Foto: Sebastian Kircher

Pfarrer im Ruhestand Bruno Kant feiert am Mittwoch seinen 104. Geburtstag

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Löschenrod - Wenn er ruhigen und sicheren Schrittes die Löschenroder Kirche betritt, dann kommt man nicht auf den Gedanken, dass Pfarrer im Ruhestand Bruno Kant sich schon im zweiten Lebensjahrhundert befindet. Am Mittwoch wird er 104 Jahre alt.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Mit diesem Alter dürfte Bruno Kant der älteste katholische Priester Deutschlands sein. Eine Statistik der Deutschen Bischofskonferenz gibt es allerdings nicht. Einer der ältesten Bewohner des Landkreises ist Bruno Kant ohnehin.

Messen feiert er seinem 100. Geburtstag nicht mehr, aber wenn in der Kirche in Löschenrod ein Gottesdienst gefeiert wird, dann ist er dabei – an seinem Stammplatz vom Altar aus rechts in der ersten Reihe. Bruno Kant wohnt in einem eigenen Haushalt und ist geistig fit – nur das Gehör bereitet ihm Kummer.

1943 zur Wehrmacht einberufen

Bruno Kant stammt aus Westpreußen. An der Staatlichen Akademie Braunsberg und der Universität Freiburg im Breisgau begann er seine philosophisch-theologischen Studien, ehe der Krieg das jäh unterbrach. Kant wurde 1943 zur Wehrmacht einberufen und geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1948 zurückkehrte.

Danach nahm er das Theologiestudium in Fulda wieder auf. Am 23. Juli 1950 wurde er von Bischof Dr. Johannes Baptist Dietz im Fuldaer Dom zum Priester geweiht. Danach wirkte er als Kaplan in Blankenau und Schwarzbach sowie ab 1955 in der Pfarrei St. Joseph in Kassel.

Wirken als Präses des Cäcilienverbandes

Am 20. Juni 1960 wurde Kant die St.-Aegidius-Pfarrei Marbach übertragen, die ihm in 31 Dienstjahren zur zweiten Heimat wurde. Als weltoffener Seelsorger hat sich Kant stets auch intensiv um die Belange der politischen Gemeinde bemüht.

Von 1971 an übernahm er zehn Jahre lang das Amt des stellvertretenden Dechanten des früheren Dekanats Hünfeld. Im Dezember 1980 erfolgte seine Ernennung zum Geistlichen Rat. Von Ende 1981 bis 1986 wirkte er als Präses des Cäcilienverbandes.

65-jähriges Priesterjubiläum im Jahr 2015

Als Kant 1991 in den Ruhestand trat, übernahm er die Seelsorge in Löschenrod. Geistig und körperlich fit, konnte er 2015 sein 65-jähriges Priesterjubiläum feiern.

Auch wenn Pfarrer Kant selbst keine Messen mehr feiert, nimmt er an nahezu allen Löschenroder Gottesdiensten teil. Nach wie vor wird er zu Kranken gerufen und begleitet Sterbende. Oft macht Kant seinen Spaziergang durch den Ort und interessiert sich für die Neuigkeiten und Sorgen seiner „Schäfchen“.

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