Kein akademischer Abschluss mehr: Am Standort Fulda soll es in Zukunft nur noch Erwachsenen- und Weiterbildung für Priester geben.
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Kein akademischer Abschluss mehr: Am Standort Fulda soll es in Zukunft nur noch Erwachsenen- und Weiterbildung für Priester geben.

Priesterausbildung

Akademischer Abschluss nur noch in Marburg, Fulda legt Schwerpunkt auf Erwachsenenbildung

Wie in den letzten Wochen bekannt wurde, stehen für die Priesterausbildung in Fulda Veränderungen ins Haus. In einer Pressemitteilung wurde das Bistum Fulda nun konkret: Die Lehrangebote, die zu einem akademischen Abschluss führen, sollen künftig am Standort Marburg gebündelt werden. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld betonte erneut die zentrale Rolle der Theologischen Fakultät in Fulda.

Update vom 15. Oktober, 17.17 Uhr: Am Donnerstag-Nachmittag hat sich auch Fuldas Oberbürgermeister zu der Thematik geäußert: „Für den Bildungsstandort Fulda ist der Fortbestand der traditionsreichen Theologischen Fakultät von großer Bedeutung. Die Stadt Fulda ist schon seit geraumer Zeit im intensiven Gespräch mit dem Bistum und der Hochschule Fulda, um eine noch intensivere Zusammenarbeit der Bildungsträger vor Ort zu erreichen. Dabei kann insbesondere die laufende Bewerbung der Stadt Fulda und der Gemeinde Petersberg um das Europäische Kulturerbe-Siegel, in die ja auch das Bistum bereits eng eingebunden ist, eine zentrale Rolle spielen. Ziel ist es jedenfalls, den Bestand der Fakultät am Standort Fulda zu sichern und die Weiterentwicklung zu begleiten und zu forcieren“, teilte Dr. Heiko Wingenfeld mit.

Lesen Sie hier die Erstmeldung vom 15. Oktober, 14.22 Uhr:

Fulda - Wie das Bistum Fulda am Donnerstag weiter mitteilte, sollen für den Standort Fulda, wo die Fakultät neben einer Reihe von wissenschaftlichen Projekten und Forschungen bereits jetzt im Bereich der Erwachsenenbildung und Fortbildung mit einem breiten Angebot präsent ist, neue Möglichkeiten der Vernetzung mit weiteren Bildungsträgern geprüft werden. Die 1000-jährige Tradition der akademischen Priesterausbildung in Fulda endet somit - bereits bei der Bischofskonferenz war die Priesterausbildung ein Thema gewesen.

Nach Informationen unserer Zeitung laufen Gespräche mit der Volkshochschule Fulda und der Hochschule Fulda um das Angebot der Theologischen Fakultät am Standort Fulda weiterzuentwickeln.

Theologische Fakultät Fulda: Neue Mitarbeiter sollen Entwicklungsprozess unterstützen

Für den Prozess, den die Fakultät aktuell durchläuft, hat Bischof Dr. Michael Gerber zudem personelle Verstärkung angekündigt: Zum 3. November – dem Beginn des Wintersemesters 2020/21 – ernennt der Bischof von Fulda mit Dr. Marco Bonacker (36) und Pfarrer Dr. Martin Stanke (42) zwei Bischöfliche Beauftragte: Sie sollen im Auftrag des Großkanzlers und in Zusammenarbeit mit der Hochschulleitung den Entwicklungsprozess der Theologischen Fakultät unterstützen.

Dr. Bonacker ist kommissarischer Leiter der Abteilung Erwachsenenbildung im Bischöflichen Generalvikariat Fulda. Dr. Stanke ist als Hochschulpfarrer in Marburg mit der Stadt und mit der Philipps-Universität vertraut. In einer ersten gemeinsamen Konferenz zeigten sich die beiden Bischöflichen Beauftragten zusammen mit dem Bischof und dem neuen Rektor der Fakultät, Prof. Dr. Bernd Dennemarck, nach Angaben des Bistums zuversichtlich, „dass es im Blick auf die anstehenden Aufgaben zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Träger und Hochschule kommt, die auch neue, bislang noch unbekannte Chancen erkennt und wahrnimmt.“ (akh)

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