Wie viele alte und wie viele junge Menschen in unserer Region leben – das zeigt unser Überblick. / Foto: FZ-Archiv

Die Region im Überblick: Wo leben die Jungen, wo die Alten?

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Region - Der immense Datenschatz des Statistischen Landesamtes beinhaltet ausführliche Informationen zur Bevölkerungsstruktur in den einzelnen Kommunen. Wo leben die meisten Frauen, Kinder, Ausländer und Senioren? Ein Überblick.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Krenzer

Nicht überall setzt sich die Bevölkerung gleich zusammen – das gilt auch für unsere Region. So ist in Fulda als Oberzentrum das Durchschnittsalter am niedrigsten – schließlich gibt es hier für junge Leute das größte Ausbildungs- und Arbeitsangebot. An der besseren Infrastruktur und den größeren Chancen, Fuß zu fassen, liegt es zugleich, dass in Fulda der Ausländeranteil der höchste ist.

Bad Salzschlirf hat zweitgrößten Ausländeranteil, die ältesten Einwohner und meisten Frauen

Den zweithöchsten Ausländeranteil gibt es indes in Bad Salzschlirf, das nicht im Ruf ausufernder Urbanität steht. Allerdings sind die Einwohner in der Kurgemeinde im Vergleich die ältesten, zudem ist hier der Frauenanteil der höchste der Region.

Das Stichwort „Kurgemeinde“ bringt uns hier der Erklärung näher. In Bad Salzschlirf gibt es gleich mehrere große Pflegeeinrichtungen, in denen die Bewohner überdurchschnittlich alt sind. Zudem herrscht gerade in der Pflege ein großer Fachkräftemangel, sodass viele Arbeitnehmer aus dem Ausland eine Beschäftigung finden – vorwiegend Frauen. Außerdem haben die weiblichen Bewohner der Pflegeeinrichtungen eine höhere Lebenserwartung – es gibt also mehr von ihnen.

Neubaugebiete oft ausschlaggebend

Kommunen, die im Vergleich zu anderen einen hohen Anteil Erwachsener mittleren Alters und Kindern eine Heimat bieten, haben häufig vor nicht allzu langer Zeit größere Neubaugebiete erschlossen. Dipperz ist dafür ein gutes Beispiel, hier ist der Anteil der Kinder unter sechs Jahren mit Abstand der höchste. Die These wiederum, dass Poppenhausens Spitzenplatz beim Anteil der Minderjährigen etwas mit dem Namen der Gemeinde zu tun hat, ist eine steile.

Was beim Blick auf die Ranglisten schnell auffällt: Ländlich gelegene Kommunen – wie vor allem im Vogelsberg, aber auch in der tiefen Rhön und im Bergwinkel – haben eher mit einer Verschiebung der Bevölkerungsstruktur hin zu Senioren zu tun als diejenigen in städtischen Regionen.

Demografischer Wandel trifft Vogelsberg

Das war aber nicht schon immer so, wie ein Blick auf die Strukturen des Vogelsbergkreises (in seiner heutigen Ausdehnung) und des Landkreises Fulda 2019 und 1971 zeigt. Waren die Verhältnisse 1971 noch in beiden Gebieten ähnlich, so unterscheiden sie sich heute doch mitunter deutlich voneinander. Zwar ist die Bevölkerung in beiden Kreisen gealtert, doch der Anteil der Senioren ist im Vogelsbergkreis heute um einiges höher, der Anteil der Kinder geringer. Der demografische Wandel trifft die Kommunen des Vogelsbergs also in besonderem Maße – was sich zudem anhand sinkender Einwohnerzahlen bemerkbar macht.

Im Schnitt 1,6 Kinder

Die Kinderzahl pro Frau ist in den vergangenen Jahren zwar leicht gestiegen. In Hessen liegt sie mit etwa 1,6 allerdings nach wie vor deutlich unter den benötigten rund 2,1 Kindern, um den Bevölkerungsstand ohne Zuwanderung zu halten.

Anteil der Senioren massiv steigend

Der demografische Wandel wird in den nächsten Jahrzehnten massiv spürbar werden. Das zeigt der Blick auf die Altersverteilung in Hessen aktuell sowie prognostisch für das Jahr 2060. Der Anteil der Senioren und das Durchschnittsalter werden massiv zunehmen, die Einwohnerzahlen insgesamt tendenziell abnehmen.

Nicht überall, aber nahezu sicher dort, wo diese Entwicklung heute schon erkennbar ist. Die Herausforderungen – vor allem für den ländlichen Raum – in Sachen Mobilität, Infrastruktur und medizinischer Versorgung werden ungleich größer. Was hilft da? Ganz einfach: Mehr Poppenhausens braucht das Land.

Das könnte Sie auch interessieren