Anne Baun (von links), Max von Bredow, Katharina Gutmann und Sabrina Mehler testeten ausgiebig, welcher Zwibbelsploatz am besten schmeckt.
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Anne Baun (von links), Max von Bredow, Katharina Gutmann und Sabrina Mehler testeten ausgiebig, welcher Zwibbelsploatz am besten schmeckt.

Landfrauen aus Heubach gewinnen

Das beste Zwiebelkuchen-Rezept: So köstlich schmeckt der Herbst

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Zwibbelsploatz gehört seit Jahrzehnten, womöglich Jahrhunderten zu den kulinarischen Errungenschaften der Rhön und Osthessens. Unsere Zeitung hatte zum Wettbewerb aufgerufen, nun stellte sich die vierköpfige Jury einer schwierigen Aufgabe und futterte dabei mehrere Backbleche leer. Ihr Urteil: Die Landfrauen aus Heubach backen den besten Ploatz.

Kreis Fulda - Einen solchen Wettbewerb hat Osthessen noch nicht gesehen: In den vergangenen Wochen wurde in den osthessischen Küchen schwer getüftelt und experimentiert, beratschlagt und debattiert, haufenweise Tränen beim Zwiebelschnippeln vergossen und jede Menge Fett verbraten. Zahlreiche Bewerbungen waren bei uns eingegangen, nachdem wir gefragt hatten, wer den besten Zwibbelsploatz backt. Sechs Kandidaten durften uns schließlich zeigen, über welche Künste sie am Backblech verfügen.

Das ist das beste „Zwibbelsploatz“-Rezept: Drei Experten und eine Hobby-Esserin haben entschieden

Eine vierköpfige Jury drei echte Experten und eine Hobby-Esserin – hatten ein zwiebeliges Vergnügen. Ganze Backbleche hatten die Kandidaten zur Jurysitzung angeliefert, und die Juroren staunten nicht schlecht ob der Vielfalt, die ihnen da präsentiert wurde. Jeder Zwibbelsploatz schmeckte anders, jeder sah anders aus, jeder hatte ein besonderes Highlight.

Alles war dabei: vom ganz flachen bis zum dicken Boden, von der sehr schmandhaltigen bis zur puristischen Zwiebelmasse. Die eine hatte eine Messerspitze Kurkuma dazugegeben, der andere Speckwürfel angebraten und mit Semmelbröseln umhüllt. Die eine gab noch Fetakäse dazu, der andere ordentlich Schweinefett. Der eine Zwiebelkuchen schmeckte schön süß, der andere kräftig kümmelig.

„The Taste“-Kandidat, Ökotrophologin von Tegut und FZ-Redakteurinnen bewerten „Zwibbelsploatz“

Max von Bredow, im vergangenen Jahr Kandidat bei der Sat.1-Kochshow „The Taste“, die Ökotrophologin Katharina Gutmann von der Tegut-Kochwerkstatt, FZ-Redakteurin und Kochbuch-Autorin Anne Baun sowie Redakteurin Sabrina Mehler nahmen die Stücke genau unter die Lupe: Welcher Zwibbelsploatz schmeckt am besten, welcher sieht am besten aus?

Welcher hat das beste Verhältnis zwischen Boden und Belag? Schmeckt er am besten mit Schmand oder Crème fraîche? Und ist es überhaupt erlaubt, ein solch traditionelles, über viele Generationen von Mutter zu Tochter zu Enkelsohn weitergegebenes Rezept zu verändern und aufzupeppen?

Das beste „Zwibbelsploatz“-Rezept kommt von den Heubacher Landfrauen - Das schmeckt nach Herbst

Auch wenn die Juroren lebhaft debattierten und sich immer wieder weitere Stücke auf den Teller schaufelten, fiel die Entscheidung letztlich recht eindeutig aus: Für drei der vier Juroren war der Zwibbelsploatz der Landfrauen aus Heubach die Nummer 1. Diese hatten sich tiefgehende Gedanken gemacht und waren wagemutig: Zur Zwiebelmasse hatten sie Kürbisstücke, Fetakäse und Hummus dazugegeben.

Der Heubacher Gewinner-Ploatz.

Ihren Zwiebelkuchen tauften sie passenderweise auf den Namen „Herbstploatz“. Doch nicht nur die Kreativität fand die Jury hier klasse: Auch das Verhältnis von Boden und Belag sei sehr harmonisch und der Brotteig saftig. Dabei seien der Feta und der Kürbis nicht so dominierend, dass sie den klassischen Geschmack des Zwibbelsploatzes überdecken würden, urteilten Gutmann und von Bredow.

Video: Der Alleskönner Kürbis

Serie

Unter dem Motto „Schlemmen in der Heimat“ suchte unsere Zeitung das beste Zwibbelsploatz-Rezept. Sechs Wochen lang wurde ein Rezept – inklusive der Teilnehmer – vorgestellt.
Im ersten Teil hat Winfried Storch sein Zwibbelsploatz-Rezept vorgestellt, das von seiner Mutter stammt. Das Rezept von Gertrud Bauer ist bereits über 100 Jahre alt. Die Hünfelder Landfrauen backen den Zwibbelsploatz mit Leidenschaft und Zwiebelbrille. Stefanie Grosch hingegen backt ihn gerne mit ihrer Tochter Nele.

Die Heubacher Landfrauen dürfen sich über einen Einkaufsgutschein in Höhe von 300 Euro freuen, den Tegut zur Verfügung stellt. Sowohl „The Taste“-Kandidat Max von Bredow als auch Katharina Gutmann lobten den Zwibbelsploatz-Wettbewerb unserer Zeitung: „Ich finde es immer schön, wenn es um Regionalität und Tradition geht“, sagte von Bredow.

Gutmann ergänzte: „Wir bemerken auch zurzeit in unseren Lebensmittelmärkten wieder, dass vor allem regionale und saisonale Produkte sehr gefragt werden.“ Und beide finden, dass jetzt genau die richtige Zeit sei – im Herbst und im Lockdown light –, um sich über solche alten Rezepte auszutauschen. Und um einfach mal ein schönes Stück Ploatz zu genießen.

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