Die Folgen des Klimawandels machen sich auch im Biosphärenreservat Rhön bemerkbar – wie im Schwarzen Moor, das unter den extremen Hitze- und Trockenperioden der vergangenen Sommer gelitten hat.
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Die Folgen des Klimawandels machen sich auch im Biosphärenreservat Rhön bemerkbar – wie im Schwarzen Moor, das unter den extremen Hitze- und Trockenperioden der vergangenen Sommer gelitten hat.

„KlimaRhön“ mit Universität Frankfurt

Klimawandel führt zu Wasserknappheit in der Rhön - Forschungsprojekt sucht Lösungen

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Mit dem Klimawandel beschäftigt sich das Biosphärenreservat Rhön. Im länderübergreifenden Forschungsprojekt „KlimaRhön“ sollen zusammen mit der Universität Frankfurt Wege aufgezeigt werden, wie man mit dem Problem umgehen kann. 

Rhön - In den kommenden zwei Jahren werden mehrere Workshops angeboten, auf deren Grundlage Lösungen und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden können. Die Verwaltungen des Biosphärenreservats Rhön hoffen auf eine rege Beteiligung. „Es geht darum, konkret herauszuarbeiten, was wir in den unterschiedlichen Bereichen des Lebens tun können“, sagt Torsten Raab, Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates. (Lesen Sie auch: Dünger aus Rhöner Schafwolle: RhönWollets gehen in den Verkauf)

Rhön: Wasserknappheit durch Klimawandel - Forschungsprojekt sucht Lösungen

Betroffen seien viele Bereiche. Die Natur mit den Mooren, die Landwirtschaft, aber auch Kommunen oder der Tourismus wegen des sinkenden Grundwasserspiegels und versiegender Quellen. Das fehlende Wasser habe Auswirkungen auf das Leben eines jeden Einzelnen. Raab nennt ein Beispiel: Die Moore sind nicht nur ein Speicher für das schädliche Kohlendioxid, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für Tiere. Sie drohen durch Wassermangel auszutrocknen. 

Es müsse ein Bewusstsein bei allen Menschen für die Auswirkungen des Klimawandels geschaffen werden. Das beinhalte auch die Frage, was jeder Einzelne tun könne. Die Forschungsfrage lautet: Wie können Wasserressourcen angesichts von nur unsicher quantifizierbarem Klimawandel und steigendem Nutzungsdruck von verschiedenen Akteuren nachhaltig für Gesellschaft und Ökosystem gemanagt werden?

Ziele sind die gemeinsame Risikobewertung hinsichtlich der klimabedingten Einschränkung der künftigen Wasserverfügbarkeit und die Erarbeitung von Anpassungsstrategien unter Berücksichtigung von sehr unterschiedlichen Interessen. Ein erster Schritt im Projekt war eine länderübergreifende Umfrage.

In der Umfrage ging es in der Hauptsache darum, wie die Folgen des Klimawandels hinsichtlich Wasserverfügbarkeit und -qualität bereits heute wahrgenommen werden, welche Ängste mit Blick auf die Zukunft bestehen und wie groß die Bereitschaft hinsichtlich von Anpassungsmaßnahmen ist. An der Umfrage beteiligten sich rund 350 Rhöner Bürger. 

Video: NASA-Animation: So sieht die Erde ohne Wasser aus

Die Ergebnisse aus der Umfrage und Hintergründe zum Projekt stellten die Professorinnen Dr. Birgit Blättel-Mink und Dr. Petra Döll sowie die beiden Forschenden Laura Müller und Max Czymai aus natur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive vor. Aus naturwissenschaftlicher Perspektive wurde gezeigt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft im Sommer weniger Niederschlag fallen und weniger Grundwasser gebildet werden könne. 

Bei der Umfrage wurde deutlich, dass bereits jetzt ein Großteil der Befragten eine Einschränkung der Wasserverfügbarkeit bemerke. In der Wahrnehmung habe die Wasserverfügbarkeit in den vergangenen drei Jahren in Thüringen am stärksten abgenommen. Den Befragten zufolge sind die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Natur- und Artenschutz sowie Gewässer- und Hochwasserschutz besonders vom Klimawandel betroffen.

Hintergrund: Das Projekt

Das Forschungsprojekt, das die Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit den drei Verwaltungen des Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen durchführt, läuft bis 2022 und wird vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie finanziert. 

Perioden mit Trockenheit und die Austrocknung von Flüssen, Bächen und Seen werden als besonders problematische Folgen beurteilt und können mit einer Wasserknappheit einhergehen. Neben den Klimaänderungen werden besonders Privathaushalte und die Landwirtschaft für die wahrgenommene Abnahme der Wasserverfügbarkeit verantwortlich gemacht. 

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