Mehrere Störche auf einer Wiese
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Unter anderem sind Störche die Gewinner der aktuell herrschenden Trockenheit.

Wildtiere trotzen der Trockenheit 

Arten in Wäldern gut mit Wasser versorgt

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
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Die Trockenheit im Wald nimmt zu und Bäume drohen abzusterben. Für Wildtiere in den Wäldern und den Vögeln im Garten hat der ausstehende Regen indes noch keine negative Auswirkung. Wie in jedem Jahr gibt es wegen der Witterung Gewinner und Verlierer unter den Tieren.

  • Die Trockenheit im Wald nimmt zu, Bäume drohen abzusterben.
  • Für Wildtiere hat das noch keine negativen Auswirkungen.
  • Tiere in Wohngebieten und Städten haben es schwerer.

Hofbieber/Fulda - Viele Wasserquellen sind aufgrund des warmen und trockenen Frühjahrs in den Wäldern und Wiesen ausgetrocknet. Schlimm ist dies aber nicht, sagt Bernd Mordziol-Stelzer vom Forstamt Hofbieber: „Allein im Forstamt Hofbieber gibt es über 10.000 Quellen. Wenn einige austrocknen, ist das für Wildtiere nicht negativ“, erläutert er.

Ein Tiersterben mangels Regen müsse demnach nicht befürchtet werden. „Die Wildtiere haben ein sehr gutes Gespür und wissen, wo sie nach Nahrung und Flüssigkeit suchen müssen“, erklärt Mordziol-Stelzer. Problematischer könnte die Lage hingegen im September werden, falls der Regen im Sommer ausbliebe und die Mehrzahl der Quellen ausgetrocknet seien.

Trockenheit hat positiven Effekt für Tierwelt

Während Fichten und anderen Bäume wegen fehlender Niederschläge abzusterben drohen, habe die Trockenheit sogar einen positiven Effekt für die Tierwelt. Grund: Viele Neugeborene kommen aufgrund starker Regenfälle in dieser Jahreszeit um.

„Ob Regen oder nicht: Je nach Witterung gibt es Gewinner und Verlierer unter den Arten“, betont er. Gewinner sind zum Beispiel Störche und Schwarzspechte, die Profiteure der Nahrungskette sind. Mäuse und Insektenarten wie der Buchdrucker vermehren sich bei warmen und trockenen Witterungen besser, erklärt Mordziol-Stelzer. Das sei gut für den Storch, der gerne Mäuse frisst und für den Schwarzspecht, der sich vermehrt von Buchdruckern ernährt.

Amphibien sind im Nachteil

Im Nachteil sind dagegen Amphibien, da sich diese Tiere nur in Gewässern fortpflanzen können. Ein weiterer Verlierer ist die seltene Kreuzotter. „Die Schlangenart weicht auf andere Orte aus, weil es ihnen an den angestammten Plätzen zu warm ist.“

Einige Quellen und Bachläufe sind ausgetrocknet, dennoch ist die Wasserversorgung gesichert.

Tiere in Wohngebieten oder Städten haben es hingegen schwerer. „Der Boden ist aktuell so fest, dass Vögel Probleme haben, Würmer aus dem Boden zu holen“, erläutert Lothar Herzig, Kreisbeauftragter der Vogelschutzwarte. Betroffen sind vor allem Amseln, deren Zahl seit 2018 rückläufig sei. Grund zur Besorgnis herrscht allerdings nicht. „Tiere haben eine ökologische Strategie, um ihre Art auch während einer Trockenperiode zu erhalten“, informiert Herzig. Aus diesem Grund sei die Fortpflanzungsrate so hoch. „Eine Blaumeise legt zwölf Eier. Überleben davon zwei Tiere, reicht das.“

Kleine Wasserschalen aufstellen

Um Vögeln und Insekten bei der Wassersuche zu helfen, empfiehlt der Vogelfachmann, im eigenen Garten kleine Wasserschalen aufzustellen. „Sie sollten an einem ruhigen Ort platziert werden und vor Katzen geschützt sein“, ergänzt Herzig. Das Wasser müsse regelmäßig gewechselt werden, um Krankheitserregern vorzubeugen.

Als eine „sehr gute Initiative“ sieht auch Mordziol-Stelzer solche Wasserspender für Tiere in Wohngebieten. Das Aufstellen von großen Wasserschalen in Wäldern sei aber nicht nötig.

Auf der Suche nach Wasser werden kleine Wildtiere von Gartenteichen angezogen. Diese können aber leicht zur tödlichen Falle werden, wenn der Abstand zwischen Ufer und Wasseroberfläche zu groß ist, schreibt der Naturschutzbund (NABU). Er empfiehlt daher, die Teiche mit Wasser aufzufüllen. Abgeflachte Ufer ermöglichen den Tieren zudem, dass sie wieder an Land klettern können, sollten sie in den Teich fallen.

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