Ein Biodiversitätsprojekt soll bald in der Rhön starten. Ziel ist es, die Artenvielfalt der Region, etwa mit Blühwiesen, zu erhalten.
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Ein Biodiversitätsprojekt soll bald in der Rhön starten. Ziel ist es, die Artenvielfalt der Region, etwa mit Blühwiesen, zu erhalten (Archivfoto).

Von Wollpellets bis Heumilch

Biodiversitätsprojekt im Landkreis kann starten - Verein Natur- und Lebensraum Rhön zieht Bilanz

Auch die Arbeit des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) wurde durch Corona eingeschränkt. Trotzdem konnte im abgelaufenen Jahr viel erreicht werden, bilanziert Vorsitzender Dr. Hubert Beier.

Rhön - Ein Erfolg war die Förderung zahlreicher Projekte durch die Regionalförderung und durch EU-Leader-Mittel. Trotz Corona-Pandemie verzeichnete die Regionalmanagerin des VNLR, Ute Raband, eine große Nachfrage. Mehr als 50 Förderprojekte wurden beraten. Zehn konnten mit einer Gesamtfördersumme von über einer Million Euro einer Bewilligung zugeführt werden. „Ende des Jahres 2020 wurden beim Verein knapp 2,8 Millionen Leader-Mittel gebunden. Hessenweit belegt die Rhön damit Platz zwei“, freut sich Geschäftsführer Martin Kremer.

Daneben gehörte die Umsetzung des Regionalbudgets zu den Herausforderungen des Jahres 2020. Rund 170.000 Euro Fördermittel konnte der VNLR im vergangenen Jahr an Vereine und Kommunen weitergeben. Profitiert haben 27 kleinere Projekte, die jeweils mit einer Förderung von 80 Prozent unterstützt wurden. „Was das Regionalbudget ausmacht, sind ein vergleichsweise geringer bürokratischer Aufwand und die Stärkung heimischer Vereine sowie der sozialen Infrastruktur in den Kommunen“, erklärt Vorsitzender Beier. (Lesen Sie hier: Rhöner Rotmilanprojekt - Verantwortliche ziehen Bilanz)

Biodiversitätsprojekt im Landkreis kann starten - VNLR zieht Bilanz

Gefördert wurden technische Ausstattungen für Sportvereine, Kinderspielplätze, Kücheneinrichtungen für DGHs, ein Bauwagen für einen Waldkindergarten, aber auch die technische Aufwertung eines dörflichen Gefrierhauses. Besonders die geförderten Vereine hätten bestätigen, dass sie mit dem Regionalbudget Investitionen tätigen konnten, die sie ohne die Förderung nicht oder erst viel später hätten umsetzen können, fügt er hinzu. Beim VNLR geht man aktuell davon aus, das Bund und Land auch in 2021 ein Regionalbudget zur Verfügung stellen werden.

VNLR

Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) versteht sich als Förder- und Trägerverein des Biosphärenreservates. Seit 1991 ist der VNLR zuständig für die Regionalentwicklung. In den Gremien werden unterschiedlichste Projektideen und Projektanträge beraten, auf ihren Nutzen für die Region geprüft und versucht Fördermittel zu erhalten.

Ein weiterer Meilenstein im abgelaufenen Jahr war die Fertigstellung des Antrags für ein Biodiversitätsprojekt beim Bundesamt für Naturschutz. „Die Landwirtschaftsberaterin Janet Emig hat dieses Projekt über Jahre vorbereitet. Landrat Bernd Woide (CDU) hat nun zugestimmt, dass der Landkreis als Antragsteller des 3,1-Millionen-Euro-Projekts fungiert und der VNLR mit der Umsetzung betraut wird“, erklärt Kremer. Mit dem Projekt soll insbesondere der Insektenschutz gefördert werden. Schwerpunkte werden die Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe und der Kommunen sowie Bildungs- und Schulungsangebote für die Bürgerschaft sein.

Exemplarisch verweist der Geschäftsführer des Vereins auf drei weitere Projekte im landwirtschaftlichen Bereich, die sich gut entwickelten. So nimmt das Projekt der Düngepellets aus Schafwolle Fahrt auf. Gemeinsam mit den Schäfern der Region, der Rhön GmbH, dem Biosphärenreservat und einem Hersteller werden aktuell zwei Tonnen Rohwolle zu kleinen Wollpellets zu verarbeiten, die sowohl im Garten wie auch bei den Topfpflanzen auf der Fensterbank als Dünger zum Einsatz kommen können. Da Schafwolle inzwischen quasi wertlos sei, als Schlachtabfall gelte und kaum noch sinnvolle Verwendungen für Schafwolle bestehen, sei die Verwendung als Dünger eine Option, um Schäfern noch einen Erlös für die Wolle zu sichern.

Erste Heumilchanlage in Mahlerts

Erfolgreich waren auch die dritten Rhönschaf-Genießerwochen, erklärt Kremer. Schäfer, Gastronomen, Metzger, Rhön GmbH und VNLR arbeiten hier eng zusammen. Die Nachfrage bei den Verbrauchern sei gut gewesen. Schäfer und Gastronomie zeigen sich zufrieden.

Gemeinsam mit der Ökomodellregion Landkreis Fulda wirbt der VNLR seit Jahren für ein Heumilchprojekt. Ziel ist die Trocknung von Gras in einem schnellen, schonenden Verfahren, um insbesondere das für die Milcherzeugung wichtige Eiweiß zu erhalten und ein hochwertiges regionales Futter zu gewinnen. Eine erste Anlage befindet sich in Mahlerts im Aufbau. Da Heumilch stark nachgefragt werde, verspricht man sich beim VNLR wirtschaftliche Chancen für die heimische Landwirtschaft, erklärt Vorsitzender Beier

In der Fertigstellung befindet sich auch eine Neuauflage des „Freizeit- und Erlebnisangebotes“, mit welchem der VNLR für die Natur- und Landschaftsführer, Gästeführer, Sternen- und Moorführer oder auch das Projekt „Bauernhof als Klassenzimmer“ werben möchte. (ic)

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