Der Marktplatz in Tann beim Wirtefest
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Der Marktplatz in Tann beim Wirtefest war gut besucht.

Zwibbelsploatz und Handwerkskunst

Unter Corona-Auflagen: Tanner Wirtefest auch in abgespeckter Form ein Besuchermagnet

Auch wenn aufgrund der Corona-Pandemie das diesjährige Tanner „Rhöner Wirtefest“ in einer abgespeckten Version durchgeführt wurde, war der veranstaltende Gewerbe- und Verkehrsverein Tann mit der Besucherresonanz nicht nur allein wegen des schönen Wetters mehr als zufrieden.

Tann - Eröffnet wurde der dreitägige Festreigen am Freitagabend mit einer Sternenparkführung mit der zertifizierten Sternenparkführerin Bettina Herbst am Dietgeshof. Am Samstagabend sorgte Michael Bleuel als Bauer Franz Habersack bei seinem Auftritt am Säurasen im Museumsdorf vor allem auch wegen seiner Rhöner Mundart für große Lacherfolge. Später ging es dann unter dem Motto „Rock’n Roll am Marktplatz“ mit „The Speedballs“ und der One-Man-Band Otto Adelmann musikalisch noch rund im Stadtzentrum.

Mit einem Open-Air Gottesdienst am Marktplatz mit Pfarrerin Heike Dietrich und Begrüßung der Einheimischen und Gäste durch den Tanner Bürgermeister Mario Dänner (parteiunabhängig) begann der Sonntag. Dänner freute sich, dass nach den Lockdowns wieder, wenn auch im kleineren Rahmen, ein Wirtefest durchgeführt werden könne. Auch in diesem Jahr würde bei den dreitägigen Veranstaltungen die Regionalität im Vordergrund stehen.

Rhön: Corona-Version vom Tanner Wirtefest war ein Besuchermagnet

Allerlei Handwerkskunst gab es dann anschließend auf den Freiflächen rund um die drei Gehöfte im Museumsdorf zu bestaunen. Ob Drechsler, Weber, Rechenmacher, Korbflechter und dergleichen mehr führten altes Handwerk vor. Auch bot das Museumsdorf ein kurzweiliges Angebot für Groß und Klein an. Für die jüngsten Besucher wurden alte Kinderspiele vom AWO-Familienzentrum organisiert. Holzschalen, Körbe, Rechen, Blumenkränze, Holzbrennarbeiten, Aquarelle rhöntypischer Dorfansichten, Dekoartikel und Glückwunschkarten, alles selbst mit Liebe gemacht und dargestellt, konnten von den Handwerksmarktbesuchern käuflich erworben werden.

Beim Herstellen eines Staketenzaunes konnte man den Akteuren über die Schultern blicken.

Während die Großen den traditionellen Zwibbelsploatz noch heiß aus dem Backhaus verzehren konnten, konnten sich die Kleinen die Zeit in Julias Herzwerk vertreiben und später zur Stärkung eine Waffel aus dem Schwenkeisen vom Holzherd genießen. Ein alter Lanz-Traktor sorgte mit seinem „Gebebber“ für einen ungewöhnlichen akustischen Hintergrund. Nicht zuletzt ließen Gänse, Enten, Tauben, Schafe und Schweinchen in den Ställen und auf den Freiflächen Bauernhofstimmung aufkommen. Zudem klärten Mitarbeiter des Biosphärenreservats Rhön über das Life-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ auf.

Wirtefest in abgespeckter Form: Rock’n Roll, Zwibbelsploatz und Handwerkskunst

Unter der Leitidee „Tann stellt sich vor“ zeigten die Tanner Vereine, Gastronomen, Selbstvermarkter und Handwerker, was sie zu bieten haben. Bei den Kochkünstlern gab es kleine Portionen zum Neißeln damit man viele der kulinarischen Köstlichkeiten probieren konnte. Für die musikalische Unterhaltung sorgten das MusikCorps Tann/Rhön und der Musikverein Lahrbach. Die Tanner Geschäfte hatten ebenso geöffnet wie das Naturmuseum, wo man sich vor allem die aktuelle Ausstellung „Verleumdet – misshandelt – verbrannt“ über die Hexenverbrennungen im Landkreis Fulda anschauen konnte.

Auch die Korbmacher zeigten ihre Kunstfertigkeiten.

Am Ende des dreitägigen Wirtfestes freute sich der stellvertretende Vorsitzende des Gewerbe- und Verkehrsverein Tann Thomas Ziegler, dass, trotz der Corona-Auflagen, wieder viele Gäste nach Tann gekommen seien und sprach die Hoffnung aus, dass im kommenden Jahr das Rhöner Wirtefest, zu dem vor allem auch der große Festzug zähle, wieder traditionell gefeiert werden könne. (von Franz-Josef Enders)

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