Fotos: Volker Nies

RhönEnergie bangt um Steuervorteil

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Es geht für die Stadt und den Kreis Fulda um einen Millionenbetrag jedes Jahr: Bislang verrechnet die RhönEnergie Verluste aus dem Bäder- und Busbetrieb mit Gewinnen aus dem Strom- und Gasgeschäft. Das spart Steuern in Millionenhöhe. Diese Verrechnung, wie sie viele Versorger pflegen, steht jetzt bundesweit auf der Kippe.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Der Bundesfinanzhof hat den sogenannten „steuerlichen Querverbund“ moniert und dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg vorgelegt. Er soll klären, ob es sich bei der Verrechnung um eine verbotene Beihilfe handelt. Das berichten die RhönEnergie-Geschäftsführer Martin Heun und Dr. Arnt Meyer den Vertretern von Stadt und Kreis im Kommunalen Trägerausschuss.

„Das Urteil wird nicht 2019 oder 2020 fallen, sondern erst in einigen Jahren. Aber das Thema beschäftigt uns sehr“, sagt Meyer. Würde der EuGH den Querverbund verbieten, reduzierte das die jährliche Ausschüttung an die Stadt und den Kreis um einen „höheren einstelligen Millionenbetrag“, sagt Meyer. Er berichtet, dass das Finanzamt diesen steuerlichen Querverbund auch für ein Jahr vor der Fusion 2013 monierte. Dabei ging es um einen Verlust aus dem Bäderbetrieb. „Der Bädersparte ist durch einen einmaligen Steuereffekt deutlich unter Plan“, deutet Meyer an. Beträge, um die es geht, nennt er nicht. Das Bundesfinanzministerium unterstützt den steuerlichen Querverbund nachdrücklich.

Gasabsatz hinter Erwartungen zurückgeblieben

Die Geschäftsführer berichten, das Jahr 2019 habe bisher Licht und Schatten gebracht: „Erfreulich ist die gestiegene Treue unserer Kunden. Auch der Kunden- und Umsatzzuwachs außerhalb unseres Versorgungsgebietes ist sehr erfreulich“, sagt Meyer. Durch das warme Frühjahr und den bisher warmen Herbst sei der Gasabsatz „erheblich hinter den Planungen zurückgeblieben“, bedauert Meyer. Im Großkundengeschäft sei der Wettbewerbsdruck immens. „Die Margen werden hier immer geringer“, beklagt er.

„Durch Prozessoptimierungen und striktes Kostenmanagement haben wir das Ergebnis aber insgesamt in dem von uns geplanten Rahmen stabilisiert“, sagt der Geschäftsführer. Er lobt, nur ganz wenige Versorger hätten so geringe Ausfallzeiten in der Strom- und Gasversorgung wie die RhönEnergie.

„Mit der Biothan-Anlage, die aus Reststoffe Bio-Erdgas produziert, sind wir 2019 sogar phantastisch unterwegs“, berichtet Heun. Es gebe eine hohe Nachfrage nach den Gärresten und dem Kompost, die auf dem Biothangelände bei Kleinlüder anfallen.

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