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Innenminister Peter Beuth (Sechster von rechts) übergibt einen Scheck über 678.000 Euro an Bürgermeister Mario Dänner. Vertreter der Feuerwehren, der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik freuen sich mit.

Stadt investiert vier Millionen

Minister bringt 678.000 Euro nach Tann: Vier Stadtteil-Feuerwehren bekommen neues Gebäude

  • Jessica Vey
    VonJessica Vey
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Für vier Stadtteilwehren, die zusammengelegt werden, will Tann (Rhön) ein neues Feuerwehrhaus bauen und kalkuliert das Projekt auf vier Millionen Euro. Das Land Hessen beteiligt sich mit 678.000 Euro an den Kosten.

Tann - „Eine solche Summe, die übersendet man nicht einfach mit der Post. Für mich war klar, diesen Bescheid möchte ich persönlich überbringen“, betonte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag in Tann, wo ihn Vertreter der Stadt, der Kommunalpolitik und der Feuerwehren am bestehenden Feuerwehrgebäude in Empfang nahmen.

Bürgermeister Mario Dänner (parteilos) bezeichnete die Förderbescheidübergabe als einen „besonderen und schönen Moment“. Immerhin wolle man sich im Feuerwehrwesen für die Zukunft neu aufstellen – besonders, was die vier Stadtteilwehren Tann, Wendershausen, Hundsbach und Theobaldshof betrifft. Diese vier Wehren sollen fusionieren, so hat es die Stadtverordnetenversammlung im Bedarfs- und Entwicklungsplan bereits vor drei Jahren festgeschrieben.

Rhön: Minister bringt 678.000 Euro nach Tann - Neues Gebäude für Feuerwehr

Nachwuchsmangel, fehlende Führungskräfte, aber auch die in die Jahre gekommenen Feuerwehrhäuser in Theobaldshof und Hundsbach waren die Gründe für die Überlegungen, die vier Feuerwehren zusammenzulegen. Weil das bestehende Gebäude in der Bahnhofstraße in Tann nicht den Anforderungen entspricht, vier Stadtteilwehren zu beherbergen, wird auf der grünen Wiese neu gebaut. Ein Standort im Gewerbegebiet Kuhleich am Ortseingang von Wendershausen kommend ist dafür vorgesehen.

Der Bau soll in einem bis anderthalb Jahren beginnen, erklärte Bürgermeister Dänner den Anwesenden. Vier Millionen Euro seien veranschlagt, der Rathauschef hofft, dass dies angesichts steigender Kosten im Baugewerbe nicht noch höher ausfallen wird. Es ist eine Rieseninvestition für die klamme Stadt Tann, weshalb die Freude über den Besuch aus Wiesbaden groß war. Man hoffe darüber hinaus auf finanzielle Unterstützung vom Landkreis Fulda, sagte Dänner.

Fusion

Bereits vor drei Jahren ist die Diskussion aufgekommen, die vier Feuerwehren Tann, Wendershausen, Hundsbach und Theobaldshof zusammenzulegen. Während drei Wehren die Fusionspläne im Großen und Ganzen befürworteten – vor allem aufgrund von fehlendem Nachwuchs – war Theobaldshof dagegen. Es hat im Jahr 2018 sogar eine Unterschriftenaktion gegeben.

In den Planungsprozess sei die Wehr nun eingebunden gewesen, erklärt Bürgermeister Mario Dänner im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es gibt in Theobaldshof seit langem keine funktionierende Wehr“, betonte er. Wenige Aktive seien an die Wehr in Tann angegliedert. „Tann und Günthers helfen mit, das ist aber nur eine Übergangslösung“.

Auch wenn es – wie er andeutet – noch Skepsis in diesem Stadtteil gibt, so sagt Dänner, dass das Projekt nicht zum Scheitern verurteilt sei. Dass es zur Zusammenlegung kommt, hatte die Stadtverordnetenversammlung bereits 2018 im Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehr festgeschrieben. Er hofft, dass die Theobaldshöfer „Freude an dem neuen Feuerwehrgebäude haben werden“. Die Fusion werde erst vollzogen, wenn das neue Feuerwehrhaus fertig ist, dann könnten „die Wehren beim Bau zusammenwachsen“, so Dänner.

Der Bürgermeister betonte, die Zusammenlegung der Wehren sei ein lange gehegter Gedanke, der schließlich in der Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro und einer Machbarkeitsstudie mündete. Es habe „unzählige Gespräche“ mit zahlreichen Kameradinnen und Kameraden aus den betreffenden Feuerwehren gegeben.

„Wir haben alle mit ins Boot geholt und nicht von oben herab entschieden, sondern gemeinsam mit den Beteiligten“, betonte der Rathauschef. „Mit denen, die das Gebäude mit Leben füllen und die unser aller Sicherheit gewährleisten.“ Das Projekt sei ein „Abenteuer“. Das Geld, das in das Feuerwehrwesen fließt, sei besonders gut angelegt, da es jedem Bürger zugute komme.

Auch der Tanner Stadtbrandinspektor Thomas Jörges bedankte sich für die Förderzuwendung. Angesichts des Projekt und des Zusammenschlusses sagte er, es werde ein „strammer Marsch“. Aber er hofft, „dass es zu dem Gemeinschaftsprojekt wird, das wir uns vorstellen“. (Lesen Sie hier: Dialog mit Feuerwehr und Rettungsdienst - Kanzleramtschef Helge Braun kommt nach Fulda)

Stadt investiert vier Millionen: Vier Stadtteilwehre erhalten neues Feuerwehrhaus

Minister Beuth lobte die Stadt: „Gut, dass Sie in die Zukunft blicken. Wenn man sich zusammenschließt, hat man mehr Schlagkraft. Sicher gibt es auch Kameradinnen und Kameraden, die noch fremdeln oder skeptisch sind. Aber es scheint, als ob Sie alle gut unter einen Hut bekommen.“ Er betonte, eine besonders wichtige Zukunftsaufgabe sei, junge Menschen für die freiwillige Mitarbeit in der Feuerwehr zu begeistern. „Denn was nützt ein neues Gebäude, wenn es in ein paar Jahren niemanden mehr gibt, der bereit ist, ehrenamtlich mitzuarbeiten?“ Den „Schatz“ der freiwilligen Feuerwehr gelte es zu pflegen und zu erhalten.

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