Bianca Weber und ihr Vater Helmut Weber vor dem neuen Mühlrad.
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Bianca Weber und ihr Vater Helmut Weber sind stolz auf das neue Mühlrad.

500 Jahre alte Anlage

Mühlrad austauscht: Die Wallingsmühle in der Rhön klappert wieder 

Die Familie Weber aus Hofbieber-Wallings besitzt seit über einem Jahrhundert eine Wassermühle. Bis vor einem Jahr wurde dort noch Getreide gemahlen. Nun werden Führungen angeboten. Leider ging Anfang des Jahres das alte Mühlrad kaputt und musste erneuert werden. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen, und das Rad dreht sich wieder. 

Hofbieber - Für Familie Weber war es keine Frage, dass sie das Mühlrad erneuert, denn die 500 Jahre alte Anlage befindet sich schon seit über 100 Jahren in ihrem Besitz. „Die Mühle bedeutet für uns, dass wir die besondere Aufgabe haben, die Familientradition fortzuführen, altes Wissen weiterzugeben und das Kulturgut zu erhalten”, erklärt Bianca Weber. Dazu wolle man auch in Zukunft jungen Leuten zeigen, wie früher gearbeitet und wie Mehl hergestellt wurde, erklärt die gelernte Sozialpädagogin.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Mühle im Jahr 1505. Die Familie vermutet, dass sie das erste Gebäude war, um das sich das Dorf Wallings damals entwickelte. 385 Jahre später ging sie schließlich in den Weber’schen Familienbesitz über. Im Jahr 1958 brannte die Mühle vollkommen nieder und musste von Helmut Weber wieder aufgebaut werden. Als er seiner Tochter die Mühle überschrieb, gab er sie in die Hände der 12. Generation.

Mühle in Hofbieber-Wallings wurde im Jahr 1505 erstmals erwähnt

Anfang des Jahres war das alte Mühlrad so beschädigt, dass es erneuert werden musste. Keine Frage, dass die Familie diese Investition tätigte. Während das alte Mühlrad noch zu zwei Dritteln aus Eichenholz bestand, entschied sich die Familie jetzt für ein Rad aus Stahl, damit es länger hält.

Bianca Weber erläutert, „eine Mühle ist wie ein Kind, man muss sich stetig um sie kümmern.“ Deshalb müssten von Zeit zu Zeit Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden. Erst vor kurzem mussten die Mühlarme im Inneren des Rades erneuert werden. „Es ist ein Glück, dass ich meinen Mann Peter habe. Ohne ihn und seine Handwerkskünste würde die Mühle sich vermutlich heute nicht mehr drehen“, berichtet Bianca Weber.

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Familie Weber bietet Führungen durch das Gebäude an

Inzwischen ist das Rad mit einem Durchmesser von dreieinhalb Metern ausgetauscht und die von der Familie angebotenen Führungen zum Thema „Alte Technik neu erleben“ können wieder angeboten werden. Aktuell werden sie noch als Vater-Tochter-Projekt durchgeführt, denn Bianca Weber gesteht schmunzelnd, dass sie noch einiges an Wissen von ihrem Vater lernen kann.

Senior Weber kümmere sich „mit Herzblut“ um das Familienprojekt, wie seine Tochter sagt. Der gelernte Müller mahlte bis vor einem Jahr noch Getreide und verkaufte das Mehl an kleinere Bäckereien in den umliegenden Ortschaften. Von jetzt an wird die Mühle nur noch Mehl für die Führungen mahlen.

Die nächste Führung ist für den 22. Oktober geplant. Es soll eine Grundschulklasse kommen. Die Kinder werden in kleineren Gruppen, unter Wahrung der Coronaregeln, durch das vierstöckige Gebäude geführt und einen Einblick in das Mahlen von Getreide erhalten. (Sonja Ruf)

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