Jüngere Wanderer nutzen häufig das Smartphone, um Routen zu erkunden.
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Papier-Wanderkarten haben vor allem bei jüngeren Wanderern ausgedient: Sie nutzen häufig das Smartphone, um Routen zu erkunden. Die Rhön GmbH nimmt diesen Trend auf und digitalisiert Rhöner Wanderwege.

Neues Projekt

Wanderwege in der Rhön werden in Corona-Zeiten digitalisiert - Funklöcher kein Problem?

  • Leon Weiser
    vonLeon Weiser
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Für viele Menschen ist Wandern in der Rhön besonders in diesen Corona-Zeiten eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Die Rhön GmbH möchte das Wandern attraktiver gestalten und digitalisiert Wanderwege, sodass jeder eigene Touren planen kann.

Rhön - Das Ziel der Rhön GmbH als Gesellschaft für Tourismus und Markenmanagement ist es, den Tourismus in der Rhön zu fördern. Für ein größeres Wanderangebot in der Rhön, das gerade jetzt in der Corona-Zeit gefragt ist, haben sich die Verantwortlichen überlegt, ein digitales Wandernetz zu erstellen. (Lesen Sie hier: Tourismus in der Krise: In Region Fulda sind Gästezahlen eingebrochen - Betriebe stehen mit Rücken zur Wand)

Für das Projekt „Gemeinsam aktiv unterwegs – besonders in der Thüringer Rhön“ arbeitete die Rhön GmbH in den vergangenen zwei Jahren mit dem Tourenportal Outdooractive zusammen. Auf diesem Portal, das ähnlich wie Komoot funktioniert, können Suchbegriffe eingegeben und so bestimmte Touren gefunden werden.

Wandernetz in der Rhön: Wandern in der Corona-Pandemie digital erlebbar machen

Das digitale Wandernetz wird eine eigene Internetadresse erhalten, die spätestens Anfang nächster Woche abrufbar sein soll. Für Touristen und Wanderfreunde eine interessante Information, denn über den Planer sollen sämtliche Wanderwege der thüringischen, aber auch der hessischen und bayerischen Rhön digital eingepflegt werden.

„Die Leute können bestehende Wanderrouten finden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, eigene Touren zu planen. Das ist einfach und für jeden frei zugänglich“, erklärt Katharina Happel, Managerin des Projekts. Doch in der Rhön gibt es viele Funklöcher. Das sei trotz der digital geplanten Tour kein Problem: „Es gibt viele technische Zusatzfunktionen, sodass die Touren auch offline verfügbar sind“, erläutert Johannes Metz, Abteilungsleiter Kommunikation der Rhön GmbH. Außerdem werden auf der digitalen Wanderkarte Übernachtungsmöglichkeiten angezeigt. „Das ist ein Service, damit die Leute sehen, was es noch alles in der Umgebung gibt“, sagt Metz. 

Wanderer ohne Smartphone können die Touren mit einem sogenannten GPX-Track auf einem tragbaren Navi speichern. Auf Papier-Wanderkarten müssen die Menschen indes nicht verzichten. „Natürlich gibt es diese auch weiterhin oder die Tour kann ausgedruckt werden“, sagt Happel.

Wanderwege in der Rhön werden digitalisiert - Touren können bewertet und kommentiert werden

Auf der neuen Internetseite oder direkt über Outdooractive können die gelaufenen Touren bewertet und kommentiert werden. „Wir freuen uns zudem, wenn Besucher Fotos machen und diese hochladen“, meint die Projektmanagerin. In den Kommentaren können Wanderer auch gern auf mögliche Sperrungen oder Hindernisse hinweisen. 

Die ursprüngliche Idee, Wanderwege zu digitalisieren, kam vom Wartburgkreis in Thüringen. „Wir wollen Wanderwege in dem Landkreis, aber auch in jedem anderen der Rhön, bekannter machen, da nur wenige Menschen alle Wege kennen. Unser Ziel ist es, alle Kommunen der Rhön in das System einzuarbeiten“, erläutert die Projektmanagerin, die mit ihrem Team seit zwei Jahren an der Digitalisierung arbeitet.

Video: Welche Ausrüstung brauche ich? Wander-Tipps vom Experten

Die Corona-Krise habe wegen der erhöhten Nachfrage zum Wandern auch ihren Teil zu der Idee beigetragen. Die Besucherlenkung auf den Wegen solle besser funktionieren, sodass „keiner mehr kreuz und quer laufen muss“, sagt sie. Auch soll es Rad- und Winterwanderwege geben, wobei die Planung der Radwege noch am Anfang steht. Zu den Wegen können die Kommunen ihren Teil beitragen, damit schon in diesem Winter Wege für Skifahrten und Wanderungen online verfügbar sind.

„Bei den Radwegen werden wir zunächst die großen und bekannten Wege aufnehmen, wie den Rhön- oder Milseburgradweg im Landkreis Fulda. Für Mountainbikes wird das Ganze noch erweitert, aber damit lassen wir uns Zeit. Wir werden uns noch mit den Kommunen austauschen“, sagt Happel, „unser Fokus liegt aktuell auf Winter- und Skiwegen, damit sie für den nächsten Winter fertig sind.“

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