Die Milseburghütte besteht seit 135 Jahren – sie soll saniert werden. Doch längst ist ein Streit um den Neubau entbrannt.
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Die Milseburghütte besteht seit 135 Jahren – sie soll saniert werden. Doch längst ist ein Streit um den Neubau entbrannt.

Planungen zum Neubau

Streit um Milseburghütte: Landrat Woide reagiert - „Vorwurf der HGON entbehrt jeder Grundlage“

Im Streit um den Neubau der Milseburghütte wirft die hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) der Gemeinde Hofbieber und dem Landkreis Fulda vor, mit dem Ersatzneubau nur mehr Gäste auf die Milseburg locken zu wollen. Dem widersprechen nun Landrat Bernd Woide (CDU) und Hofbiebers Bürgermeister Markus Röder (parteilos).

Fulda - Denn Woide findet: „Der Berg lockt die Menschen, nicht die Hütte.“ Rückendeckung bekommt er von Markus Röder, dem Bürgermeister der Gemeinde Hofbieber. „Die Milseburg hatte schon immer eine besondere Bedeutung für die Menschen der Region – und das eben auch lange, bevor es die Hütte gab.“

Seit Jahrzehnten gäbe es eine Vielzahl von Menschen, die den Berg aus unterschiedlichsten Motiven erklimmen. „Diese Zahl wird nicht massiv ansteigen, nur weil wir dort eine baufällige Hütte ersetzen wollen“, erklärt der Landrat in einer Pressemitteilung des Landkreises Fulda zu dem Thema.

Streit um Neubau der Milseburghütte: Landrat Bernd Woide (CDU) reagiert auf Vorwürfe

Auch für den Hofbieberer Bürgermeister liegt die Entscheidung auf der Hand: „Wenn wir weiterhin eine Bewirtschaftung auf der Milseburg haben wollen, dann ist es unerlässlich, dass wir die Standards dafür auch im Hinblick auf Hygiene und Brandschutz erfüllen müssen. Das gelingt nicht, indem wir lediglich einige Bretter austauschen.“

In der Mitteilung heißt es weiterhin, dass der Landkreis bereits im August 2018 in einem Schreiben an die HGON versichert habe, „dass der Landkreis Fulda keine Maßnahmen plant oder künftig in Erwägung zieht, die die Milseburg infrastrukturell über das bisherige Maß hinaus für Besucher zugänglich machen“. Dazu gehöre insbesondere die Erweiterung des Parkplatzes am Fuß der Milseburg, der Ausbau der Wegeverbindung zur Milseburg oder deren Widmung für den Kraftfahrzeugverkehr, die Beleuchtung der Wegeverbindung und der Bau eines Parkplatzes vor der Milseburghütte. Dem Antrag zum Neubau der Hütte hatte das Regierungspräsidium Kassel zugestimmt.

Rechtsstreit um Milseburghütte: Landkreis und Gemeinde weiter gesprächsbereit

„All das wollen wir nicht, und das haben wir der HGON schriftlich gegeben. Warum diese Zusage nicht gefruchtet hat und die HGON noch immer behauptet, wir wollten mehr Besucher locken, ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagt Woide.

Bei Markus Röder habe hingegen der Hinweis der HGON, man habe sich noch am Tag der Klageeinreichung, am 27. November 2020, bemüht, einen Rechtsstreit zu vermeiden, für Verwunderung gesorgt. „Tatsächlich gab es an diesem Tag einen Anruf des Anwalts der HGON bei mir. Dieses Gespräch allerdings als Bemühung zu interpretieren, ein Einvernehmen herzustellen, bedarf meiner Ansicht nach einer großen Portion Kreativität.“

Während im Februar 2019 die HGON noch schriftlich an die Gemeinde und andere Beteiligte erklärte: „Die Sanierung der Milseburghütte mit dezentralen Ver- und Entsorgungstechniken wird ausdrücklich unterstützt“, habe man jetzt mittlerweile den Eindruck, die HGON lehne jegliche Form einer Hütte auf der Milseburg ab.

Die Gemeinde Hofbieber und der Landkreis Fulda versichern jedoch: „Wir sind weiterhin gesprächsbereit.“ (pm, akh)

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