Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner will die Entscheidung der VR Bank Fulda, ihre Filiale in Wüstensachsen zu schließen, nicht akzeptieren.
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Das Kreuz mit den Jahreszahlen von Gründung und Schließung der Bank ist Teil des Protests: Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner will die Entscheidung der VR Bank Fulda, ihre Filiale in Wüstensachsen zu schließen, nicht akzeptieren.

Demo in Fulda

Ehrenbergs Bürgermeister will Filialschließung nicht akzeptieren - und stellt Forderung an VR Bank

Die Entscheidung der VR Bank Fulda, ihre Filiale in Wüstensachsen zu schließen, stößt in der Gemeinde auf Kritik. Bürgermeister Peter Kirchner (parteiunabhängig) fordert von Vorstand und Aufsichtsrat, den Schritt zu überdenken. Mit einer Demo und einer Unterschriftenaktion soll der Kritik Nachdruck verliehen wird.

Ehrenberg - In einer Pressemitteilung hat die Gemeinde Ehrenberg am Montag erneut ihren Unmut über die geplante Schließung der VR-Bank-Filiale in Wüstensachsen geäußert. Dass sogar der Selbstbedienungsbereich mit dem letzten Geldautomaten in der Gemeinde abgebaut werden soll, ärgert die Verantwortlichen besonders.

Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner macht klar, dass man diese Entscheidung der Fuldaer Bankzentrale so nicht akzeptieren könne. „Wir sind die einzige Kommune im gesamten Landkreis Fulda, die dann weder eine Bankfiliale noch einen Geldautomat besitzt“, so der Bürgermeister.

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Dies bedeute für die Gesamtgemeinde Ehrenberg mit ihren Ortsteilen Wüstensachsen, Melperts, Seiferts, Thaiden und Reulbach und somit Tausende Kunden: kein Bargeld, keine Beratung, keine Kontoauszüge und kein Geldautomat. Für Bürgerinnen und Bürger, Gäste, Unternehmen und Vereine sei dies eine Katastrophe.

Der ländliche Raum werde durch die Schließung der Bankfiliale abgehängt. Ältere Menschen und auch Flüchtlinge vor Ort, die weniger mobil seien, würden somit stark benachteiligt. Kirchner sieht die Entwicklung der Gemeinde Ehrenberg in Gefahr. „Ich befürchte eine Kettenreaktion: Wer seine Bankgeschäfte künftig in Hilders oder Gersfeld erledigt, wird auch dort einkaufen gehen. Was das für unseren letzten Lebensmittelmarkt und die anderen Geschäfte bedeutet, ist klar.“

Mit dieser Maßnahme werde die VR Bank Fulda zudem ihren eigenen Zielen „Kundennähe“, „Verantwortung für die Region“, „gesellschaftlich verantwortliches Handeln“ nicht gerecht. Kirchner betont: „VR Bank Fulda - Partner der Region? Die Entscheidung, in Ehrenberg tabula rasa zu machen wegen vom Vorstand vermuteter Einspareffekte von 50.000 Euro, lässt hier doch andere Schlüsse zu.“

Aus Kirchner Sicht mache die Bank in diesem Fall auch einen „strategischen Fehler in Bezug auf die Kundenbindung“, heißt es in der Mitteilung. In Ehrenberg seien nahezu alle Bürgerinnen und Bürger Kunden der VR Bank. Ob dies in Zukunft so bleibt, sei die Frage.

Mit einer Unterschriftenaktion will die Gemeinde Ehrenberg gegen die Schließung der VR-Bank-Filiale vorgehen.

Kirchner wendet sich an Vorstand und Aufsichtsrat: „Ich rufe Sie dazu auf, Ihr Leitbild und die Idee der Genossenschaftsbank zu leben! Für die Region. Für den ländlichen Raum. Und auch für Ehrenberg.“

Neben einer Resolution der gemeindlichen Gremien wurde bereits eine Unterschriftenaktion gestartet. Außerdem findet am Freitag, 15. Oktober, um 15 Uhr eine Demonstration auf dem Universitätsplatz in Fulda statt. Kirchner rechnet mit 100 bis 150 Teilnehmern, erklärt er auf Nachfrage unserer Zeitung.

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Die VR Bank Fulda hatte in der vergangenen Woche die Schließung der Filialen in Ehrenberg-Wüstensachsen und Steinau-Ulmbach angekündigt. Zur Begründung heißt es: „Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt: Das Verhalten der Kundinnen und Kunden hat sich nachhaltig verändert. Durch die Digitalisierung wurden die betroffenen Filialen immer weniger besucht. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend nochmals verstärkt.“

Die Filiale in Wüstensachsen soll mit den Standorten in Hilders und Gersfeld zusammengelegt werden. Mitarbeiter sollen nicht entlassen werden. (lio)

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