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„Die Aussagen sind grundfalsch“: Tanner FDP distanziert sich von Behinderten-Flugblatt

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Von: Hartmut Zimmermann

Für die FDP distanzieren sich Kreisvorsitzender Mario Klotzsche (kleines Bild rechts) sowie Stadtverbandsvorsitzender Jörg Witzel (kleines Bild links) von dem Behinderte abwertenden Flugblatt, das in Tann verteilt worden war.
Für die FDP distanzieren sich Kreisvorsitzender Mario Klotzsche (kleines Bild rechts) sowie Stadtverbandsvorsitzender Jörg Witzel (kleines Bild links) von dem Behinderte abwertenden Flugblatt, das in Tann verteilt worden war. © Jessica Vey; FDP (Collage: Fuldaer Zeitung)

Die Führung der FDP im Landkreis und in der Stadt Tann distanziert sich von dem Behinderte abwertenden Flugblatt, das - von drei FDP-Mandatsträgern unterzeichnet - in Tann verteilt worden war. Die Aussagen seien „grundfalsch“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Tann - FDP-Kreisvorsitzender Mario Klotzsche und der Tanner Stadtverbandsvorsitzende Jörg Witzel melden sich in der Stellungnahme zu Wort, um auf den zuerst in unserer Zeitung veröffentlichten Vorgang zur Flublatt-Aktion zu reagieren. Das Papier war als „persönliche Stellungnahme“ von Andrea Willing sowie Klaus Dänner und Brunhilde Fischer unterzeichnet worden. Willing führt die FDP-Stadtverordnetenfraktion, Dänner und Fischer sitzen für die FDP im Magistrat der Stadt.

Rhön: Kontroverses Behinderten-Flublatt in Tann - FDP nimmt Stellung

„Wir haben im Kreisvorstand über diese Flugblatt-Aktion von drei kommunalen Mandatsträgern aus Tann beraten. Die darin gemachten Aussagen sind in der Sache und in der Form grundfalsch“, unterstreicht Klotzsche.

„Für uns Freie Demokraten steht außer Frage, dass behinderte Menschen gleichberechtigter und gleichwertiger Teil unserer Gesellschaft sind. Viele unserer Mitglieder sind ehrenamtlich in sozialen und karitativen Einrichtungen engagiert. Wir unterstützen die Diakonie Tann in ihren Bestrebungen, gute Lebensbedingungen für Menschen mit seelischen und geistigen Beeinträchtigungen zu schaffen“, hebt Klotzsche hervor. Von dem Engagement der Diakonie in Tann profitiere zudem auch die Stadt, denn damit seien nicht zuletzt auch Arbeitsplätze und Einnahmen verbunden.

Jörg Witzel: Verhalten des Verfassers ist eine große Enttäuschung

„Für mich persönlich ist das Verhalten der Verfasser des Flugblattes deshalb eine große Enttäuschung“, beklagt Jörg Witzel. Der Stadtverbandsvorsitzende ist zugleich auch Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. „Als Kommunalpolitiker haben wir eine besondere Verantwortung dafür, dass das Zusammenleben der Menschen vor Ort gut gelingt. Wenn es Probleme oder offene Fragen gibt, muss man diese sachlich besprechen. Das Verteilen von Flugblättern ist mit Sicherheit der falsche Weg“, schreibt Witzel.

Wie Klotzsche betont er, die in dem Flugblatt aufgestellten Behauptungen seien falsch. Er selbst lebe mit körperlichen Beeinträchtigungen und wisse um die damit verbundenen Schwierigkeiten.

„Die Mitglieder unserer Fraktion, auch ich persönlich, engagieren sich seit vielen Jahren für soziale Zwecke. Im Rahmen der von mir gegründeten ,Rhöner-Nachbarschaftshilfe’ haben wir beispielsweise Flüchtlinge aus der Ukraine versorgen und unterbringen können, auch mit Unterstützung der Diakonie Tann“, unterstreicht er.

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