Bedroht von der Trockenheit: die Buchenstrauchquelle bei Ehrenberg.
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Bedroht von der Trockenheit: die Buchenstrauchquelle bei Ehrenberg.

Rhön-Quellschnecke bedroht

Quellen in der Rhön fallen trocken – Forscher warnen vor Wasserknappheit und Artensterben

Insgesamt 211 Quellen hat der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen im Jahr 2020 in der Rhön untersucht. Ein Ergebnis: Die Forscher warnen vor zunehmender Wasserknappheit.

Fulda/Hilders - Das teilte das Unesco-Biosphärenreservat Rhön mit. Der Untersuchungsbericht war jetzt offiziell an die drei Verwaltungsstellen des Unesco-Biosphärenreservats Rhön übergeben worden. „Aufgrund der starken Trockenheit der letzten Jahre, sind viele der Quellen bereits im zeitigen Frühjahr trockengefallen“, erklärt Stefan Zaenker, Vorsitzender des Landesverbandes und Mitarbeiter der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel.

Der Quellenexperte warnt vor einem negativen Trend, der sich bei der diesjährigen Quellenkartierung stark bemerkbar gemacht hat: „Besorgniserregend ist vor allem das frühe Austrocknen größerer Quellbäche in der Rhön. Sollte sich das in den nächsten Jahren fortsetzen, dürfte eine große Anzahl der Quell-und Quellbacharten davon bedroht sein.“ (Lesen Sie hier: Ein Film gibt Einblicke über die Arbeit der Hessischen Ranger im Biospährenreservat Rhön)

Quellen in der Rhön fallen trocken – Forscher warnen vor einem Artensterben

„Die Auswirkungen des inzwischen deutlich spürbaren Klimawandels dürften vor allem die auf kalte Quellgewässer angewiesenen Arten treffen“, heißt es in der Pressemitteilung des Biosphärenreservats. „Dazu zählen beispielsweise die endemisch nur in der Rhön und im Vogelsberg vorkommende Rhön-Quellschnecke und der als Eiszeitrelikt geltende Alpenstrudelwurm. Diese haben kaum die Möglichkeit, sich an die schnell ändernden Klimaverhältnisse anzupassen.“

Kommt endemisch nur in der Rhön und im Vogelsberg vor: die Rhön-Quellschnecke. Hier ein Jung-und Alttier.

Neben der Messung der Wassertemperatur, des pH-Wertes und der elektrischen Leitfähigkeit hatte der Schwerpunkt der Quellen-Untersuchung auf der zoologischen Untersuchung der Standorte gelegen. „So konnten bisher in den 3662 untersuchten Quellen insgesamt 2365 Tierarten nachgewiesen werden. Dies spricht für ein relativ ungestörtes Ökosystem in vielen Rhönquellen und dürfte im Vergleich zu anderen Mittelgebirgsregionen wohl einmalig sein“, heißt es.

Viele der untersuchten Quellen seien zusätzlich durch landwirtschaftliche Nutzung, aber auch durch forstwirtschaftliche Arbeiten im Umfeld der Quellgebiete und durch Quellfassungen gefährdet. Um diesen negativen Einflüssen zu begegnen, will das Biosphärenreservat nach eigenen Angaben in Kürze ein Klima-Monitoring starten, bei dem neun ausgewählte Quellen als Dauerbeobachtungsstellen eingerichtet werden.

Landesverband stellt Vorschläge zur Verbesserung der Quellenstandorte vor

Seit 1996 untersucht der Landesverband für Höhlen-und Karstforschung Hessen im Unesco-Biosphärenreservat Rhön (Lesen Sie hier: Die Anfänge des Biosphärenreservats Rhön) die Quellbereiche und erstellt seit 2004 jährliche Untersuchungsberichte, in denen der Zustand der untersuchten Quellen dargestellt wird. Diese Berichte enthalten regelmäßig Vorschläge zur Verbesserung der Quellstandorte und werden auch den zuständigen Naturschutz-und Forstbehörden zur Verfügung gestellt.

Erstmals wurde im Jahr 2020 eine länderübergreifende Quellenkartierung durchgeführt, die die Gebiete der Bremer Hut und des Mannsbergs bei Geisa (Thüringen), die Melpertser Hute, das Gebiet um den Tannenhof und den Buchenstrauch in der Gemeinde Ehrenberg (Hessen) und das Aschachtal bei Burkardroth (Bayern) umfasste. Der diesjährige Untersuchungsbericht und die Berichte der vergangenen Jahre können auf der Website Quellen der Rhön heruntergeladen werden. (sar)

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