Gut besucht war die Bürgerversammlung in der Rhönhalle. / Foto: Rainer Ickler

Probleme der Tanner Innenstadt: Leerstand und Sanierungsstau

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Tann - Leerstände und Häuser mit Sanierungsbedarf kennzeichnen die Tanner Innenstadt. Das soll sich ändern. Deshalb ist ein Masterplan „Zukunft Wohnen & Arbeiten in Tann“ erarbeitet worden. Er wurde in einer gut besuchten Bürgerversamlung vorgestellt.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Stadtverordnetenvorsteher Peter Neubert (SPD) sagte, „wir wollen mit diesem Plan die Zukunft gestalten“. Bürgermeister Mario Dänner (parteilos) sprach von „einem langwierigen, aber lohnenden Prozess.“ Der Masterplan sei die Grundlage für Fördermittel, um Projekte umzusetzen.

Nicht nur Fachleute hätten sich mit dem Thema befasst, sondern an Runden Tischen hätten der Verein Tann Aktiv und viele Bürger ihre Meinung eingebracht, sagte er zu den rund 100 Bürgern in der Rhönhalle.

Kernbereich bereitet Sorge

Alexander Sust vom Planungsbüro Sust, Winter, Teichmann erklärte, bevor gestaltet werden könne, müsste eine Bestandsaufnahme erfolgen. Und dabei kam heraus, dass der Kernbereich Sorgen bereitet. Viele Gebäude stehen leer und haben Sanierungsbedarf.

Es gehe unter anderem um neue Nutzungen, erklärte seine Kollegin Yvonne Winter. Das können Projekte für die Jugend, für den Tourismus, neue Formen des Wohnens, ein Haus für die Tanner Handwerker oder die Entwicklung von Freiräumen sein. Sie nahm einzelne Bereiche der Innenstadt unter die Lupe. Besonderer Handlungsbedarf bestehte bei der Rhönhalle und ihrer Umgebung. Das Gebäude selbst, aber auch die Freiflächen müssen erneuert werden.

Weiterentwicklung des Naturmuseums

Im Bereich Hinter der Mauer und im Jung‘schen Haus, der Begegnungsstätte Café und Kultur, können sich die Planer eine inklusive Sozialentwicklung vorstellen. Dieses Thema griff Stefan Burkard, Geschäftsführer der Tanner Diakonie auf. Die Begegnungsstätte ist in die Jahre gekommen“, konstatierte er. Deshalb sei eine Neustrukturierung angedacht. „Der Investitionsbedarf ist hoch, Fördertöpfe müssen gefunden werden“, sagte er und fügte hinzu: „Wir wollen keinen Alleingang machen und die Bevölkerung einbinden.“

Auch das Naturmuseum soll weiterentwickelt werden. Winter sprach von einer Neukonzeption der Naturkundeabteilung, eventuell könnte der Sternenpark thematisch integriert werden. Ein Stockwerk im Naturmuseum stehe noch zur Verfügung, sagte Sust. Und auch im Museumsdorf gebe es Handlungsbedarf.

Qualität im Mittelpunkt

Im Bereich des historischen Marktplatzes sollte Wert auf Qualität gelegt werden. Das gelte für die Freiraumplanung, aber auch hinsichtlich der Dienstleistungsangebote in der Gastronomie und des Einzelhandels.

In anderen Bereichen der Innenstadt sollte versucht werden, die Läden weiter zu nutzen, um weiteren Leerstand zu vermeiden. Die Planer bringen die Idee eines Ausbildungszentrums mit einem privaten Investor ins Spiel.

Bemühungen für Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm

Eine Belebung sei nur möglich, wenn die Bürger mitziehen. „Wir brauchen Menschen, die Mut haben, etwas auszuprobieren und Förderprogramme nutzen“, erklärte Sust. Die gebe es. Er zählte das EU-Leader-Programm und Gründerzuschüsse auf. Zudem möchte sich die Stadt Tann darum bemühen, ins Dorferneuerungsprogramm des Landes, IKEK, aufgenommen zu werden, sagte Bürgermeister Dänner. Derzeit arbeite man an der Bewerbung. Dadurch ergäben sich Fördermöglichkeiten für die Stadt und private Investoren.

Rainer Hartmann, Vorsitzender von Tann aktiv, hofft, dass sich auch künftig möglichst viele Bürger bei den regelmäßigen Runden Tischen einbringen. „Helfen sie mit“, lautet seine Bitte.

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