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Problemautobahn A 66: 19 Unfälle zwischen Flieden und Schlüchtern seit August

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Flieden/Schlüchtern - Oft, wenn es in der Vergangenheit regnete, sind auf der A 66 zwischen Flieden und Schlüchtern zahlreiche Unfälle passiert. Am 27. Oktober prallte ein Infiniti in die Leitplanke, der Fahrer verletzte sich schwer. An einem einzigen Wochenende im Oktober waren es sechs Unfälle. Der Streckenabschnitt sorgte mehrfach für Kritik an Hessen Mobil. Daraufhin hatte die Verkehrsbehörde ein Tempolimit verhängt.

Von unserem Redaktionsmitglied Lea Marie Kläsener

19 Unfälle, sieben Verletzte und insgesamt 322.000 Euro Schaden – das ist die Unfallbilanz auf dem Streckenabschnitt der A 66 zwischen Flieden und Schlüchtern der vergangenen drei Monaten. Das erklärt die Polizei auf Nachfrage unserer Zeitung.

Besonders auffällig war ein Wochenende im Oktober, an dem sich allein sechs Unfälle ereigneten, davon einige auf regennasser Straße.

Forderung nach verbesserter Fahrbahngriffigkeit

Ende November 2017 hatte Hessen Mobil nach einer Unfallserie ein Tempolimit bei 120 Kilometer pro Stunde mit dem Zusatz „bei Nässe“ verhängt. Die Verkehrsbehörde war stark kritisiert worden, auch von der Kommunalpolitik. Einige Stimmen forderten eine Verbesserung der Fahrbahngriffigkeit.

Hessen Mobil lehnte das jedoch ab: „Die Griffigkeit war im Toleranzbereich“, so Pressesprecher Joachim Schmidt von Hessen Mobil. Konkret heißt das: Die Fahrbahnqualität wurde bei der letzten Messung 2017 mit der Note 3- bewertet, Handlungsbedarf bestehe erst ab Note 4- oder schlechter.

Streckenabschnitt wird beobachtet

Hessen Mobil sieht außerdem keine Häufung von Unfällen, jedenfalls im Zeitraum von Dezember 2017 bis November 2018, also in der Zeit nach der Aufstellung des Tempolimits. Die Anzahl der Unfälle sei da zurückgegangen, so Hessen Mobil.

Dennoch: „Der Streckenabschnitt wird weiter beobachtet“, berichtet Schmidt. Obwohl die Verkehrsbehörde in den 19 Unfällen keine Häufung sieht: „Nach Auswertung des aktuellen Unfallgeschehens ist zu sagen, dass keine Unfallhäufungsstelle bei Nässe auf dem geschwindigkeitsbeschränkten Streckenabschnitt vorliegt.“ Und den Grund für die Unfälle sieht die Verkehrsbehörde darin, dass sie „bei Nässe mit nicht angepasster Geschwindigkeit“ stattfanden.

Keine baulichen Maßnahmen

Die Verkehrsbehörde kündigt außerdem an, dass eine weitere Griffigkeitsmessung des Streckenabschnitts in beide Fahrtrichtungen durchgeführt werde. „Nach der Auswertung der Messung werden bei Bedarf weitere verkehrsrechtliche und/oder bauliche Maßnahmen zur Kompensierung eines möglichen Griffigkeitsdefizits veranlasst“, sagt Schmidt.

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