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Immer mehr Besucher in der winterlichen Rhön: Keine harten Corona-Maßnahmen geplant

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Von: Jessica Vey

Die Rhön sieht derzeit aus wie ein Winter-Wunderland und zieht viele Besucher an.
Die Rhön sieht derzeit aus wie ein Winter-Wunderland und zieht viele Besucher an. © Boris Kiauka

Zahlreiche Menschen zieht es in die verschneite Rhön. Vergangenes Wochenende war so viel los, dass die Polizei Sonntagmittag die Zufahrten zur Wasserkuppe sperren musste. Von Zuständen wie im Januar 2021 sei man jedoch noch weit entfernt.

Wasserkuppe - Genau vor einem Jahr waren ein Dutzend Parkplätze in der Rhön vier Wochenenden hintereinander gesperrt, um den Wintertourismus zu einer schwierigen Zeit der Corona-Pandemie einzudämmen. Diese drastischen Maßnahmen hatten die Behörden ergriffen, nachdem es am Neujahrswochenende zu einem Massenansturm an Menschen aus ganz Deutschland und zu Verkehrschaos gekommen war – und das mitten im Lockdown.

Obwohl die Infektionszahlen aktuell sogar noch höher sind als damals, sieht der Landkreis Fulda keine Notwendigkeit der generellen Sperrung der Parkplätze aus Pandemiegründen, wie es vonseiten der Pressestelle heißt. „Dies würde zu einer Verlagerung des Verkehrsaufkommens und der Überlastung von Parkplätzen in anderen Teilen der Rhön führen.“

Rhön: Winter-Tourismus boomt - Keine Corona-Maßnahmen geplant

Bei Bedarf würden die Polizei und Ordnungsbehörden weitere Maßnahmen ergreifen – ähnlich wie am vergangenen Wochenende, erklärt der Kreis und spielt damit auf die Sperrung der Zufahrten am Sonntag zu Hessens höchstem Berg an.

„Überdies setzt der Landkreis weiterhin auf die Eigenverantwortung der Besucherinnen und Besucher im Hinblick auf die Einhaltung der Hygieneregelungen und zur Kontaktbeschränkung. Denn eine Infektion unter freiem Himmel nimmt bei Einhaltung von Abständen zu anderen Personen eher eine untergeordnete Rolle ein“, heißt es.

Auch in den Rhönkommunen Gersfeld und Poppenhausen sehen die Bürgermeister noch keinen Grund, einzugreifen. „Ich habe Verständnis für die Erholungssuchenden, die in die Rhön kommen, um das Schneeerlebnis genießen zu können. Das war vielen in den letzten Jahren verwehrt geblieben“, erklärt Poppenhausens Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU) und verweist auf milde und schneearme Winter sowie die Saison 2020/21, als Wintersportanlagen wie Skilifte trotz reichlich Schnee geschlossen bleiben mussten.

Er hält das Mittel, die Zufahrten zur Wasserkuppe zu sperren, sobald die Parkplatzkapazitäten ausgeschöpft sind, für sinnvoll. „Denn sonst kann es zu Gefahrensituationen kommen, wenn die Fahrzeuge an der Straße geparkt werden und die Besucher auf der Fahrbahn den Berg hinauf laufen.“ Dass es in den umliegenden Ortschaften in der Rhön zu zugeparkten Einfahrten und Straßenrändern komme, dass beobachte er nur vereinzelt. (Lesen Sie hier: Schnee lockt Drifter an - Polizei kontrolliert Parkplätze auf der Wasserkuppe)

Verantwortliche in der Rhön: Situation mit 2021 nicht vergleichbar

Gerade weil die Ferien nun vorbei sind, halte er die Situation des Wintertourismus für überschaubar. Außerdem verteilten sich die Besucher in der Rhön, da Wintersport nicht nur auf der Wasserkuppe, sondern auch am Simmelsberg bei Gersfeld sowie am Kreuzberg und am Arnsberg in der fränkischen Rhön möglich ist.

Auch sein Amtskollege aus Gersfeld, Dr. Steffen Korell (CDU), blickt entspannt auf das kommende Wochenende. „Mit der Situation Anfang 2021 ist das lange nicht vergleichbar.“ Dass die Zufahrten zur Wasserkuppe gesperrt werden, das sei in den vergangenen Jahren hin und wieder vorgekommen. Mittelfristig arbeite der Landkreis hier an einem Parkleitsystem, um beispielsweise mittels LED-Tafeln frühzeitig auf die Parkplatzsituation auf Hessens höchstem Berg hinzuweisen. Dies würde der Bürgermeister begrüßen.

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