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7,5 Millionen Euro in Sicht: Tanner Stadtverordnete beschließen IKEK-Programm

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Von: Rainer Ickler

18.000 Euro aus IKEK-Mitteln fließen in die Sanierung der Rhönhalle. (Archivbild)
18.000 Euro aus IKEK-Mitteln fließen in die Sanierung der Rhönhalle. (Archivbild) © Rainer Ickler

Jetzt ist es amtlich: Das Dorferneuerungsprogramm IKEK für die Stadt Tann und die Stadtteile kann starten. Die Stadtverordneten gaben in der jüngsten Sitzung ihre Zustimmung. Jetzt können in den kommenden fünf Jahren 7,5 Millionen Euro investiert werden.

Tann - Damit will die Stadt auf die vielen Herausforderungen der ländlichen Kommunen reagieren, Leerstand beseitigen und die Innenentwicklung vorantreiben, indem Gebäude, Geschäfte und Museen saniert werden. „Es ist das richtige Programm“, sagte Bürgermeister Mario Dänner (parteilos) angesichts der hohen Fördermöglichkeiten. Öffentliche Projekte werden mit bis zu 90 Prozent bezuschusst und private Vorhaben mit rund 35 Prozent.

Der Rathauschef sagte, das Programm sei in den vergangenen zwei Jahren basisdemokratisch unter großer Beteiligung der Tanner erarbeitet worden. Bürger, Vereine und die Politik seien in vielfältiger Form eingebunden gewesen. Er erinnerte beispielhaft an die Stadtteilspaziergänge, bei denen Projekte identifiziert wurden. (Lesen Sie hier: Tann wartet auf die Millionen - Corona bremst beim IKEK)

Rhön: Tanner Stadtverordnete beschließen Dorferneuerungsprogramm IKEK

Rund 50 Maßnahmen sind bei den verschiedenen Foren erarbeitet und aufgelistet worden. Welche letztendlich gefördert und umgesetzt werden, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung und als letzte Instanz die Wi-Bank, die die Förderzusagen geben müsse. „Wir werden in jedem Stadtteil etwas machen“, versprach der Bürgermeister.

Ein wichtiges Projekt wird auf alle Fälle die Sanierung der Rhönhalle sein, für die schon in diesem Jahr Gelder bereitstehen. Ebenso auf der Agenda stehen eine Konzeption für das Museumsdorf sowie die Sanierung des Friedhofs in Günthers. Neben den öffentlichen Maßnahmen betonte Dänner die Bedeutung der privaten Investitionen. In der Regel werden diese mit 35 Prozent bezuschusst.

Erste Projekte

Städtebauliche Beratung: 15.000 Euro (Förderung: 10.100 Euro)

Fachliche Verfahrensbeteiligung: 15.000 Euro (10.100 Euro)

Museumskonzept: 46.000 Euro (38.000 Euro)

Garten der Begegnung Günthers: 66.000 Euro (49.900 Euro)

Planung Neugestaltung Rhönhalle: 20.000 Euro (18.000 Euro)

Umsetzung Friedhofsmauer (keine Angaben)

Eine Stelle in der Verwaltung wird interessierte Bürger beraten. Das IKEK-Programm werde in den kommenden fünf Jahren zentrales Element des politischen Handelns sein, schloss Bürgermeister Dänner.

„Wir haben hier die Möglichkeit, gemeinsam unsere Stadt nach vorne zu bringen“

Als eine „zukunftsweisende Entscheidung für die Stadt Tann und die Stadtteile“ bezeichnete Jürgen Herberich (CDU) den Beschluss. Seit der Neuordnung der Wasserversorgung vor zehn Jahren sei dies die größte Investition. Entgegen der Stimmungsmache im Flugblatt sei IKEK nicht nur ein Programm für die Tanner Diakonie, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger. „Wir haben hier alle die Möglichkeit, gemeinsam unsere Stadt nach vorne zu bringen“, sagte er.

SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Jörges erklärte, dass der Prozess bis zur Genehmigung des Dorferneuerungsprogramms IKEK lange gedauert habe. Seit 2020 wird darüber beraten. „Ich hoffe, dass die Entscheidungen für die Projekte schneller fallen werden.“ Andrea Willing (parteilos), die sich enthielt, sagte, sie sei froh, dass man viele Projekte umsetzen könne. Willing wies aber darauf hin, dass das Programm finanziert werden müsse. „Müssen dafür Steuern erhöht werden?“, fragte sie.

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