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Völlig verdrecktes Geländer: Stadt bekommt Taubenproblem nicht in den Griff

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Von: Jasmin Herzberg

Geländer der Treppe, die vom Bahnhofsvorplatz in Fulda zu den Haltestellen des ZOBs führt
Aufgrund dieses Anblickes fassen viele das Geländer der Treppe, die vom Bahnhofsvorplatz in Fulda zu den Haltestellen des ZOBs führt, nicht mehr an. © Jasmin Herzberg

Treppengeländer sollen Sicherheit bieten. Diese fällt jedoch weg, wenn der Handlauf so stark verschmutzt ist, dass man ihn lieber gar nicht erst anfassen mag – wie es beim Geländer am Fuldaer ZOB der Fall ist.

Fulda - Wer am ZOB in Fulda ankommt und auf den Bahnhofsvorplatz – oder umgekehrt – will, der nimmt in den meisten Fällen die Treppe. Deren Geländer bietet beim Hinab- oder Hinaufsteigen der Stufen Halt. Auch für Personen, die vielleicht nicht mehr gut zu Fuß sind, ist das Geländer eine große Hilfe. Zumindest sollte das so sein. Denn im Falle der Treppenanlage am Fuldaer ZOB sorgt das Geländer statt für Sicherheit nur für Ekel.

Fulda: Stadt bekommt Taubenproblem nicht in den Griff

So auch für einen unserer Leser, der sich kürzlich bei uns gemeldet hat. Er ist beim Gehen auf eine zusätzliche Stütze angewiesen, um nicht zu stürzen. Aus diesem Grund komme er nicht drumherum, wenn er nach Fulda kommt und die Treppe nutzen will, sich am Geländer festzuhalten. Wenn er könnte, würde er es jedoch lieber lassen. Denn der bloße Anblick des Treppenlaufs ist ekelerregend. Besonders am oberen Ende ist es sehr stark mit Taubenkot übersät. Und auch die Stufen werden im Bereich des Geländers nicht von den Tieren verschont.

Stäbe gegen Tauben
Trotz der Bemühungen der Stadt, zum Beispiel durch solche Stäbe, finden die Tauben noch immer einen Platz zum Niederlassen. © Jasmin Herzberg

Die Übeltäter, die für den ganzen Dreck verantwortlich sind, sitzen über der Treppe in den Doppel-T-Trägern. Aufgrund eines Hohlraums in den Trägern finden die Tauben trotz der auf der Stützkonstruktion angebrachten Abwehrspitzen einen Platz, um sich niederzulassen und die darunter liegende Treppe weiter munter zu verdrecken. (Lesen Sie hier: Nach Jahren: Umstrittenes Taubenhaus in Fulda wird endlich bewohnt)

Auf Nachfrage unserer Zeitung bei der Stadt kam die Antwort, dass das „leidige Thema“ auch in der Verwaltung bereits bekannt ist. Schon seit längerem seien die Intervalle, in denen die Treppe samt Geländer vom Stadtservice gereinigt werde, verkürzt worden. „Die Mitarbeiter des Stadtservice reinigen hier an sieben Tagen in der Woche, inklusive der Papierkorbentleerung“, teilt die Pressestelle der Stadt Fulda mit. Zusätzlich werde die oft bemängelte Treppenanlage seit Mitte 2021 monatlich durch eine externe Reinigungsfirma grundgereinigt.

Video: Stadttauben: Keine Schmutzfinken

Mit einem Blick auf das Geländer wird jedoch deutlich, dass es immer noch nicht oft genug sauber gemacht wird. Wer kann, der vermeidet es aufs Äußerste, den Handlauf an- und damit in den Taubenkot zu fassen.

Da der Stadt das Problem schon seit längerer Zeit bekannt ist, sei in den vergangenen Jahren versucht worden, den Tauben an sich Einhalt zu gebieten. Etwa durch das Spannen von Netzen unter der Tragkonstruktion oder das Anbringen von Abwehrspitzen sollte den Tieren der Zugang zu den Sitz- und Nistplätzen verwehrt werden. Leider haben diese Versuche „nicht zum gewünschten Erfolg geführt“, wie es seitens der Pressestelle heißt. Von den „Abwehrmechanismen“ sind aktuell nur noch die Spitzen zu sehen.

Als grundsätzliches Problem, warum überhaupt so viele Tauben auf dem Gelände rund um den Bahnhof sind, nennt die Pressestelle der Stadt das „große Nahrungsangebot, das die Tiere am ZOB vorfinden und das sie immer wieder anzieht.“

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