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Postgrüße statt Familienfeier: Viele Paketsendungen zu Ostern sorgen für lange Schlangen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Wer in den vergangenen Tagen ein Paket oder einen Brief bei der Post abgeben wollte, der musste Zeit mitbringen. Vor den Filialen bildeten sich lange Schlangen. Der Andrang war vergleichbar mit der Zeit vor Weihnachten.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Die Schlange vor der Hauptpost im Fuldaer Centhof wand sich mehrere Meter in den Gang des Shoppingcenters hinein. Eine Kundin berichtet gar von einer Wartezeit von etwa 45 Minuten. „Der Andrang war gigantisch. Der Mann am Schalter tat mir sehr leid“, sagt sie. Ein ähnliches Bild gab es in den vergangenen Tagen vor der Postfiliale in Horas.

Alexander Böhm, Pressesprecher der Deutschen Post, verweist auf die aktuelle Situation: „Viele Leute besuchen gewöhnlich über die Feiertage ihre Verwandtschaft und bringen Geschenke mit. Da die Zusammenkunft der Familie über Ostern bei vielen diesmal ausfallen muss, werden eben die Geschenke und Grüße per Post verschickt.“ Der Andrang in den Postfilialen sei daher vergleichbar mit der Weihnachtszeit.

Auch besagte Kundin wollte die Feiertage eigentlich bei ihrer Tochter in Bonn verbringen. „Es war bereits alles geplant, und ich habe mich gefreut, meine Enkel zu sehen“, erläutert die Rentnerin. Da die Ansteckungsgefahr aber zu hoch sei, verzichtet sie auf den Besuch.

Bis Mittwoch gesendete Pakete kommen pünktlich

Ihren Enkeln wollte sie das Ostergeschenk aber nicht vorenthalten und entschied sich für den Weg per Post. „Meine Enkelin hat sich das Buch ,Pippi Langstrumpf‘ gewünscht. Dieses habe ich samt Süßigkeiten nach Bonn geschickt“, sagt sie.

Alle, die ihr Paket bis Mittwoch abgegeben hatten, können sicher sein, dass dieses auch bis Ostern beim Empfänger ankommt, verspricht Postmann Böhm. „Wir haben die Dienstpläne angepasst, und Aushilfen sind im Einsatz. Für uns ist der Ansturm nicht überraschend, weil das Osterfest als fixer Termin für uns planbar ist.“

In der Regel kommen auch die Briefe und Pakete, die am Gründonnerstag verschickt wurden, bis Ostern an. „Dies hängt natürlich auch von der Zeit der Leerung der einzelnen Briefkästen ab“, ergänzt der Pressesprecher.

Selbstgebastelte Karten statt Besuch

Zahlreiche Briefe hat auch Charlotte Sperr für Familie und Freunde auf die Reise geschickt. „Meine Verwandtschaft wohnt in Stuttgart. Der Besuch fällt deswegen leider flach“, bedauert die gebürtige Schwäbin. Als Ersatz müssen in diesem Jahr selbstgebastelte Karten herhalten. „Ich wünsche viel Gesundheit und habe geschrieben, dass ich mich auf das nächste Fest nach Corona freue“, sagt sie.

Die langen Warteschlangen vor den Postfilialen sind dem Osterfest, aber auch den Maßnahmen zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter gegen das Coronavirus geschuldet. „Wir achten sehr darauf, dass der Sicherheitsabstand eingehalten wird. Deswegen kann es zu optisch langen Warteschlangen kommen“, sagt Postsprecher Böhm.

So auch im Centhof, wo ein Kunde die Filiale erst betreten darf, wenn ein anderer diese verlässt. Zudem haben – der Situation geschuldet – einzelne Filialen und Paketshops geschlossen oder eingeschränkte Öffnungszeiten. Der überwiegende Teil der Filialen habe allerdings geöffnet, so die Post.

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