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Renovierungskosten für die Kirche St. Georg betragen zwei Millionen Euro

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Großenlüder - Von Nässe geschwärzte Wände und Holzteile, die vom gescheckten Nagekäfer befallen sind – die Pfarrkirche St. Georg in Großenlüder muss rund 40 Jahre nach der letzten Renovierung erneuert werden. Die Sanierungsmaßnahmen kosten 2 046 000 Euro und beginnen voraussichtlich im September.

Von unserem Redaktionsmitglied Alina Hoßfeld

„Nach einem Gottesdienst kam ein guter Freund zu mir und sagte, dass während des Gottesdienstes ein Stück Putz von der Decke heruntergefallen war. Das war nur ein kleines Stück, aber danach hat sich der Verwaltungsrat entschlossen, sich mit dem Generalvikariat in Verbindung zu setzen“, erzählt Manfred Müller, der im Verwaltungsrat der Kirche und im Bauausschuss der Kirchengemeinde tätig ist. Danach wurden mit einem Hubsteiger die Decken betrachtet und abgeklopft: „Wir mussten herausfinden, ob die Kirche überhaupt noch nutzbar ist. Danach befanden wird es für nötig, allem auf den Grund zu gehen und die Kirche zu sanieren“, so Müller.

Keine Beschädigung am Dachstuhl

Dazu habe der Verwaltungsrat ein Architektenbüro und einen Restaurator beauftragt. Am Dachstuhl wurden keine Beschädigungen festgestellt, die Holzteile waren jedoch vom gescheckten Nagekäfer befallen. Bei der Sanierung im September müsse ein Gerüst im Innenbereich aufgebaut, der Putz der Vouten abgetragen und schließlich geschaut werden, wie weit der Käfer das Holz befallen habe.

Käfer durch Feuchtigkeit ins Holz gekommen

„Da kann viel auf uns zukommen, was wir noch gar nicht sehen“, sagt Müller. Der Käfer sei durch Feuchtigkeit ins Holz gekommen. „Zwischen der Decke und den Vouten ist ein Hohlraum, und als die Kirche gebaut wurde, wurde dort Füllmaterial verbaut. Dadurch konnte keine Luft an das Holz kommen und die Feuchtigkeit, die unter anderem durch einen Dachschaden entstanden ist, konnte nicht trocknen“, erklärt er. Das Dach sei in Ordnung, aber die Feuchtigkeit noch da.

„Beim Bau wurde überall gespart“

Doch dies sind nicht die ersten Schäden an der im Jahr 1734 gebauten Kirche: „Beim Bau wurde überall gespart. Nach 50 Jahren gab es schon die ersten Schäden an der Decke, denn die hatte sich um 30 Zentimeter gesetzt und drohte einzustürzen. Deswegen wurde die Decke am Dachstuhl mit Holzbalken befestigt. Dort wo diese Balken das Dach berühren, muss jetzt geschaut werden, ob Schäden vorhanden sind.“ Dazu wird innen und außen ein Gerüst aufgestellt und das Dach zwei bis drei Meter aufgedeckt.

Neue Heizung

Auch die Heizung der Kirche soll erneuert werden. Momentan besitzt die Kirche eine Umluftheizung, die zu energieaufwendig sei. Nun sollen gewöhnliche Heizkörper eingebaut werden.

Durch atmungsaktiven Putz erneuert

Zudem muss der Putz in den Nischen durch einen atmungsaktiven Putz erneuert werden, um ein Schwärzen der Wände durch falschen Putz und die Heizluft zu vermeiden.

Renovierungskosten: 2.046.000 Euro

Die Renovierung wird laut Müller 2 046 000 Euro kosten. „Das ist eine hohe Summe, die aber notwendig ist. Die Schäden müssen behoben werden oder die Tür abgeschlossen bleiben“, erklärt Müller. Die Kosten trägt das Generalvikariat, die Denkmalpflege, die Gemeinde und die Kirchengemeinde. Zudem bittet die Kirche um Spenden.

Hoffnung auf Hilfe von den Bürgern

„Wir hoffen, dass wir viel in Eigenleistung machen können und dass die Bürger helfen“, sagt Müller. Unter anderem soll der Putz in den Nischen abgeschlagen, die Fußböden abgedeckt, die Bänke herausgetragen, und Bilder abgehängt werden. „Wir brauchen keine Firmen für diese einfachen Arbeiten. So entstehen unnötige Kosten. Wir sind für jede helfende Hand dankbar“, sagt er.

Geplantes Ende: 2022

Bis zum Sanierungsbeginn im September dieses Jahres soll ein Netz durch die Kirche gespannt werden, um herunterfallenden Putz aufzufangen. Die Sanierung soll bis zu den Feierlichkeiten des Jubiläums der Gemeinde Großenlüder im Jahr 2022 beendet sein. Gottesdienste sollen bis dahin in Absprache mit dem Bürgermeister im Lüderhaus stattfinden. Laut Müller finden die Gottesdienste zudem unter anderem in Bimbach oder Uffhausen statt.

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