Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates Seiferts, Sabrina Kümmel-Naderer (von links), Anneliese Budin, Jürgen Strotmann, Gudrun Spiegel-Klüber, Johanna Rausch und Anna Birkenbach stehen vor einer Station des spirituellen  Kreuzweges.
+
Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates Seiferts, Sabrina Kümmel-Naderer (von links), Anneliese Budin, Jürgen Strotmann, Gudrun Spiegel-Klüber, Johanna Rausch und Anna Birkenbach stehen vor einer Station des spirituellen Kreuzweges.

Einschränkungen durch Corona

Die etwas anderen Kreuzwege: Diese Ideen haben die Kirchengemeinden für Karfreitag entwickelt

  • Leon Weiser
    vonLeon Weiser
    schließen

Kreuzwege erinnern an das Leiden Jesu bei der Kreuzigung. Für viele Christen bieten sie Gelegenheit, sich damit auseinanderzusetzen - indem man die Kreuzwege betend geht. Durch die Corona-Pandemie ist dies aber nur eingeschränkt möglich. Daher haben sich Kirchengemeinden überlegt, wie sie dennoch Kreuzwege gestalten können. 

Rhön - Normalerweise versammeln sich Gemeindemitglieder an Karfreitag und gedenken der Kreuzigung Jesu. Da dies wegen Corona schwer umsetzbar ist, bieten Pfarrgemeinden den Mitgliedern besondere Alternativen an. Im Ehrenberger Ortsteil Seiferts wird in diesem Jahr ein „etwas anderer KREUZWeg“ präsentiert. Es handelt sich um einen spirituellen Kreuzweg durch Seiferts mit sieben Stationen.

Die Idee kam der Sprecherin des Pfarrgemeinderates, Anna Birkenbach. Vor gut einem Monat begannen die Vorbereitungen. Seit einer Woche steht der Kreuzweg. „Wir bieten an den Stationen verschiedene Impulse an. Es steht die Corona-Zeit im Vordergrund“, erklärt Johanna Rausch, Mitglied des Pfarrgemeinderates. (Lesen Sie hier: Trotz Corona sind Gottesdienstbesuche an Ostern möglich: Kirchen in Fulda erfreut - Dekan: „Hoffnungssignal“).

Rhön: Die etwas anderen Kreuzwege - Diese Ideen haben die Kirchengemeinden für Karfreitag entwickelt

Die sieben Stationen ergeben sich aus den Bildstöcken, der Marien- und Michaelstatue sowie dem Kreuz an der Kirche in Seiferts. Überall dort ist eine Station. Jede von ihnen besitzt eine Überschrift, die zu der aktuellen Corona-Lage passt. Ein Beispiel hierfür ist der Titel „Quarantäne–Freiheit“. An jeder Station befindet sich ein solcher Gegensatz, der zur Corona-Pandemie passt.

„Wir zählen mit Stichpunkten auf, was uns in der Corona-Zeit bewegt. Darunter befindet sich je eine Bibelstelle zum Kreuzweg und ein Gedanke zu Jesus. Ganz unten ist ein Gebet“, beschreibt Rausch die Stationen. Der Kreuzweg werde gut angenommen. „Auch viele Bürger aus den Nachbargemeinden gehen ihn und geben uns viele positive Rückmeldungen“, sagt Rausch und freut sich.

In Dipperz gibt es in diesem Jahr ebenfalls einen anderen, digitalen Kreuzweg: Er verläuft durch den Ort, wobei es an jeder Station eine Geschichte und Quizfrage zum Thema Ostern gibt. Zunächst wird der Name der Station genannt. Darunter steht ein kleines Gebet. Die Geschichte ist aus der Sicht Jesu geschrieben und bezieht sich auf die Stationen.

Außerdem werden die Besucher ermutigt, immer das Positive auf dem Weg der Kreuzigung zu sehen. Die Quizfragen beziehen sich auf den Kreuzweg. Ein Beispiel lautet: „Was bedeutet sie Inschrift INRI?“ Auf den Schildern befindet sich auch ein QR-Code, der mit dem Handy gescannt werden kann. Es öffnet sich ein passendes Kirchenlied. Renate Dernbach vom Liturgieausschuss des Pfarrgemeinderates erklärt: „Wir wollen unseren Gemeindemitgliedern in der Corona-Zeit etwas Neues und Besonderes anbieten.“

Die Stationen des Kreuzwegs in Dipperz bestehen aus Infotexten und einem Quiz.

Bereits im vergangenen Jahr habe es zu Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und zur Adventszeit ähnliche Wege gegeben. Diese seien sehr positiv angenommen worden, weshalb es nun auch den Kreuzweg in dieser Form gebe, sagt Dernbach. Durch das Quiz richte sich der Kreuzweg an die ganze Familie, da die Fragen speziell für Kinder vorbereitet worden sind. Bis zum Ostermontag kann der Kreuzweg besucht werden.

Björn Hirsch: Es ist eine alte Tradition, die auf den christlichen Glauben hinweisen soll

In Hilders kann der Kreuzweg direkt mit einer Wanderung verbunden werden - und zwar ist der Kreuzweg Teil der Extratour Der Hilderser. Es handelt sich hierbei um zwölf Stationen, die mit der Kreuzigungsgruppe an der Kapelle am Battenstein endet. „Der Kreuzweg passt, wenn man die Pandemie als Symbol darstellen möchte. Es steht die Herausforderung, aber auch die damit verbundene Hoffnung im Vordergrund“, erklärt Björn Hirsch, Zuständiger für das Tourismus-Pastoral Rhön.

Als Herausforderung nennt Hirsch das dreimalige Fallen Jesu, als er sein Kreuz zum Hügel Golgata tragen musste, wo er gekreuzigt wurde. Durch die Auferstehung werde die von ihm genannte Hoffnung symbolisiert. Er möchte aber niemanden dazu überreden, den Weg zu gehen. Ihm persönlich tut es jedoch gut, wie er erklärt: „Jeder, der offen dafür ist, ist herzlich eingeladen. Es ist eine alte Tradition, die auf den christlichen Glauben hinweisen soll.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema