Im Milseburgtunnel werden die Fledermaus-Quartiere regelmäßig kontrolliert.
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Im Milseburgtunnel werden die Fledermaus-Quartiere regelmäßig kontrolliert.

Bedingungen optimal

Mopsfledermaus im Aufwind: Stark gefährdete Art fühlt sich im Milseburgtunnel wohl

Der Milseburgtunnel ist das wichtigste Fledermaus-Überwinterungsquartier in der hessischen Rhön. Auch die stark gefährdete Mopsfledermaus fühlt sich dort wohl. 

Rhön - Der Tunnel bietet nicht nur Radfahrern im Sommer ein Highlight. Wenn die Röhre in den Wintermonaten für den Durchgangsverkehr geschlossen ist, dann dient sie Fledermäusen als Quartier. „Die Bedingungen sind dort optimal“, betont Stefan Zaenker, Mitarbeiter der Oberen Naturschutzbehörde und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda. Zehn verschiedene Fledermausarten überwintern im Milseburgtunnel. Dies sei auf das spezielle Klima mit einem Temperaturgefälle von etwa fünf Grad zwischen beiden Tunnel-Portalen zurückzuführen, erklärt er.

Im Tunnel kommen europaweit geschützte Arten wie das Große Mausohr und die Bechsteinfledermaus ebenso vor wie das Braune und Graue Langohr, die Kleine und Große Bartfledermaus, die Wasserfledermaus, die Fransenfledermaus, die Breitflügelfledermaus sowie die besonders gefährdete Mopsfledermaus. (Lesen Sie hier: Vor 75 Jahren: Hochrangige Offiziere suchen Schutz im Milseburgtunnel).

Rhön: Mopsfledermaus im Aufwind - Stark gefährdete Art fühlt sich im Milseburgtunnel wohl 

Derzeit läuft ein bundesweites Projekt zur Erforschung dieser kleinen Fledermausart, bei dem die Hessische Rhön eine der Forschungsregionen ist, teilt das Biosphärenreservat in einer Pressenotiz mit.

Als typische Waldfledermaus sei die Mopsfledermaus ein sehr guter Indikator für den Zustand unserer Wälder: Sie braucht viel Alt- und Totholz, um in den Sommermonaten geeignete Quartiere für sich und ihren Nachwuchs zu finden. Nur wo solche Strukturen vorhanden sind, kann man die Art auch in den Winterquartieren finden, heißt es vonseiten der Verwaltungsstelle.

In weiten Teilen Hessens fehlt die Mopsfledermaus vollständig. Da sich die Art von Insekten ernährt - auf ihrem Speiseplan stehen insbesondere Nachtfalter -, leidet sie besonders unter dem Rückgang der Insektenvielfalt. Auch die Zerschneidung ihres Lebensraums durch Verkehrstrassen oder Siedlungen und der niedrige Anteil an Alt- und Totholz in den Wäldern machen ihr das Leben schwer. In der Roten Liste ist sie als stark gefährdet eingestuft.

26 Mopsfledermäuse überwintern derzeit im Milseburgtunnel

Umso erfreulicher sind die aktuellen Zahlen aus dem Milseburgtunnel: 26 Mopsfledermäuse überwintern derzeit im Tunnel - und damit noch einmal mehr als im vergangenen Jahr. 2020 waren 18 gezählt worden, was bis dahin Höchststand war. Mit weiteren 30 Fledermäusen der anderen Arten sind es also insgesamt 56 Tiere, die hier bis Mitte April ihren Winterschlaf halten.

An der Fledermauszählung, die unter Einhaltung der Corona-Regeln durchgeführt wurde, nahmen Martina Meeske und Stefan Zaenker (Obere Naturschutzbehörde), Joachim Walter und Martin Kremer (Biosphärenreservat Rhön) sowie der Fledermausexperte Markus Dietz (Institut für Tierökologie und Naturbildung) teil. (jev)

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