Der Berg der Flieger: Sowohl Segelflieger als auch Paraglider können auf der Wasserkuppe ihrer Flugbegeisterung nachgehen. Andreas Schubert von der Gleitschirmschule Papillon hat das Foto bei einem Flug gemacht.
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Der Berg der Flieger: Sowohl Segelflieger als auch Paraglider können auf der Wasserkuppe ihrer Flugbegeisterung nachgehen. Andreas Schubert von der Gleitschirmschule Papillon hat das Foto bei einem Flug gemacht.

Wandern, klettern, fliegen

Urlaubsziel Rhön: Darum lockt das Mittelgebirge immer mehr Touristen in die Region

  • Daniela Petersen
    VonDaniela Petersen
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6,1 Millionen Übernachtungen zählte die Rhön im Jahr 2019. Dazu kommen noch 19 Millionen Tagesgäste. Was es im Land der offenen Fernen zu sehen gibt und wie wichtig der Tourismus für die Rhön geworden ist, erklärt Johannes Metz von der Rhön GmbH.

Rhön - Weite, saftige Wiesen, die von einzelnen Bäumen und kleinen Wäldern ergänzt werden; dazu ein wilder Himmel, den ein Künstler nicht hätte dramatischer malen können: Wer seinen Blick über die Lange Rhön streifen lässt, der kommt zu dem Schluss, dass die Rhön ein ganz besonderer Ort ist.

Im Gegensatz zu anderen Mittelgebirgen bieten sich hier fantastische Fernblicke, weil die früheren Buchenwälder im Laufe der Jahrhunderte abgeholzt und in Graslandschaften umgewandelt wurden. Nicht umsonst wird die Rhön daher auch das Land der offenen Fernen genannt. Immer mehr Touristen nehmen das Gebirge im Herzen Deutschlands, das zu Hessen, Thüringen und Bayern gehört, als lohnenswertes Urlaubsziel wahr. Besonders in Corona-Zeiten profitiert die Rhön vom Inlandstourismus.

Rhön: So lockt das Mittelgebirge immer mehr Urlauber an

2019 kamen 6,1 Millionen Übernachtungsgäste und rund 19 Millionen Tagesgäste. „Die Zahlen zeigen, dass der Tourismus ein wichtiges Element der Region ist und an Bedeutung zugenommen hat. Das Potenzial und die Möglichkeiten für die früher doch sehr ärmliche Region sind zusammen mit dem Tourismus und der Wirtschaft stetig gewachsen“, erklärt Johannes Metz, Kommunikationsleiter bei der Rhön GmbH.

Tourismus in Zahlen

6,1 Millionen Übernachtungsgäste haben 2019 die Rhön besucht.

19 Millionen Tagesgäste waren 2019 in der Rhön. Davon profitiert hat das Gastgewerbe zu 54 Prozent, der Einzelhandel zu 21,3 Prozent und Dienstleistungen zu 24,7 Prozent. (Quelle: Rhön GmbH, dwif)

11.892 Gästebetten gab es 2020 im Durchschnitt in der hessischen Rhön – ohne Camping. 2019 lag die Anzahl um 18 Prozent höher. 2018 waren es 13.500 Betten.

Es gebe viele Alleinstellungsmerkmale: Seit 2014 ist das Unesco-Biosphärenreservat Rhön ein Internationaler Sternenpark. Die Wasserkuppe gilt als „Berg der Flieger“. In der Rhön befindet sich der Milseburgtunnel, der als längster Radtunnel Deutschlands gilt. Und mit dem Rhönschaf hat das Mittelgebirge auch ein eigenes Maskottchen. „Wir haben hier Aspekte von sanftem Tourismus und Entschleunigung, gleichzeitig kann man aber auch aktiv sein“, betont Metz. Neben Wanderern kämen auch Kletterer und Radfahrer auf ihre Kosten. „Die Rhön ist in den vergangenen Jahren gerade bei Familien und jüngeren Besuchern immer beliebter geworden.“ Und auf Point Alpha werde der Kalte Krieg erfahrbar.

Darüber hinaus gibt es mit der Stadt Fulda – quasi vor den Toren der Rhön – eine weitere Alternative. „Fulda bietet vor allem mit seinem in dieser Art einzigartigen Barockviertel für alle interessierten Stadtentdecker ein breites Angebot“, erklärt Magistratspressesprecher Johannes Heller. Neben Sehenswürdigkeiten wie Dom, Michaelskirche, die eine der ältesten Kirchen Deutschlands ist, Stadtschloss und Schlossgarten mit Orangerie sind seit einigen Jahren auch die Musicals ein Grund für Touristen, die Region zu besuchen. (Lesen Sie auch: Mallorca, Türkei, Griechenland: So bewertet der Tui-Chef die Zielen für den Sommer-Urlaub)

Video: Musicals und Konzerte locken Touristen nach Fulda

Seit 2014 wird in Fulda – mal abgesehen von Corona – der Musicalsommer veranstaltet. Seitdem verzeichnen Hotels, Restaurants und Geschäfte höhere Umsätze, was sich bei den Übernachtungsgästen ablesen lässt. Die Firma Spotlight hat eine Erhebung für das Jahr 2017 gemacht. Das Ergebnis: In der Innenstadt wurde durch die Musicalgäste ein zusätzlicher Umsatz von sieben Millionen Euro gemacht. Heller ist überzeugt: „Viele Angebote, die sich primär an Touristen richten, werden auch von den Einheimischen gerne angenommen. Und von der zusätzlichen Kaufkraft der Touristen profitieren auch die Fuldaerinnen und Fuldaer. So manches Einzelhandelsgeschäft oder Gastronomieangebot gäbe es ohne die touristische Nachfrage womöglich nicht in Fulda.“

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