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20 neue Nacht-Experten: Nachfrage nach Führungen im Sternenpark Rhön wächst stetig

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Matthias Scheer aus Hilders ist einer der neuen Sternenparkführer in der Rhön.
Matthias Scheer aus Hilders ist einer der neuen Sternenparkführer in der Rhön. © Anna-Lena Bieneck

Der Sternenpark ist ein Alleinstellungsmerkmal der Rhön und zieht zahlreiche Touristen an. Öffentliche und private Führungen unterm Sternenhimmel sind besonders beliebt. Jetzt hat der Verein Sternenpark Rhön die Zahl seiner Sternenparkführer verdreifacht. 

Rhön - Die Nachfrage nach Sternenparkführungen nimmt immer mehr zu. Deshalb sind nun 20 zusätzliche Sternenparkführerinnen und Sternenparkführer aus Bayern, Hessen und Thüringen ausgebildet worden, um das Angebot an Führungen – es gibt gut 80 im Jahr – noch zu erweitern. Bisher gab es neun. Die neuen Nacht-Experten kommen aus allen Teilen der Rhön und haben bei einer Feierstunde an der Propstei Zella/Rhön ihre Zertifikate erhalten.

Rhön: 20 neue Nacht-Experten - Sternenpark-Führungen werden immer beliebter

Aber warum wird man Sternenparkführer? Matthias Scheer aus Hilders ist einer der 20 Neuen. „Astronomie und Astrophysik haben mich schon immer interessiert“, erklärt der 36-Jährige. Scheer wälzt hin und wieder Wissenschaftszeitschriften, um etwas über das Universum zu erfahren. Die spektakuläre Größe fasziniere ihn. „Wenn etwas zig Lichtjahre weg ist, dann sprengt das jegliche Vorstellungskraft“, staunt Scheer.

Hinzu kommt, dass der Hilderser sogar beruflich mit dem Thema Sternenpark zu tun hat, denn im Bauamt seiner Heimatgemeinde will man sich als Sternenparkkommune an die Richtlinien zum Schutz der Nacht halten, was zum Beispiel bei Bauanträgen mit Bauwilligen besprochen wird und bei dem Umrüsten der Straßenlaternen beachtet werden muss. „Das Thema rückt immer mehr in den Fokus.“

Scheer ist überzeugt: „Es ist eine sinnvolle Sache, die Nacht und die vielen nachtaktiven Tiere zu schützen.“ Bei Führungen kann er für das Thema sensibilisieren. In dem insgesamt 80-stündigen Lehrgang hat er deshalb viel über Astronomie, über Sternenbilder und über Flora und Fauna im Biosphärenreservat Rhön erfahren und wurde außerdem in Kommunikation, Recht und Betriebswirtschaft geschult.

Führungen durch den Sternenpark Rhön - auch zum Schutz der Nacht

Der Hilderser kann nun Führungen anbieten, zum Beispiel private. Solche seien besonders gefragt – als Geschenk zum runden Geburtstag, zum Hochzeitstag oder bei Firmenausflügen. Matthias Scheer, der sich ansonsten dem Hobby Blasmusik verschrieben hat, widmet seine Freizeit künftig auch dem Nachthimmel – „das klingt doch nach einem ganz netten Hobby“, findet er.

Dieser Meinung waren offenbar auch 19 weitere, die die Ausbildung absolviert haben. Die Teilnehmenden, die aus über 90 Bewerbungen ausgewählt worden waren, sind Lehrer oder Altenpflegerin, andere bieten bereits Naturführungen an oder sind, wie Scheer, Gemeindemitarbeiter und wollen bei der Reduzierung von Lichtverschmutzung mithelfen. Sieben von ihnen stammen aus Hessen – fünf aus dem Landkreis Fulda, neben Matthias Scheer sind das Mario Hartmann, Sabrina Heimbrodt, Andreas Hippert und Andreas Marth sowie zwei aus Hersfeld-Rotenburg –, sieben kommen aus Bayern und sechs aus Thüringen.

Vonseiten des Biosphärenreservats heißt es, dass das Ziel, wie Matthias Scheer schon betonte, neben der Förderung des Tourismus vor allem die Sensibilisierung für den Schutz der Nacht sei. Das wurde 2014 so festgeschrieben, als das Biosphärenreservat als internationaler Sternenpark ausgezeichnet worden ist: Lichtverschmutzung soll mit gezielten Maßnahmen eingedämmt werden, um einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, zum Schutz von Gesundheit und Klima und zur Energieeinsparung zu leisten. (jev)

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