Auto Schnee driften reifen
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Driftend durch den Schnee schlittern – darauf sind die Teilnehmer bei „Schneepartys“ auf der Wasserkuppe aus. Dabei wurden mitunter Verkehrsschilder umgefahren.

Skiliftbetreiber berichten

„Nachts ist hier Halligalli“ - Drifter richten mit Autos Schäden in der Rhön an

  • Alina Komorek
    VonAlina Komorek
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  • Jessica Vey
    Jessica Vey
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Diese Schneetouristen sind unerwünscht: Sobald es in der Rhön schneit, kommt es immer wieder zu nächtlichen Treffen von Dutzenden Autofahrern. Sie schlittern über Parkplätze und richten Schaden an. Das Phänomen ist Skiliftbetreibern und der Polizei bekannt. 

Rhön - „Nachts ist hier oben Halligalli“, beschreibt Florian Heitmann von der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe. Seit Jahren beobachtet er das Phänomen: Wenn es geschneit hat, treffen sich Menschen mit ihren Fahrzeugen auf den Parkplätzen auf der Wasserkuppe (Kreis Fulda). (Lesen Sie hier: Start in die Skisaison - Vorfreude bei den Liftbetreibern riesig)

Bis zu 60 Autos versammeln sich. Dann wird gedriftet – das heißt, die Autofahrer geben Gas und schlittern und rutschen auf dem Schnee herum, verlieren dabei aber nicht selten die Kontrolle über ihr Fahrzeug.

Die Drifter richten nachts immer wieder Schäden auf den Parkplätzen an.

Parkautomaten und Verkehrsschilder seien auf der Wasserkuppe bereits umgefahren und beschädigt worden. Wenn der Schnee auf dem Parkplatz festgefahren ist, dann braucht Heitmann fürs Freiräumen am nächsten Morgen doppelt so lange wie sonst.

Rhön: Schäden auf der Wasserkuppe - Drifter machen Berg nachts unsicher

Auch vor der Skipiste machen die Autofahrer nicht Halt. Harald Jörges vom Skilift Zuckerfeld, der sich unterhalb der Wasserkuppe befindet, erklärt, dass am vergangenen Wochenende wieder eine nächtliche „Schneeparty“ stattgefunden hat und die Teilnehmer die Skipiste aufgewühlt hätten.

„Die Leute kommen aus dem Vogelsberg oder sogar aus dem Würzburger Raum hergefahren.“ Heitmann sagt, diese „Szene“ verabrede sich wohl übers Internet zu solchen Treffen (lesen Sie auch hier mehr: Drifter am Hoherodskopf - Polizei im Vogelsberg kontrolliert verstärkt nachts auf Parkplätzen).

Sie hinterlassen viel Müll, hauptsächlich handele es sich um Tüten und Kartons eines bekannten Schnellrestaurants sowie Getränkedosen. Jörges berichtet von lauter Musik nachts um drei Uhr. Vergangenen Samstag seien sogar Knallkörper gezündet worden. Der nahe des Skilift wohnende Betreiber rief die Polizei.

Auch den Beamten ist das Phänomen bekannt. Dominik Möller, Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen, erklärt, dass es sich bei unnötiger Lärmerzeugung oder vermeidbarer Abgasbelästigung um Ordnungswidrigkeiten handelt. „Die Strafen liegen nach dem neuen Bußgeldkatalog im zwei- bis dreistelligen Bereich.“ Käme es zu gefährlichen Verkehrssituationen oder Sachbeschädigungen, habe das mitunter strafrechtliche Folgen. (Lesen Sie hier: Besucher-Andrang auf der Wasserkuppe - Polizei muss Zufahrt sperren)

Video: Schön weiße Winterlandschaft in der Rhön

Zu den Parkplätzen rund um die Wasserkuppe gibt Möller an, dass die Polizei in diesem Bereich regelmäßig Kontrollen durchführe – so auch in den zurückliegenden Wochen.

Vor Ort stellten die Beamten einzelne Verstöße fest und erteilten Platzverweise, teilte der Sprecher mit. Darüber hinaus führe die Polizei Gespräche und weise auf die Gefahren des Driftens hin. Und man zeige weiterhin Präsenz rund um die Wasserkuppe.

Eine gute Nachricht gibt es derzeit: Es herrscht Tauwetter in der Rhön, sodass der Schnee auf den Parkplätzen und damit die nächtlichen Treffen Geschichte sind – zumindest für jetzt.

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