Fotos: Charlie Rolff, dpa

Der „Rhöner Dortmunder“: Sebastian Kehl feiert seinen 40. Geburtstag

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Dortmund - Mit 16 verließ er die Rhöner Heimat, um in Hannover Fuß zu fassen. Es sollte der erste Schritt in der Profilaufbahn werden. Ein Vierteljahrhundert später zählt Sebastian Kehl zu den profiliertesten Persönlichkeiten im deutschen Fußball. Am 13. Februar feierte er seinen 40. Geburtstag.

Von unserem Redaktionsmitglied Harry Wagner

„Schön, dass sich meine Heimatzeitung auch mal meldet“, begann Sebastian Kehl anno 1998 das Telefongespräch mit leichter Kritik. Die Story über den jungen Rhöner, der auszog, um sein Glück in Hannover zu finden, war in der Tat überfällig geworden. Kehls Reaktion damals war ein Fingerzeig darauf, was ihm stets wichtig sein sollte: Kontakt in die Heimat halten, die osthessischen Wurzeln betonen.

Erstes Länderspiel 2001

Auch, als er längst ein etablierter Profi war, Meister mit Borussia Dortmund und Nationalspieler, hatte er immer ein offenes Ohr für Wünsche und Anfragen aus Fulda und Umgebung, versuchte die Dinge möglich zu machen. Und das, obwohl sein Lebensmittelpunkt längst anderswo lag.

Ein treffendes Beispiel ist sein erstes Länderspiel 2001: Der Debütant ließ sich seine gewiss vorhandene Nervosität nicht anmerken und stand noch kurz vor dem Anpfiff dem von Fulda nach Bremen geeilten Redakteur seiner Heimatzeitung für einige Minuten in den Katakomben des Weserstadions exklusiv Rede und Antwort.

Zum verlängerten Arm Klopps avanciert

Sebastian Kehls Leistungen als Jungprofi weckten bald Begehrlichkeiten – Bayern München klopfte an. Doch nach einem schier endlosen Transferstreit und gewaltigem medialen Getöse blieb der damals 22-Jährige im Ruhrpott. Fortan war das Tischtuch zwischen ihm und dem Rekordmeister zerschnitten, während Kehl mehr und mehr zur Dortmunder Identifikationsfigur heranwuchs. Sechs Jahre lang war er Mannschaftskapitän des BVB, der verlängerte Arm des Trainers in der Ära Klopp.

Dass er auch nach dem Karriereende im Sommer 2015 dem BVB treu bleiben würde, galt vielen als ausgemacht. Doch der Lahrbacher nahm sich zunächst eine Auszeit, erweiterte seinen Horizont: Er machte eine Weltreise, absolvierte ein Management-Studium bei der Europäischen Fußball-Union, gewann als Experte im ZDF Einblick in die Medienlandschaft.

Danach war der Kopf wieder frei – für Borussia Dortmund. Als Leiter der Lizenzspielerabteilung, der er seit anderthalb Jahren ist, stellt der gebürtige Fuldaer das Bindeglied zwischen Mannschaft einerseits und Trainer, Vorstand und Management andererseits dar.

Kehl wünscht sich Sieg gegen Eintracht

Groß gefeiert wurde bei Kehls am 13. Februar nicht. „Den Tag werde ich ganz ruhig verbringen“, verriet er uns. Eine Party im kleinen Kreis würde es dann noch geben. Den passenden Wunsch hat der Jubilar freilich: „Ich hoffe, dass mir die Mannschaft am Freitag gegen Eintracht Frankfurt drei Punkte schenkt.“

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