Tourismus: Die Wasserkuppe, Hessens höchster Berg, ist ein Anziehungspunkt für viele Urlauber im Landkreis Fulda.
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Die Wasserkuppe, Hessens höchster Berg, ist ein Anziehungspunkt für viele Urlauber.

Herbstferien-Beginn

Tourismus in der Rhön und im Vogelsberg zieht wieder an - „Wandern ohne Gepäck“ besonders beliebt

Zum Beginn der Herbstferien geht es im hessischen Tourismus wieder aufwärts: Hotels und Pensionen verzeichnen steigende Buchungszahlen, Restaurants und Cafés füllen sich - auch in der Rhön und im Vogelsberg.

Rhön/Vogelsberg - „Die Branche profitiert vom Trend zum Urlaub zu Hause“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga Hessen, Julius Wagner. Gerade im Herbst seien Wander-Angebote und andere Outdoor-Aktivitäten gefragt. Mehr Gäste bedeuten aber auch mehr Arbeit - und das, obwohl sich viele Gastronomie-Mitarbeiter in der Corona-Pandemie andere Jobs gesucht haben.

So hatte das hessische Gastgewerbe im Juli dieses Jahres fast 11.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte weniger als vor der Corona-Krise im Juli 2019. Kleiner Lichtblick für Wirte und Hoteliers: Mittlerweile kämen erste 450-Euro-Jobber wieder zurück, weil sie merkten, dass wieder „was geht“, wie Wagner sagte. Zusätzlich seien Wirte und Hoteliers gefordert, sich mit mehr Ruhetagen und einer intelligenten Dienstplangestaltung der Situation anzupassen.

Rhön und Vogelsberg: Tourismus zieht wieder an - „Wandern ohne Gepäck“

In der Rhön hat der Tourismus seit dem Frühsommer spürbar angezogen. An das Niveau aus Vor-Corona-Zeiten werde man in diesem Jahr aber nicht anknüpfen können, auch weil das Personal fehle, sagte ein Sprecher der Tourismusgesellschaft Rhön. Gut fünf Millionen Übernachtungen seien vor der Pandemie in Hotels und Pensionen in der Rhön pro Jahr gebucht worden. Wegen der Lage im Drei-Länder-Eck sind bei dieser Zahl allerdings nicht nur hessische, sondern auch bayerische und thüringische Beherbergungsbetriebe eingerechnet. (Lesen Sie auch: Rhön per Smartphone erkunden: Neue App mit 3D-Karte und Ausflugstipps)

Besonders beliebt sei „Wandern ohne Gepäck“: Unbeschwert von Taschen oder Rucksäcken können Wanderer Tagesetappen zurücklegen, das Gepäck wird zur Zielunterkunft transportiert. Auch der E-Bike-Trend sorge für einen Schub. Gerade in bergigen Regionen ermöglichten Fahrräder mit Elektromotor Touren, die sich Radler sonst vielleicht nicht zugetraut hätten. Hinzu komme der Trend zur Nachhaltigkeit, der gerade im Biosphärenreservat deutlich werde - etwa bei geführten nächtlichen Wanderungen im Sternenpark Rhön, die die Bedeutung der natürlichen Dunkelheit für Umwelt und Tiere näherbringen sollen.

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Sorgen wegen Personalmangels kennen auch Wirte und Hoteliers im Vogelsberg. Manche hätten während der Pandemie extra Außenbereiche erweitert, um Corona-Regeln einhalten zu können - könnten diese aber nicht bewirtschaften, weil Mitarbeiter fehlten. Die Geschäftsführerin der Region Vogelsberg Touristik, Petra Schwing-Döring, appellierte an Urlauber, sich auf gelegentlich längere Wartezeiten einzustellen.

Generell profitiere auch der Vogelsberg vom Trend zum Inlandstourismus. Während im vergangenen Jahr viele „Noturlauber“ mangels Alternativen in der Region ihre Ferien verbrachten, kämen mittlerweile Menschen aus ganz Deutschland. Wandern sei sehr beliebt. Um Gäste-Staus an „Hotspots“ wie dem Hoherodskopf zu vermeiden, arbeite man an einem Masterplan für eine bessere Besucherlenkung. (dpa)

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