Raten zur Besonnenheit (von links): Internet Dr. Jörg Simon und Allgemeinarzt Ralph Hönscher, beide vom Gesundheitsnetz Osthessen, Dr. Carsten Schmidt, Innere-Medizin-Chefarzt am Klinikum Fulda und Infektiologe, sowie vom Herz-Jesu-Krankenhaus Innere-Medizin-Chefarzt und Leiter der Notaufnahme Prof. Dr. Bernd Kronenberger. / Foto: Volker Nies

Pressekonferenz der GNO: Bei Corona-Verdacht erst den Hausarzt anrufen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Bei Verdacht auf einen Corona-Infekt sollen Patienten ihren Hausarzt oder den hausärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen – und keinesfalls selbst in die Praxis oder gar die Notaufnahme eines Krankenhauses gehen. Diesen Rat geben niedergelassene Ärzte im Gesundheitsnetz Osthessen (GNO) und die Vertreter der Krankenhäuser.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass es auch in Osthessen einzelne Infizierte mit dem Corona-Virus geben könnte“, sagte Dr. Jörg Simon, Internist und Vorstandsvorsitzender der hessischen Ärztenetze Hessenmed. „Die Praxen und die Krankenhäuser sind darauf vorbereitet.“ In den Praxen sei das Corona-Virus unter den Patienten ein Gesprächsthema, aber es gebe keine Unruhe.

Nachfrage, ob Patient in Risikogebiet war

„Wenn sich ein Patient mit Grippe-Symptomen meldet und er fragt, ob er das Corona-Virus haben könnte, fragen wir zuerst, ob er in einem Risikogebiet etwa in China oder in Norditalien war“, erklärt der Allgemeinarzt und GNO-Vorstand Ralph Hönscher.

Am Donnerstag sei eine Patientin plötzlich in seiner Praxis erschienen und habe berichtet, sie komme aus Nordrhein-Westfalen. „Wir haben schnell geklärt, dass sie nicht in der Gegend war, aus der Corona-Kranke gemeldet werden. Sie hatte keinen Kontakt zu Betroffenen. Dennoch war es nicht richtig, dass sie ohne Anruf in die Praxis kam“, sagt Hönscher.

Hotline des Sozialministeriums

Das Klinikum Fulda und das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda haben sich auf die Lage eingestellt. In beiden Krankenhäusern stehen Isolierzimmer bereit, berichtet der Klinikum-Infektiologe und Chefarzt Dr. Carsten Schmidt sowie HJK-Chefarzt und Leiter der Notaufnahme Prof. Dr. Bernd Kronenberger.

Auch sie bitten Menschen, die befürchten, erkrankt zu sein, erst den Hausarzt oder abends und am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 anzurufen. Das hessische Sozialministerium hat eine Hotline eingerichtet unter Telefon 0800 5554666.

Auf Massenveranstaltungen verzichten

Ein Fall für die Notaufnahme der Krankenhäuser werden Patienten ohnehin erst bei schwerer Atemnot, Blutdruckabfall oder Bewusstseinsstörungen. Schmidt rät zu einem besonnenen Verhalten. „Wir haben in Deutschland erst 21 Corona-Fälle. Die Zahl wird steigen, aber es gibt keinen Grund zur Unruhe“, sagt Schmidt.

Wer zu einer Risikogruppe gehört, dem raten die Experten, auf den Besuch von Massenveranstaltungen zu verzichten. „Diesen Verzicht raten wir insbesondere Menschen mit einem Infekt oder geschwächten Patienten, etwa wenn sie ein geschwächtes Immunsystem haben. Dieser Rat gilt aber generell und unabhängig von den Corona-Fällen“, sagt Schmidt. Kronenberg rät auch dazu, das Händeschütteln eher zu reduzieren. Aber auch dieser Rat gilt unabhängig von der aktuellen Entwicklung.

Informationen über Schutzmaßnahmen

Auch das Kreisgesundheitsamt merkt noch keine Beunruhigung in der Bevölkerung. „Bislang gab es nur eine vereinzelte Anzahl von Anfragen, seit dieser Woche sind es mehr geworden, etwa bis zu 20 am Tag. Angst ist nicht zu spüren.

Die Menschen informieren sich über Schutzmaßnahmen, fragen nach Ansteckungswegen und ob man gefährdet sei, wenn man gerade in einer betroffenen Gegend gewesen sei. Auch Einrichtungen und Unternehmen fragen nach“, berichtet Leoni Rehnert, Sprecherin des Landkreises.

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