Die Einrichtungen, auf die die Schilder hinweisen, sind schon lange nicht mehr im Groenhoff-Haus.
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Die Einrichtungen, auf die die Schilder hinweisen, sind schon lange nicht mehr im Groenhoff-Haus.

„Eigentlich eine Bankrotterklärung“

Putz bröckelt ab: Sanierung des Groenhoff-Hauses auf der Wasserkuppe bleibt in weiter Ferne

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Eine Sanierung des Groenhoff-Haus-Areals auf der Wasserkuppe bleibt in weiter Ferne. Der Bereich steht seit neun Monaten leer, soll aber wieder als Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates genutzt werden.

Rhön - Noch bis Ende Juni vergangenes Jahr war die hessische Verwaltung des Biosphärenreservates im Groenhoff-Haus, das dem Land Hessen gehört, beheimatet. Doch unsägliche Zustände in den Räumen zwangen die Mitarbeiter zum Umzug nach Hilders.

Seitdem hat sich wenig getan. Das kritisiert die osthessische SPD-Abgeordnete Sabine Waschke in einer Pressemitteilung. Das siebte Jahr in Folge habe sie die Landesregierung über die Zukunft des Groenhoff-Areals befragt. „Die Antwort lautet wie in den Jahren zuvor: Nichts Genaues weiß man nicht.“

Rhön: Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe verfällt - Angst vor Vandalismus

„Mit offenem Mund schaue ich zu, wie die Bundesländer Bayern und Thüringen repräsentative und moderne Büros für das Biosphärenreservat Rhön vorzeigen können, während wir uns immer noch auf der Stelle bewegen. Dabei sollte man meinen, dass ein grün-geführtes Umweltministerium ehrgeiziger an einem solchen Vorzeigeprojekt arbeiten würde. Stattdessen höre ich mir nun seit sieben Jahren Geschichten von möglichen Investoren, Denkmalschutz und ungeklärten Zuständigkeiten an“, sagte Waschke nach der Antwort von Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) im Hessischen Landtag.

Nach Aussagen des Finanzministers habe es immer wieder Vorstöße von privater Seite, bis hin zu einer französischen Hotelgruppe gegeben, die Interesse an dem Areal hatten. Schätzungen zufolge belaufen sich die Investition auf mindestens zehn Millionen Euro.

„Dass der Minister jetzt erklärt, dass dieses Investment nur Sinn mache, wenn man irgendeine Idee habe, wie das Gebäude in Zukunft genutzt werde, ist nach über sieben Jahren eigentlich eine Bankrotterklärung. Bis die Landesregierung endlich eine Idee hat, was man mit dem historischen Bau machen könne, bleibt der hessische Teil die Schmuddelecke des Biosphärenreservats Rhön“, kritisierte Waschke. Sie schlägt vor, dass das Land Hessen die Federführung beim Biosphärenreservat Rhön übernimmt und den Landkreis Fulda entlastet.

Sanierung des Groenhoff-Areals eine „unendliche Geschichte“

Das hessische Finanzministerium erklärt dazu auf Anfrage unserer Zeitung: „Das Land Hessen führt mit dem Landkreis Fulda seit einiger Zeit intensive Gespräche, inwiefern eine denkmalgerechte Sanierung des Groenhoff-Areals realisiert werden kann. Entsprechende Prüfungen, insbesondere wegen des bestehenden Denkmalschutzes, sind jedoch sehr komplex und daher noch nicht abgeschlossen.“

Es sei weiterhin ein gemeinsames Ziel des Landes Hessen und des Landkreises Fulda, die Biosphärenreservats-Verwaltungsstelle in Bürogemeinschaft mit dem Naturpark Rhön und dem Verein Natur und Lebensraum Rhön (VNLR) auch künftig wieder bedarfsgerecht auf dem Groenhoff-Areal unterzubringen. Eine zunächst erforderliche Sanierung würde dabei allein vom Land durchgeführt.

Landrat Bernd Woide (CDU) sagte zu diesem Thema in der Kreistagssitzung Ende Februar: „Das Groenhoff-Areal ist eine unendliche Geschichte. Dass eine Landesimmobilie mit Landesmitteln saniert wird, ist der richtige Ansatz. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könnten wir uns aber auch ein Engagement des Landkreises vorstellen.“

Derweil verfällt der leerstehende 85 Jahre alte Gebäudekomplex an der exponierten Stelle auf der Wasserkuppe immer mehr. Putz bröckelt ab, Risse und Löcher sind in den Wänden sichtbar. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) befürchtet mittlerweile gar Vandalismus, wenn nicht bald etwas passiert.

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