Eine Gruppe wandert mit Alpakas.
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Wandern mit Alpakas ist etwas für fast jede Altersgruppe.

Flauschige Begleiter

Wandern mit Alpakas in der Rhön ist ein besonderes Erlebnis (mit Video)

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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Sie sind flauschig weich, haben große Kulleraugen und eine echt coole Frisur: Alpakas leben in den Anden, doch auch in der Rhön sind die sanftmütigen Tiere zu finden, und zwar in Hofbieber-Wallings. Mit den Alpakas wandern zu gehen, ist eine aufregende und schöne Erfahrung.

  • In Hofbieber-Wallings in der Rhön gibt es eine Alpaka-Farm.
  • Seit 2018 bietet die Familie Rauner das Alpaka-Trekking an.
  • Mit den Alpakas wandern gehen, ist ein besonderes Erlebnis.

Hofbieber - Siegfried Rauner übergibt das Seil. „Das ist Marie“, stellt er Mensch und Tier einander vor. „Streicheln ist erlaubt – aber nur am Hals“, erklärt der Alpaka-Züchter. Das dunkelbraune Fell ist kurz, es muss ein Mal im Jahr geschoren werden. „Sonst halten es die Tiere im Sommer darunter kaum aus“, sagt der 64-Jährige.

Neben Marie begleiten drei weitere Alpaka-Damen die Gruppe. Eine hat ihr Junges dabei. „Caroline ist sechs Wochen alt. Ihr Name sollte wie der ihrer Mutter mit ‚C‘ anfangen. Wir hatten erst an Corona gedacht, haben uns dann aber doch umentschieden“, sagt Rauner und lacht.

Siegfried Rauner (64) aus Hofbieber-Wallings hält eine Herde von neun Alpakas.

Wandern mit Alpakas: Familie Rauner bietet seit 2018 Trekking an

Für Caroline ist es die erste Tour. Sie trägt sogar schon ein Halfter. „Das ziehen wir den Tieren nach der Wanderung wieder aus“, erklärt der Züchter. Das Jungtier bleibt dicht neben seiner Mama, aber auch die anderen versuchen, so eng wie möglich beieinander zu bleiben. Der 64-Jährige erläutert: „Alpakas sind Herdentiere.“ Bei einer Wanderung kam es auch schon mal vor, dass eines ausgebüchst ist. „Aber sie kommen meistens wieder schnell zurück zur Herde.“

Kann sonst noch etwas schiefgehen? „Alpakas sind keine Kuscheltiere. Klar, sie sind weich und lassen sich streicheln. Aber man sollte es nicht übertreiben, sie können austreten und wenn ihnen etwas nicht gefällt, dann spucken sie. Aber das passiert sehr selten und ich sage immer, vom Alpaka getreten zu werden, bringt Glück“, sagt Rauner mit einem Augenzwinkern. Die Teilnehmerin macht trotzdem vorsichtshalber einen Schritt zur Seite, als sie zu dicht an die Hinterläufer der Alpaka-Dame vor ihr gerät.

Beim Alpaka führen nicht fest an dem Seil ziehen

Ihre flauschige Begleiterin Marie lässt sich gut führen. „Man sollte nie fest ziehen, sondern wie bei einem Pferd eher durch vorsichtige Bewegungen zeigen, wo es lang gehen soll“, erklärt Rauner. Mindestens zwei Mitglieder der Rauner-Familie sind bei den Touren immer dabei.

Das Markenzeichen der Alpakas: flauschiges Fell und große, dunkle Kulleraugen.

Das unsichere Gefühl vom Anfang verfliegt schnell. Die Aufregung lässt nach, und das Führen des Tieres wird mit der Zeit immer entspannter. „Die Alpakas haben ein sehr sanftmütiges Wesen“, erläutert der Tierhalter.

Schon seit 2009 lebt eine Herde Alpakas auf seinem Grundstück in dem kleinen Örtchen Wallings, das zu Hofbieber gehört. Seit 2018 bietet die Familie das Alpaka-Trekking an und führt Gruppen rund um Wallings. Das sei zum einen eine Idee der Gemeinde gewesen, die gefragt hat, ob man mit den Tieren nicht mal spazieren gehen könnte.

Unsere Redakteurin Jessica Vey testet das Alpaka-Trekking und führt Alpaka-Stute „Marie“.

Außerdem hat „Schwiegertochter in spe“ Lina Flügel eine Forschungsarbeit über „tiergestützte Pädagogik“ geschrieben. Dabei hat sie praktische Erfahrungen vom Hof der Rauners mit einfließen lassen. Damals haben Menschen mit Down-Syndrom das Wandern mit Alpakas ausprobiert – das funktionierte sehr gut.

Alpaka-Farm

Seit 2009 hält die Familie Rauner Alpakas, seit 2018 wird das Alpaka-Trekking angeboten. Neun Tiere leben auf der Farm in Hofbieber-Wallings. Eine Wanderung dauert zwei bis drei Stunden. Dabei erfahren Teilnehmer einiges über Haltung, Herkunft und Eigenschaften der Tiere. Erwachsene zahlen 25 Euro, Kinder (6 bis 12 Jahre) 12 Euro. Gruppenpreise weichen ab. Es gibt zudem Produkte aus Wolle zu kaufen. Infos unter (06684) 5 52.

Heute besucht die Familie Rauner mit ihren Alpakas regelmäßig Altenheime. „Die Senioren erfreuen sich sehr an den Tieren, da sehe ich immer in viele leuchtende Augen“, so Siegfried Rauner.

„Caroline“ ist aktuell die jüngste auf dem Hof: das Alpaka-Junge ist sechs Wochen alt.

Auch Junggesellenabschiede gelegentlich zu Besuch

Auch Junggesellenabschiede hat er gelegentlich zu Besuch, „da geht es dann meistens ums Streicheln – und ums Fotosmachen“, sagt er und lacht. Ebenso finden viele Ferienfreizeiten statt – in Corona-Zeiten in kleineren Gruppen. „Alpakas sind für jede Altersstufe etwas, aber für Kinder ist es eine besonders tolle Erfahrung“, weiß der Züchter.

Auf die Frage, wieso er die Alpakas so gerne mag, sagt er sofort: „Wenn man ein Alpaka anschaut mit den großen Kulleraugen und der lustigen Frisur, dann ist man einfach hin und weg.“

In der Rhön kann mann nicht nur mit Alpakas wandern, sondern auch wieder den Wildpark in Gersfeld besuchen. Dort sind zwei Tarpan-Wildpferde die neuste Attraktion. Während der corona-bedingten Schließung hatten die Wildschweine und die Mufflons im Wildpark Nachwuchs bekommen. In der Rhön werden außerdem Sternenwanderungen angeboten.

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