Fotos: RhönEnergie Fulda

RhönEnergie entwickelt App zur Weidezaunüberwachung

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Hünfeld - Die RhönEnergie hat eine App entwickelt, die Landwirten dabei helfen soll, ihre Weidezäune zu überwachen. Diese digitale Lösung erntete laut RhönEnergie beim Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld viel Lob.

„Die tägliche Kontrolle der Weidezäune ist mit hohem Zeitaufwand verbunden. Sie muss aber sein, nicht zuletzt aus versicherungsrechtlichen Gründen“, heißt es in einer Mitteilung der RhönEnergie. Die Landwirte wünschten sich deshalb eine einfache Lösung, die ihnen abnimmt, den Zustand der Zäune jeden Tag vor Ort überprüfen zu müssen. Die von der RhönEnergie Fulda entwickelte App „Wendelin“ (benannt nach dem Schutzpatron der Landwirte) soll diesen Wunsch erfüllen.

Moderne Technik für Sicherheit

Wie bemerkt ein Landwirt, dass mehrere Kilometer von seinem Hof entfernt ein Zaunabschnitt defekt ist und sich seine Rinder möglicherweise selbstständig machen? Die Antwort der RhönEnergie-Experten: Die Technik schlägt Alarm – mit Hilfe intelligenter Sensorik und einer App. Entscheidende Größe sei dabei der Spannungszustand. Solange der Elektrozaun unter Spannung stehe, sei er intakt. Registriert der Sensor eine abfallende oder gar unterbrochene Spannung, ist die Batterie leer oder der Weidezaun defekt. Das wird dem Landwirt mit Hilfe der App über das Smartphone gemeldet.

Knackpunkt: Datenübertragung

„Eine solche App steht und fällt mit der Qualität des Funknetzes. Und gerade auf dem Land ist das Mobilfunknetz bekanntlich stellenweise lückenhaft“, weiß die RhönEnergie. Deshalb nutze die „Wendelin“-App nicht das normale Mobilfunknetz, sondern arbeite auf Basis von LoRaWAN. Hinter der Abkürzung verbirgt sich eine Funktechnologie für Langwelle (Long Range Wide Area Network). Sie ermöglicht es, geringe Datendurchsätze von Sensoren, Zählern oder Messinstrumenten kostengünstig über große Reichweiten zu transportieren. Laut RhönEnergie kommen die Signale so auch in abgelegenen Gegenden mit hügeligem Gelände sicher an.

Landwirte zeigen Interesse

Zu einer ersten öffentlichen Präsentation der App hatte die RhönEnergie Fulda zusammen mit dem Kreisbauerverband Fulda-Hünfeld eingeladen. „Die anwesenden Landwirte zeigten sich stark interessiert, weil sie schnell erkannten, dass diese technische Lösung sie im Alltag entlasten kann“, so die RhönEnergie.

Sebastian Schramm, der im Januar 2020 die Nachfolge des in den Ruhestand tretenden Geschäftsführers Dr. Hubert Beier übernehmen wird, sagte: „Ich halte die Wendelin-App für eine gute Idee. Gerade in unserer Region gibt es noch sehr viele Nebenerwerbslandwirte, die einer anderen Berufstätigkeit nachgehen. Für sie ist es gut zu wissen, dass die App ihnen sofort meldet, wenn es mit einem Zaun Probleme gibt. Das ist ein beruhigendes Gefühl.“

Pilotprojekt in der Testphase

Derzeit wird die Anwendung von mehreren Landwirten getestet, unter anderem von Matthias Elm, Nebenerwerbslandwirt im Raum Schlüchtern. „Meine ersten Erfahrungen sind sehr gut“, berichtet er. „Ich musste an meiner Zaunanlage lediglich einen Sender befestigen, der mit der App kommuniziert. Die Datenübertragung über das LoRaWAN-Netz klappt wunderbar. So kann man die auf dem Land häufig ungenügende Mobilfunkabdeckung austricksen.“

In den kommenden Monaten soll das System weiter verfeinert werden. In naher Zukunft werde es dann Haltern von Rindern, Pferden, Schafen und Ziegen als bedarfsgerechte Paket-Lösung (Hardware, Software, Nutzungspauschale) angeboten.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Die RhönEnergie arbeite bereits an weiteren Einsatzmöglichkeiten. „Es muss nicht bei der Weidezaunüberwachung bleiben, noch viele andere Anwendungsmöglichkeiten sind denkbar. Man kann mit Sensoren genauso zuverlässig den Füllstand von Wasserfässern, Silos oder Futterbehältern überwachen. Ebenso ob Tore und Türen geöffnet oder geschlossen sind. Wir werden das testen“, so Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda. / lio

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