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Platz für 45 Erdenbürger: Rhön-Kinder-Haus in Poppenhausen eingeweiht

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Poppenhausen - Nach nur neun Monaten Bauzeit ist am Sonntag das neue Rhön-Kinder-Haus in Poppenhausen eingeweiht worden. Im Vorfeld hatte es Diskussionen um den Standort für die Kita gegeben. Nach einem Bürgerbegehren wurde ein Kompromiss gefunden.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

„Wir sind die Rhönkinder. Ja wir sind einmalig – einfach genial und phänomenal.“ Mit diesem Lied begrüßten die neuen Bewohner des Rhön-Kinder-Hauses die zahlreichen Besucher. Hier und da waren ein zwar paar schiefe Töne zu hören, aber der Auftritt nach der Begrüßungsrede von Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU) ließ erahnen, wie es ab heute in der neuen Kita ablaufen wird.

Ab und zu wurden die vielen Kinder bei all den Grußworten etwas unruhig und spazierten durch die Gegend. Aber das, so sagte Bundestagabgeordneter Michael Brand (CDU) lächelnd, sei völlig normal. Er dankte der Gemeinde Poppenhausen, den Erzieherinnen und den Eltern für dieses Zukunftssignal: Schließlich sei Kinderlärm Zukunftsmusik.

Tageskinderstätte war nötig

Um den Kindern in Poppenhausen eine bestmögliche Betreuung zu bieten, war die Errichtung einer neuen Tageskinderstätte nötig. Schließlich fehlten nach den Erhebungen der Gemeinde Poppenhausen im vergangenen Sommer etwa 20 Kindergartenplätze. Das neue Rhön-Kinder-Haus bietet nun Platz für maximal 45 Plätze.

„Heute ist ein guter Tag für Kinder und Eltern aus Poppenhausen“, freute sich Helfrich. Denn bis auf die Außenanlage sei alles in nur neun Monaten fertiggestellt worden. Die Bauarbeiten begannen im April 2019, der neue Kindergarten kostete circa 2,1 Millionen Euro. Davon stammen 1,26 Millionen Euro aus Fördergeldern. „Zudem gibt es noch eine Besonderheit: Bis auf 16 000 Euro sind alle Aufträge in der Region Fulda/Rhön geblieben“, informierte der Bürgermeister.

„Froh, eine solche Investition tätigen zu dürfen“

Fördermittel in Höhe von 360 000 Euro stellte der Landkreis Fulda zur Verfügung. „Deutschlandweit werden immer weniger Kinder geboren. Im Landkreis und in Poppenhausen werden es hingegen mehr. Aus diesem Grund ist der Kreis sehr froh, eine solche Investition tätigen zu dürfen“, freute sich Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU).

Das Rhön-Kinder-Haus sei laut der künftigen Leiterin Jasmin Stumpf ein Ort, mit dem sich die Kinder verbunden und wohl fühlen sollen – ein Ort zum Fröhlichsein und Getröstetwerden. Damit dies gewährleistet wird, überließen Architekt Torsten Gensler und Bauleiter Hardi Schmidt nichts dem Zufall: „Die Gruppenräume sind in Richtung Süden ausgerichtet, damit sie möglichst viel Sonne bekommen. Außerdem bieten die hellen und offenen Räume überall Ausblicke nach draußen“, erklärte Gensler.

Eine familienfreundliche Gemeinde

Das Schlusswort hatte Frank Unger, Vorsitzender der Gemeindevertretung. „Die Kita unterstreicht, dass Poppenhausen eine familienfreundliche Gemeinde ist, in der junge Familien eine Zukunft haben.“ Anschließend weihten die Pfarrer Ferdiand Rauch und Gottfried Müller den Kindergarten ein und segneten diesen.

Zudem sprachen Hardi Schmidt, Christian Römmelt von der Hallenbaufirma Dieter Römmelt und Steinwands Ortsvorsteher Gerhard Fladung Grußworte. Musikalisch begleitet wurde die Einweihung vom Musikverein Cäcillia.

Vorgeschichte

Die Errichtung des Rhön-Kinder-Hauses war in der Gemeinde Poppenhausen nicht unumstritten und wurde in der Bevölkerung emotional diskutiert.

Einige der Bürger hatten gefordert, dass auf dem Gelände der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth ein zweigruppiger Anbau für die fehlenden Kindergartenplätze entstehen soll. Aus diesem Grund sammelten die Initiatoren genügend Unterschriften und reichten schließlich am 18. August 2019 ein Bürgerbegehren beim Gemeindevorstand ein.

Dieses wurde jedoch anschließend von der Gemeindevertretung wegen des fehlenden Kostendeckungsvorschlags für nicht zulässig erklärt. Infolgedessen wurde mit allen Beteiligten ein Kompromiss erarbeitet, der alle Seiten zufrieden stellen soll: Der Standort Kindertagesstätte St. Elisabeth bleibt erhalten. Das Raumkonzept wird im Kindergarten kurz- bis mittelfristig durch Erweiterung der drei Gruppenräume und Sanierung des ehemaligen Heizungsraums optimiert.

Die politische Gemeinde baut darüber hinaus in eigener Zuständigkeit einen neuen zweigruppigen Kindergarten, das Rhön-Kinder-Haus, auf dem Gelände des Spielplatzes „Am Sandfeld“, der im Teilbereich weiterhin für die Allgemeinheit nutzbar bleibt.

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