Fünf Personen stehen auf einer Wiese in Nähe der Wasserkuppe.
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Fuldas Landrat Bernd Woide (Mitte) begrüßte die Hessische Umweltministerin Priska Hinz in der Rhön.

Austausch über Naturschutzmaßnahmen

Umweltministerin Priska Hinz zu Besuch in der hessischen Rhön - Bergwiesen-Projekt geht in Verlängerung

Über den aktuellen Projektstand des LIFE-Projektes „Rhöner Bergwiesen“, konkrete Maßnahmen im Naturschutzgebiet Eube sowie Möglichkeiten zur Vereinbarung von Naturschutz, Landwirtschaft und Freizeitnutzung auf der Wasserkuppe hat sich jetzt die hessische Umweltministerin Priska Hinz informiert. Sie überbrachte dabei erfreuliche Nachrichten: Das LIFE-Projekt kann in die Verlängerung gehen.

Rhön - „Die Bergwiesen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind ein bedeutender Lebensraum. Hier findet man gefährdete Pflanzen wie Arnika und Silberdistel und selten gewordenen Vögel wie Wiesenpieper und Wachtelkönig“, sagte Umweltministerin Priska Hinz und betonte, dass die auf diesen Wiesen lebenden Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Schutz brauchten. Deshalb sei es von großer Bedeutung, dass im Biosphärenreservat Rhön ein Projekt zum Schutz und Erhalt dieser gefährdeten typischen Rhöner Landschaft umgesetzt werde.

„Um dies zu unterstützen, hat Hessen sich bereiterklärt, die dazu notwenigen Personalkosten von rund 700.000 Euro bereitzustellen“, teile die Umweltministerin mit. Wie es in einer Mitteilung des UNESCO-Biosphärenreservat Rhön heißt, seien mit der Finanzierung durch das Land die Weichen für einen Antrag bei der EU gestellt. Das Projekt, das offiziell im September 2022 ausläuft, soll um zwei Jahre verlängert werden. (Lesen Sie hier: Alles Wissenswerte über Rhöner Bergwiesen: Wanderausstellung kann wieder ausgeliehen werden)

Rhön: Umweltministerin zu Gast in der Rhön - Bergwiesen-Projekt wird verlängert

Erste Station der Ministerin im Rahmen ihrer Sommerreise war das Eube-Plateau nördlich von Schachen bei Gersfeld. Nach der Begrüßung durch Landrat Bernd Woide gab LIFE-Projektmanager Elmar Herget Einblicke in aktuelle Maßnahmen. Seit 2016 verfolgt das Projekt unter anderem das Ziel, die inzwischen selten gewordenen artenreichen Bergmähwiesen in der hessischen Rhön zu erhalten.

Im 135 Hektar großen Naturschutzgebiet Eube sind sie noch mit einigen Flächen vertreten. Aktuell findet hier ein von einem Gutachterbüro überwachter Parzellenversuch statt, der Klarheit bringen soll, wie sich jeweils veränderte Nutzungsformen – beispielsweise unterschiedliche Mahdzeitpunkte und Beweidungskonzepte – auf die Artenvielfalt der Bergwiesen auswirken.

eBeetle

Optisch eine Mischung aus Fahrradanhänger und Rasenmäher, bürstet das elektrisch angetriebene Gerät die ausgereiften Samen von den Wiesenpflanzen, bevor die Wiese zum Mähen freigegeben wird. Auch die Umweltministerin ließ es sich nicht nehmen, das Gerät zu testen. Durch die Aussaat der Samen auf anderen vorbereiteten Flächen konnten bereits 58 Hektar neue Bergwiesen geschaffen werden, wie Projektleiter Herget berichtete. 

Einer der Landwirte, die im Auftrag des Projekts die Flächen auf der Eube nach speziellen Vorgaben bewirtschaften, ist Andreas Weber aus Gersfeld. Er berichtete den Anwesenden von seinen Erfahrungen. Eine weitere Maßnahme ist die Neuschaffung von artenreichen Bergwiesen mittels Aussaat von Samenmaterial, das zuvor eigens auf heimischen Wiesen, so genannten Spenderflächen, geerntet wurde. Hierbei kommt auch der eBeetle zum Einsatz, den der Landkreis Fulda im Jahr 2018 für diese Zwecke angeschafft hatte.

Umweltministerin Priska Hinz testet den eBeetle – unter der Anleitung von Landwirt Martin Schiffhauer.

Weitere Themen waren die Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern im Naturschutz wie dem NABU – vor Ort vertreten durch Nico Flügel – sowie das HALM-Programm als wichtigstes Förderinstrument zur Sicherstellung der landwirtschaftlichen Nutzung und dessen Bedeutung für die Erhaltung der bedrohten Rhöner Bergwiesen. Seine Erfahrungen teilte Dr. Hubert Beier, Vorsitzender des VNLR und ehemaliger langjähriger Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Fulda-Hünfeld e. V. 

Bei einem kurzen Spaziergang zu den Guckaifeldern ging es abschließend noch um das Thema Wasserkuppe. Jonas Thielen, Sachgebietsleiter Naturschutz bei der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, informierte über naturschutzfachlichen Besonderheiten auf Hessens höchstem Berg. Die Wasserkuppe beherbergt an ihrem Südhang Deutschlands größte zusammenhängende Borstgrasrasen außerhalb der Alpen und ist außerdem hessenweit ein bedeutendes Brutgebiet für Wiesenbrüter.

Rhön: Jonas Thielen informiert über Besonderheiten auf der Wasserkuppe

Nicht zuletzt boomen der Tourismus und die Freizeitnutzung. Die Ansprüche der verschiedenen Nutzergruppen sind nicht immer frei von Spannungen – hier wird seit Jahren an gemeinsamen Lösungen gearbeitet. Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, und Jonas Thielen berichteten über Herausforderungen, Ziele und bisherigen Erfolge in Sachen Besucherlenkung und landwirtschaftliche Nutzung der Grünlandflächen. (hes)

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