Flauschiger Kumpel: Christian Heger kümmert sich um 60 dieser Tiere.
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Flauschiger Kumpel: Christian Heger kümmert sich um 60 dieser Tiere.

Schutz vor dem Wolf

„Jedes hat seinen eigenen Charakter“ - Christian Heger kümmert sich um 60 Rhönschafe

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Friedlich grasen sie auf der Weide. Und wenn man auf sie zugeht und ihnen etwas Hafer anbietet, sind sie zutraulich und lassen sich streicheln. Die Rede ist von Rhönschafen. Der 30-Jährige Christian Heger aus Wüstensachsen besitzt 60 dieser Tiere.

  • 60 Rhönschafe besitzt Christian Heger aus Wüstensachsen.
  • Eines der Rhönschafe hat der 30-Jährige mit der Flasche aufgezogen - es ist daher besonders zutraulich.
  • Seit zehn Jahren beschäftigt sich Christian Heger mit Rhönschafen. Vor dem Wolf sind Weide und Schafe besonders geschützt.

Wüstensachsen - „Jedes Rhönschaf hat seinen eigenen Charakter“, sagt Christian Heger und zeigt auf einen der wolligen Vierbeiner auf der großen Weide in Wüstensachsen. Seine Tiere kennt er ganz genau: „Es gibt die Spitzbuben, andere wiederum sind etwas bequemer und schauen sich dreimal um und dann gibt es welche, die etwas schreckhafter sind.“

Der 30-jährige Hobby-Schäfer besitzt insgesamt 60 Tiere, die im Sommer auf drei verschiedenen Weiden grasen. Eines der Schafe wurde sogar mit der Flasche aufgezogen. Er beschreibt es aus diesem Grund als besonders zutraulich.

Als Rhöner wählte Christian Heger wie selbstverständlich das Rhönschaf

Angefangen, sich mit Rhönschafen zu beschäftigen, hat Heger vor zehn Jahren – mit vier Tieren. Den Grund dafür, dass die Wahl auf Rhönschafe fiel, erklärt er so: „Ich komme aus der Rhön, ich bin hier in der Rhön, also muss es das Rhönschaf sein.“

Sein Wissen über die Tiere hat er sich selbst angeeignet. „Man kommt da Stück für Stück rein“, erklärt er. Außerdem wohne in Wüstensachsen ein Schäfer, den er bei Fragen zu den Tieren jederzeit kontaktieren könnte.

OrtWüstensachsen (staatlich anerkannter Luftkurort)
GemeideEhrenberg
Fläche18,65 km²
Vorwahl06683

Die Weide, auf der die Tiere stehen, ist idyllisch, man kann weit in die Ferne blicken, sogar das Radom ist von dort aus zu sehen. Doch Heger erklärt: „Bei Gewitter sieht das hier schon etwas anders aus. Dann kann es hier schon auch mal unheimlich werden.“ Den Schafen macht das allerdings nichts aus. Anders ist das bei Hitze. Dann stehen sie ganz eng zusammen und blicken zu Boden, um ihre dunklen Köpfe vor der Überhitzung zu schützen.

Weder Wochenenden noch Urlaub: Die Arbeit mit den Schafen ist zeitaufwendig

Mit dem Auto ist die Weide nur über Feldwege zu erreichen und auch von den Feldwegen ist es ein Stück zu Fuß durch das hohe Gras. Doch Heger kennt die Vorteile seines Hobbys: „Es ist ein Ausgleich zu den lärmenden Maschinen in meinem Job, hier habe ich meine Ruhe.“ Er ist gelernter Schreiner, doch bei seinen Schafen kann er „sein eigener Chef“ sein.

Sein Hobby ist zeitaufwendig – und kennt weder Wochenende noch Urlaub. Wenn er abends von der Arbeit heimkommt, macht er sich direkt auf den Weg zur Koppelrunde. Oftmals verstecken sich die Tiere und er muss erst nach ihnen rufen, bevor sie angetrabt kommen. Dann schaut er, ob alle Schafe da sind und ob es ihnen gut geht, kontrolliert die Batterien vom Weidezaungerät und misst und notiert die Stromstärke – schließlich muss die Weide sicher sein. Außerdem muss die Tränke sauber sein und es muss genug Wasser und Futter vorhanden sein.

Weide und Schafe sind vor dem Wolf bestens geschützt

Und was ist mit dem Wolf? Angst hat der 30-Jährige deswegen nicht. „Man macht sich schon Gedanken, aber bis jetzt ist noch nichts passiert“, sagt er. Vorbereitet habe er sich dennoch auf einen Wolfsangriff. Seine Weide ist von einem 90 Zentimeter hohen Elektronetz umspannt, das als „wolfssicher“ gilt.

Christian Heger kennt seine Rhönschafe gut. Er sagt, jedes von ihnen hat unterschiedliche Eigenschaften.

Die Frage, ob es nicht anstrengend sei, sich Tag für Tag nach getaner Arbeit noch um 60 Tiere zu kümmern, beantwortet der 30-Jährige so: „Ich mache das seit zehn Jahren, irgendwann ist das selbstverständlich.“ Der Vorstellung von einem Schäfer, der sich auf der Weide ein schattiges Plätzchen sucht und schläft, während ein Hund die Schafe hütet, widerspricht Heger.

„Für so etwas habe ich keine Zeit“, sagt er, denn Arbeit gebe es immer. Einmal im Jahr etwa müssen die Tiere geschoren werden – meistens im März. Außerdem komme auch irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Tiere geschlachtet werden müssen. Bei den Lämmern dauere das etwa ein Jahr.

Die Tiere, die zur Nachzucht behalten werden, bleiben für etwa acht Jahre. Umso schöner ist es für den 30-Jährigen, wenn es wieder neue Lämmer gibt. Lesen Sie hier: Rhönschaf-Hotel: Jürgen Krenzer kocht nur noch für Übernachtungsgäste. Tierisch ging es zuletzt auch beim einem Unternehmen in Unterfranken zu: Eine kleine Katze war als blinder Passagier auf die weitere Reise von Afrika nach Kahl gegangen.

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