Torsten Raab, Projektleiterin Heidi Witzmann und die Studentin Miriam Völkel freuen sich, dass so viele Ehrenamtliche weitermachen wollen.
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Torsten Raab, Projektleiterin Heidi Witzmann und die Studentin Miriam Völkel freuen sich, dass so viele Ehrenamtliche weitermachen wollen.

Dank an Ehrenamtliche

Projekt „Rotmilan in der Rhön“ ein großer Erfolg: Fast 50 Kartierer wollen weiterzählen

Auch wenn die Daten der aktuellen Kartier-Saison noch nicht abschließend ausgewertet sind, lässt sich das länderübergreifende Artenhilfsprojekt „Rotmilan in der Rhön“ bereits jetzt als großen Erfolg bewerten. Viele der Greifvogel mit dem charakteristischen gegabelten Schwanz sind wieder am Himmel zu sehen.

Rhön - Nach Abschluss der sechsjährigen Laufzeit des Projekts „Rotmilan in der Rhön“ hat sich die federführende Verwaltungsstelle mit einer kleinen Feier bei den beteiligten Ehrenamtlichen bedankt. Die Bedeutung des Projekts wurde auch im Rahmen einer Masterarbeit dokumentiert, die vorgestellt wurde.

Dass sich so viele Interessierte über einen so langen Zeitraum freiwillig engagiert haben, ist nach Worten von Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön, bundesweit einmalig. Projektleiterin Heidelinde Witzmann und Torsten Raab überreichten den 45 anwesenden Kartiererinnen und Kartierern symbolisch eine Schildkappe mit aufgesticktem Rotmilan.

Auch wenn das Projekt nun offiziell beendet ist und keine weiteren Fördermittel für landwirtschaftliche Schutzmaßnahmen zur Verfügung stehen, betonten Torsten Raab und Bruno Altrichter, Stellvertretender Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld, dass man die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen und die Kartierung des Charaktervogels der Rhön und seiner Brutstandorte fortführen werde.

„Rotmilan in der Rhön“ ist ein Erfolg: Großes ehrenamtliches Engagement

In jedem Projektjahr hatten mindestens 100 Ehrenamtliche geholfen, eine Fläche von knapp der doppelten Größe des Saarlands zu kartieren und die Vögel und deren Bruterfolg zu dokumentieren. Knapp die Hälfte von ihnen beteiligte sich durchgängig von Projektbeginn bis -ende.

Ebenfalls mehr als die Hälfte ist bereit, sich weiterhin ehrenamtlich an der Kartierung zu beteiligen – das hatte eine eigens für die Kartierer erstellte Umfrage der Studentin Miriam Völkel ergeben, die bei der Abschlussfeier die Ergebnisse ihrer Masterarbeit „Potenziale und Hemmnisse für Bürgerengagement im Biosphärenreservat Rhön“ vorstellte.

Die Studentin des Fachs „Regionalentwicklung und Naturschutz“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde hatte sich nach einem Praktikum in der Bayerischen Verwaltungsstelle mit dem Rotmilan-Projekt befasst.

„Wie ein Sechser im Lotto“

Motivation, das Projekt zu unterstützen, war für die Ehrenamtlichen die Faszination, die der majestätische Greifvogel ausübt, und der Wille, in ihrer Heimatregion etwas zum Artenschutz beizutragen. Neben der Begeisterung machte sich bei manchen allerdings auch Frust bemerkbar – zum Beispiel bei Jürgen Simon aus Traisbach, der sich seit 2015 auf hessischer Seite als Kartierer engagiert: „Von Horstbaumfällungen über Vergiftungen bis hin zu Prädation habe ich leider alles erlebt.“

Dass er weitermachte, lag an den Erlebnissen, die all das wieder wettmachten: „Das Eindrucksvollste war, als ich einmal die Kommunikation der flügge werdenden Jungvögel mit den Eltern beobachten konnte.“

Bernd Baumann, der für zwei Bereiche nahe seinem Heimatort Unterkatz in Thüringen zuständig war, erlebte den schönsten Moment, als er in „seinem“ Horst einen Jungvogel entdeckte. Der heute 68-Jährige war – abgesehen von einem Jahr, in dem er verletzungsbedingt aussetzen musste – seit Projektbeginn mit von der Partie.

Motiviert habe ihn unter anderem die Sorge um den Bestandsrückgang des Rotmilans, erklärt er. Auch Martina Faber gehört zu den Aktiven der ersten Stunde. Begonnen hat ihr Hobby aber mit dem Rotmilan, den sie seit 2015 in vier verschiedenen Bereichen in der Bayerischen Rhön beobachtete. „Wenn man einen Rotmilan-Horst entdeckt, ist das wie ein Sechser im Lotto“, schwärmt die Naturfreundin. (ic)

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