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Rhön GmbH will sich nicht an Wahl von schönstem Wanderweg beteiligen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Rhön - Diese Entscheidung sorgt bei vielen Touristikern für Kopfschütteln: Die Rhön GmbH hat sich dazu entschlossen, bei der Wahl von Deutschlands schönstem Wanderweg in diesem Jahr keinen Wanderweg der Region zur Wahl vorzuschlagen.

Von Tobias Farnung

„Wir, die Rhön, machen in diesem Jahr Pause und beteiligen uns nicht am Wettbewerb des Wandermagazins, bei dem ,Deutschlands schönster Wanderweg‘ vom Publikum gewählt wird“, sagt Kathrin Kupka-Hahn, Pressesprecherin der Rhön GmbH.

„Wir waren letztes Jahr mit der Extratour ,Kreuzbergtour‘ beteiligt und haben deren Kandidatur sowohl online als auch analog sehr intensiv unterstützt und begleitet. 2018 war der Milseburgweg am Start und davor der Point-Alpha-Weg“, so Kupka-Hahn weiter.

„Desinteresse an der Vermarktung der Region“

Dass die Rhön in diesem Jahr keinen Vorschlag einreicht, sorgt bei zahlreichen Betrieben, die zu einem großen Teil vom Tourismus abhängig sind, für Kopfschütteln. „Das dokumentiert die fehlende Wertschätzung der Organisation für die Arbeit der Hotels, Restaurants und Pensionen“, ärgert sich Michael Horstmann, Direktor des Hotels Gersfelder Hof in

Gersfeld.

„Ich interpretiere es als Desinteresse an der Vermarktung der Region.“ Solche Prädikate seien eine hervorragende Möglichkeit, Gäste in die Rhön zu locken. „Von allein wird der Tourist nicht kommen, dafür gibt es genug andere Mittelgebirge, die sich um Urlauber bemühen“, sagt Horstmann.

„Diese Entscheidung reiht sich ein“

Ähnlich enttäuscht zeigt sich Andreas Schubert, Inhaber der Hotels Peterchens Mondfahrt, Deutscher Flieger, des Hüttendorfs auf der Wasserkuppe und der Gleitschirm-Flugschule Papillon: „Diese Entscheidung reiht sich in das gewonnene Bild der Arbeit der Rhön GmbH ein“, sagt der Unternehmer.

Schubert bemängelt vor allem, dass die Arbeit nicht im hessischen Teil der Rhön ankommt, sondern sehr fränkischlastig sei. Dass der Fokus der Arbeit nicht wirklich auf dem hessischen Teil der Rhön liegt, findet auch Poppenhausens Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU), der gleichzeitig Sprecher der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Rhön (TAG) ist, in der sich sechs hessische Rhöngemeinden zusammengeschlossen haben.

Werbung durch Wanderer

Er kann ebenfalls nicht nachvollziehen, dass die Rhön sich in diesem Jahr nicht mit einem Wanderweg beworben hat. „Wir sind die Premiumwanderwelt Nummer eins“, sagt er. Da würde die mediale Aufmerksamkeit, die eine solche Auszeichnung mit sich bringt, extrem helfen. „Diese Chance nicht zu ergreifen, halte ich für falsch.“

Auch vor der Gastronomie macht die Kritik nicht Halt: „Der Rhöner Charme hätte es schon gern gesehen, wenn sich die Rhön GmbH um den Titel beworben hätte. Wir sind eine Wanderregion und dies ist immer eine positive Werbung und Anerkennung für unsere schöne bayerische, thüringische und hessische Rhön“, bemängelt Andreas Rau, Vorsitzender der Wirtevereinigung Rhöner Charme.

Nächstes Jahr wieder dabei?

Nicht viel positiver fällt die Reaktion von Stefan Hohmann aus. Der Inhaber des Landhotels Gasthof Hohmann in Hilders findet, dass es eigentlich eine der Kernaufgaben der Rhön GmbH ist, Gäste – unter anderem durch Maßnahmen wie die Wahl des schönsten Wanderwegs – in die Region zu holen.

Einen kleinen Grund zur Hoffnung gibt es aber: „Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder mit einem Rhöner Wanderweg dabei“, stellt Kathrin Kupka-Hahn von der Rhön GmbH in Aussicht.

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