktion. Seit 27. März haben sich die Anwohner täglich getroffen, um eine Viertelstunde gemeinsam zu musizieren. Nur Karfreitag blieben die Instrumente stumm. Petrus hat es gut gemeint mit den Bewohnern der Brüder-Grimm-Straße: Bei den fast 50 Auftritten bisher hat es nur einmal geregnet. 

Sie sind mittlerweile schon um die 50-mal zusammengekommen.

Kraft aus der Musik schöpfen

Vogel, der langjährige Dirigent des Orchesters der Freiwilligen Feuerwehr Dirlos, erklärt den Hintergrund der Aktion: „Das soll einerseits eine Ablenkung sein. Andererseits schöpfen wir, aber auch die Zuhörer, Kraft aus der Musik in dieser schwierigen Zeit.“ Immer mehr Nachbarn haben sich der Idee angeschlossen, mittlerweile verfügt die bunte Truppe über Klarinetten, Hörner, Blockflöten, eine Querflöte, ein Saxophon und ein Akkordeon. Die „Konzerte“ finden natürlich immer mit dem gebotenen Mindestabstand statt.

Ziel sei es, gegen den Corona-Blues anzuspielen.

Da nun immer mehr der Einschränkungen gelockert werden und langsam Normalität einkehrt, wollen auch die Corona-Musiker nicht mehr täglich auftreten: Nur noch bis zum Sonntag (Muttertag) werden sie noch einmal vor die Türen treten. „Aber weil uns das so gut gefallen hat, planen wir, das zumindest jeden Sonntag zu wiederholen“, kündigt Vogel bereits an.

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