Das neue Logo für gegenseitige Rücksichtnahme ziert nun den Fernradweg R2, der durch Schmalnau führt.
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Der Fernradweg R2, der durch Schmalnau führt, wird im Sommer stark frequentiert. Doch dort liegen auch viele landwirtschaftliche Flächen, so dass sich Radfahrer und Landwirte in die Quere kommen. Der Kreisbauernverband wirbt nun mit einem Logo für gegenseitige Rücksichtnahme.

Traktoren vs. Radfahrer

Beziehung mit Konfliktpotential: Kreisbauernverband wirbt für gegenseitige Rücksichtnahme

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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Fast jeder Radweg im ländlichen Raum ist auch ein landwirtschaftlicher Weg. Das führt unweigerlich dazu, dass Traktor- und Radfahrer aufeinander treffen. Um Konflikten vorzubeugen, hat der Kreisbauernverband jetzt vorgesorgt. 

Schmalnau - Der Chef selbst legte Hand an: Sebastian Schramm, Geschäftsführer beim Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld, sprühte weiße Farbe auf den asphaltierten Weg. Mithilfe einer Schablone entstand ein Logo: „Rücksicht macht Wege breit“. Es ist das erste Logo der gleichnamigen Aktion, die gestern gestartet ist. Die Initiative soll dafür sorgen, dass Landwirte mit ihren Traktoren und Radfahrer auf den gemeinsam genutzten Wegen gut zurechtkommen.

Zum Beispiel in Ebersburg-Schmalnau: Der dortige Fernradweg R2 wird stark frequentiert – besonders, wenn das Wetter gut ist. Doch genau dann sind auch die Landwirte unterwegs. Sommerzeit heißt Erntezeit. Für Heuernte und Silage brauchen die Bauern trockenes und warmes Wetter.

Kreisbauernverband bittet Ausflügler um Rücksicht

Dass es dann auf den Wegen zu Problemen kommt, hat Ludwig Füller, Ortslandwirt in Schmalnau, schon erlebt. „Es gibt oft Fahrradfahrer, die auf ihr „Vorrecht“ pochen.“ Doch die Bauern hätten eben teilweise sehr große Traktoren mit breiten Schwadern: „Da kann ich kaum Abstand zu Radfahrern einhalten“, so Füller.

Auch wenn Kreisbauernverbandschef Schramm betont, dass die Landwirte „natürlich aufpassen müssen“, so wird deutlich, dass er noch mehr die Radfahrer – genauso wie auch Fußgänger und Wanderer – in der Pflicht sieht. „Es wäre super, wenn die Ausflügler den Landwirten den Vorrang lassen. Denn mit großen Gefährten kann man nicht gut ausweichen. Wer zu weit in die Flure hineinfährt, stört wiederum die dortige Tierwelt.“

Schmalnau: Wirtschaftswege werden oft als Radwege genutzt

Er macht deutlich: „Die einen suchen Freizeitspaß und Erholung, die anderen haben manchmal Zeitdruck, weil sie die Ernte reinholen müssen und vielleicht das Wetter umzuschwenken droht.“ Schramm weiß um das Konfliktpotenzial, genauso wie Philipp Keil vom Fachdienst Regionalentwicklung beim Landkreis Fulda. Er sagt, im Kreis würden im ländlichen Raum gut 90 Prozent der Radwege auch landwirtschaftlich genutzt.

Dies sei sogar so vom Land gewollt, das den Ausbau von Wirtschaftswegen fördert. „Es sollen nicht zusätzliche Radwege gebaut werden, denn das kostet zum einen Steuergelder, zum anderen wird dadurch immer mehr Fläche versiegelt. Deshalb nutzt man eher Wirtschaftswege auch als Radwege.“

Neues Logo in Zukunft auch auf Radwegen in Hosenfeld, Eiterfeld und Bad Salzschlirf

Ebersburgs Bürgermeisterin Brigitte Kram (CDU) befürwortet dieses Vorgehen, da die Kommunen so nicht zusätzlich finanziell belastet werden. Neben Ebersburg wird das weiße Logo „Rücksicht macht Wege breit“ auch Wege in Poppenhausen, Nüsttal, Eiterfeld, Hosenfeld und Bad Salzschlirf zieren, zählt Malin Krieg vom Kreisbauernverband auf: „Weitere Kommunen, die mitmachen wollen, sind sehr willkommen.“

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