Ida, Christina und Andreas Huber (von links) haben die beiden Fachwerkhäuser (mit braunen und grünen Balken) saniert und als Anerkennung dafür von Bürgermeister Mario Dänner eine Urkunde erhalten.
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Ida, Christina und Andreas Huber (von links) haben die beiden Fachwerkhäuser (mit braunen und grünen Balken) saniert und als Anerkennung dafür von Bürgermeister Mario Dänner eine Urkunde erhalten.

In Eigenleistung

„Nachahmenswerte Aktion“ - Familie Huber saniert zwei Fachwerkhäuser in Tann

Andreas und Christina Huber haben zwei denkmalgeschützte Fachwerkhäuser in der Tanner Innenstadt in Eigenleistung saniert. Für Bürgermeister Mario Dänner (parteilos) eine nachahmenswerte Aktion, um die Innenstadt aufzuwerten. 

Tann - „Der Magistrat möchte mit dieser Urkunde Dank und die größte Anerkennung ausdrücken“, sagte Dänner. Andreas Huber hat das Fachwerkhaus mitten im Zentrum der historischen Rhönstadt nicht nur zu einer gemütlichen 85 Quadratmeter großen zweigeschossigen Wohnung umgebaut, sondern darüber hinaus die Fachwerkfassade vorbildlich nach den Kriterien des Ensembleschutzes saniert. Das Haus wurde vermutlich in der Zeit zwischen 1750 und 1820 errichtet.

Eigentlich wollte der gebürtige Petersberger Restaurator werden, doch 2001 während seines Praktikums im „Deutschen Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege – Propstei Johannesberg“ in Fulda meldete die Einrichtung Insolvenz an. Auf der Suche nach einem Arbeitsplatz verschlug es den jungen Mann in die Tanner Diakonie, wo er eine Ausbildung zum Erzieher machte und dort bis heute Menschen mit Behinderung betreut. Seinen ursprünglichen Wunschberuf hat Huber zum Hobby gemacht – oder, wie seine Frau Christina sagt – „zur Lebensaufgabe“. (Lesen Sie auch: Elf-Apostel-Haus in Tann wird für 1,7 Millionen Euro saniert)

Rhön: Familie Huber hat denkmalgeschützte Fachwerkhäuser in Tann saniert

Denn nachdem die Sanierung des einen Hauses abgeschlossen ist, hat die Familie das angrenzende, leerstehende Fachwerkhaus gekauft.

Auch die Fassade des Nachbarhauses hat der 42-Jährige fachmännisch mit Lehm, Kalk und Leinölfarben restauriert. Dieses Gebäude stammt aus dem Jahr 1670, worauf eine in einen Balken geschnitzte Zahl hindeutet.

Während er den Fußboden freilegte, stieß Huber auf einen kleinen Schatz: Ein alter Wappenstein, mit dem Wappen einer der Vorfahren der von der Tannschen Familie, hatte herumgedreht als Pflasterstein gedient. Nun ist das Relikt als historische Zierde über einem Rundbogen eingemauert. Dieser Bogen soll als Durchgang zwischen den beiden Häusern ausgebaut werden. Den zugehörigen tonnenförmigen Gewölbekeller nutzt Familie Huber bereits jetzt als Lagerraum für Vorräte. Als Nächstes steht die Sanierung des Dachstuhls an.

Tanns Bürgermeister übergibt Familie Huber Urkunde für Engagement

„Es ist toll, wie viel Leidenschaft und Energie hier eingesetzt werden“, betonte Bürgermeister Dänner bei der Übergabe der Urkunde und verwies auf ein ähnliches Engagement im Gebäude gegenüber: Dieses Haus, in dem sich bis zur Geschäftsaufgabe ein Spielwarenhandel befand, hat die Tannerin Marion Fuß erworben. Seit einigen Wochen betreibt sie dort gemeinsam mit ihren Töchtern Celine Walter und Kim Walter zusätzlich zu einem Friseur- und Kosmetiksalon ein italienisches Café mit Boutique. Im Obergeschoss hat die Geschäftsfrau Ferienwohnungen eingerichtet. (Von Sandra Limpert)

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