Archivfoto: Helmut Abel

Prozess um Zugunglück in Neuhof beginnt – 30 Verhandlungstage angesetzt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Neuhof/Fulda - Mehr als neun Jahre nach dem tödlichen Bahnunglück von Neuhof beginnt am Dienstag, 6. August, der Strafprozess vor dem Landgericht Fulda. Die 16-jährige Schülerin Sophia war am 4. Februar 2010 auf einem eisglatten Bahnsteig ausgerutscht und vor einen einfahrenden Zug geraten, der sie erfasste und tötete.

Vier Verantwortliche der Bahn stehen wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen vor Gericht: der Fahrdienstleiter am Bahnhof Neuhof, der Winterdienstkoordinator, der Leiter des Bahnhofsmanagements Kassel, dem die Verkehrssicherungspflicht in Neuhof oblag, und der Geschäftsführer einer Gebäude-Management-Firma, die für den Winterdienst zuständig war.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Bahnsteig zum Unfallzeitpunkt nicht ordnungsgemäß geräumt war. Deshalb, so die Anklagebehörde, befanden sich viele am Bahnsteig wartende Schüler zu nah an der Bahnsteigkante. Zusätzlich zu dem mangelhaften Räumzustand befanden sich laut Staatsanwaltschaft erhebliche Eisbildungen auf dem Bahnsteig, die durch einen ordentlichen Winterdienst hätten verhindert werden können.

Es steht ein langes Verfahren bevor, denn bis Januar 2020 sind weitere 30 Verhandlungstage angesetzt. / vn

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