Nur notdürftig: Die Sicherung der Pistenraupen-Teile ließ sehr zu wünschen übrig.
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Nur notdürftig: Die Sicherung der Pistenraupen-Teile ließ sehr zu wünschen übrig.

Die Gurte waren schon gelöst

Tonnenschwere Gefahr schlecht gesichert: Polizei stoppt bei Kirchheim Transporter mit Pistenraupen

Ein großes Unglück hat am vergangenen Donnerstag wohl die Polizei verhindert: Beim Kirchheimer Dreieck stoppte die Autobahnpolizei einen Transport, der zwei teilweise demontierten, tonnenschweren Pistenraupen kaum abgesichert hatte.

  • Zwei Pistenraupen haben am Kirchheimer Dreieck für Aufsehen gesorgt.
  • Die Einzelteile der beiden Raupen waren laut Polizei Osthessen , deren Kripo-Chef Daniel Muth einen neuen Job hat, nicht ausreichend gesichert.
  • Besonders die eine Tonne schweren Schubschilde stellten eine große Gefahr für den Verkehr dar.

Kirchheim - Die größte Gefahr dürfte dabei von den schweren Schubschilden der Pistenraupen ausgegangen sein. Denn die waren ganz oben auf dem offenen Plattformanhänger gelagert worden. „Das Einzelgewicht der scharfkantigen Schilde aus Stahl wurde mit jeweils knapp einer Tonne beziffert. Der Versuch, diese Schubschilde mittels zweier Spanngurte und einer unbefestigten Kantholz- und Palettenkonstruktion zu fixieren, erwies sich als ungeeignet", bilanzierte die Polizei Osthessen in einer Mitteilung zu dem Vorfall.

Der Transport war zuerst einer Streife der Schwerverkehrsüberwachung in Bad Hersfeld aufgefallen, die bereits auf den ersten Blick feststellte, dass der Anhänger eine konkrete Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellte.

Gefahr am Kirchheimer Dreieck: Polizei stoppt Transport mit kaum gesicherten Pistenraupen

Die Schubschilde der Pistenraupen stellten als höchste Ladung die größte Gefahr dar.

Da sich die Kanthölzer durch die Fahrt sichtbar verschoben hatten und die als Unterbau verwendeten Paletten bereits brüchig geworden waren, lagen die Spanngurte nur noch lose auf der Ladung auf und hatten beim Kontrollzeitpunkt laut der Beamten jegliche Spannung verloren.

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„Bereits eine stärkere Bremsung oder ein Ausweichmanöver, eine größere Fahrbahnunebenheit oder eine engere Kurvenfahrt, hätten zu einem Herabfallen der Schilde führen können", monierte die Polizei. In Gänze seien die Schilde mehr als vier Meter über der Fahrbahn verladen gewesen.

Polizei: Schubschilde der Pistenraupen stellten die größte Gefahr dar

Den Unterbau der Schubschilde bildeten die Raupenketten sowie weiteres Zubehör der Pistenraupen, welches laut Aussage der Polizei „abenteuerlich auf dem überfüllten Anhänger gestapelt“ war. Die einzelradgefederten Kettenräder auf der Ladefläche führten dazu, dass die Pistenraupen während der Fahrt erkennbar mehrere Zentimeter auf und ab federten, so dass zwei 500 Kilogramm schwere Gummiketten bereits herunterzufallen drohten. Auch 800 Kilogramm schwere Metallketten seien nicht ausreichend gesichert gewesen.

So war der Transporter auf der Autobahn unterwegs.

Die Polizei untersagte nach der Kontrolle die Weiterfahrt und ordnete eine Teilentladung des Hängers sowie eine vorschriftsmäßige Sicherung der verbliebenen Ladung an. Dazu wurde ein Kran angefordert. Die Umlade- und Sicherungsarbeiten dauerten insgesamt einen Tag.

Gegen den Fahrer, den Halter und den verantwortlichen Verlader des Transportes leitet die Polizei ein Bußgeldverfahren sowie einen Punkteeintrag im Verkehrszentralregister ein. Der Fahrer gab gegenüber der Streife an, dass Pistenraupen außerhalb des Winters oftmals im Bereich der Landwirtschaft zum Einbringen und Verdichten von Maislagen in Freisilos Verwendung finden. (akh)

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