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Fünf neue Ranger im Biosphärenreservat Rhön - EU finanziert das Team

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Von: Hartmut Zimmermann

Freuen sich auf Ihren Einsatz im Biosphärenreservat (von links): André Schnatz, Ulrike 
Sofsky, Zarah Greiner, Lara-Sophie Saul, Lorenz Wenzel und Florian Essel.
Freuen sich auf Ihren Einsatz im Biosphärenreservat (von links): André Schnatz, Ulrike Sofsky (zuständig für die Ranger-Betreuung), Zarah Greiner, Lara-Sophie Saul, Lorenz Wenzel und Florian Essel. © Nadja Moalem/Biosphärenreservat Rhön 

Fünf neue Rangerinnen und Ranger sind im bayerischen Teil des Biosphärenreservats Rhön unterwegs. Nun wurde das Team am Schwarzen Moor vorgestellt. Die Stellen werden über ein Corona-Hilfsprogramm der EU finanziert.

Rhön - „Diese Chance ist uns einfach vor die Füße gefallen“, sagt Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön. Er war vom Umweltministerium in München auf die Förderungsmöglichkeit aufmerksam gemacht worden und ist froh über das Quintett der Neuen.

Das Team – Florian Essel, Zarah Greiner, Lara-Sophie Saul, André Schnatz und Lorenz Wenzel – wird vor allem im Bereich Besucherlenkung aktiv werden. Hier sieht Geier spätestens seit dem Beginn der Corona-Pandemie einen besonderen Bedarf.

Denn durch ihr Verhalten würden viele Menschen, die ihre Freizeit wandernd oder Sport machend in der Rhön verbrächten, – meist ganz unbewusst – großen Schaden in der Natur anrichten. Das gelte gerade auch für die Wintermonate. Nicht zuletzt der Schneeschuh-Boom sei aus Sicht der Natur ebenso ein Problem wie die scheinbare Allgegenwart der Mountainbiker. (Lesen Sie hier: Rhön GmbH will mehr Urlauber gewinnen - Tourismus bringt neue Konflikte)

Rhön: Fünf neue Ranger - EU finanziert das Team

Die ersten neuen Stellen konnte Geier bereits im August besetzen. Um das Quintett zu vervollständigen, war eine zweite Ausschreibung erforderlich. Zum Team gehören junge Leute wie Zarah Greiner, Lara-Sophie Saul, die gerade ihr Studium der Geo-Ökologie abgeschlossen haben, aber auch solche, die sich nach einer Ausbildung entschieden haben, Ranger zu werden – wie der 21-jährige Lorenz Wenzel aus Burghaun-Hünhan, der ausgebildeter Landschaftsgärtner ist. Alle vereint die Idee, dass sie etwas für den praktischen Naturschutz tun wollen.

Daher werden die meisten von ihnen im Schwarzen Moor und der Langen Rhön unterwegs sein, um dort Rhön-Touristen mit Tipps und Ratschlägen zur Hand zu sein, aber auch, um die Einhaltung der Naturschutz-Regeln umzusetzen. Die Befugnis, verbotswidriges Verhalten zu bestrafen, haben die Ranger nicht. „Aber in 98 Prozent der Fälle ist das auch gar nicht erforderlich“, berichtet Zarah Greiner. Die Leute seien meistens einsichtig und auch durchaus dankbar für Tipps.

„Digital-Ranger“ kontrolliert Wandertouren in Outdoor-Apps

Nur einer aus der Fünfer-Gruppe wird seltener draußen sein: André Schnatz ist der „Digital-Ranger“. Er wird die Wollmütze und die wetterfeste Montur, mit der die Truppe ausgestattet wurde, nicht so häufig brauchen, denn sein Arbeitsplatz ist – meist – im Warmen. Er kümmert sich darum, dass die Wandertouren, die auf den gängigen Outdoor-Apps wie „Komoot“ und „Outdooractive“ naturverträglich bleiben oder werden: Er schaut sich die veröffentlichten Touren an und gleicht ab, ob beispielsweise Verbotshinweise und Schutzgebote in das öffentlich zugängliche Kartenmaterial übertragen werden.

„Es ist klüger, die Touren auf den Plattformen mit entsprechenden Hinweisen zu versehen, anstatt immer Rangerinnen und Ranger ins Gelände zu schicken, die dann den Schaden minimieren“, betont Geier. Er hofft, dass sich die Arbeit des neuen Teams so bemerkbar macht, dass deren Tätigkeit und Stellen auch dann weiter finanziert werden, wenn die Förderung zum Ende des Jahres 2023 ausläuft.

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